Schlagwort-Archiv: Afghanistan

Trauerfeier in Detmold und antidemokratische Methoden gegen KritikerInnen

Am letzten Freitag fand eine Trauerfeier für einen in Afghanistan getöteten Soldaten aus Bielefeld in Detmold statt. Anwesend waren auch der Verteidigungsminister Thomas de Maiziere und der Außenminister Guido Westerwelle. Laut NW hat de Maiziere betont, dass der Soldat für unser Recht und unsere Freiheit gestorben sei. Dabei war der Sarg neben einer Deutschlandfahne auch mit einem Stahlhelm geschmückt.
Protest gab es nur aus Richtung der alten Pauline, welche sich nicht weit entfernt von der Kirche befindet, wo die Trauerfeier stattfand. Dabei handelte es sich um Transparente mit der Aufschrift „Soldaten sind Mörder“ und dann lief in der alten Pauline laute Musik. Es lässt sich streiten, ob dieses eine angemessene Reaktion auf die staatliche Vereinnahmung des Toten für Propaganda ist.
Tatsache ist aber das es Grundsatz der Demokratie ist die Kritik an solchen Veranstaltungen zu äußern. Dieses wurde nach ABerichten aus dem Umfeld der Pauline grob missachtet, indem nur wegen der Musik un der Transparente die Tür der Pauline eingetreten wurde und die Anwesenden in Gewahrsam nach Bad Salzuflen gebracht wurden.
In der Lippischen Landeszeitung steht nur, dass die Polizei eingriff. Darunter versteht der gemeine Leser, dass die Musik ausgeschaltet wurde, wie bei Lärmbelästigungen üblich.

Bill will Bin

Bill Waren, 59 jähriger amerikanischer Schatzsucher und Taucher will die angebliche Leiche von Osama Bin Laden aufspüren, fotografieren und DNA-Proben entnehmen. Ja Herrgott nochmal. Wenn der schwarze Teleprompterableser mit der mageren Politbilanz das sagt, dann ist das eben so. Wär ja noch schöner, wenn wir glauben würden, US-Präsidenten würden lügen. Tun sie nie nicht. Siehe Mr. Bush mit seinen haarsträubenden Lügen bezüglich der Einmarschgründe in Irak und Afghanistan. Siehe Obamas Auflösung des Lagers Guantanamo……

Deutschland ist übrigens noch der ziemlich abwegigen Meinung, die Zollstation am Hindukusch gehöre zu unserem Hoheitsgebiet.

Macht Gutti den Gotti?

Jetzt am 1. April hauen die Aprilisten die Dinger serienweise raus. So nimmt sich das Portal „turi2 den havarierten Plagiator nebst Ehegespons Stefferl zur Brust und präsentiert eine Schote zum 1. April. (Möge ein gütiger Gott das verhindern). Das Tandem Gottschalk-Hunziker war ja schon schlimm, Gutti-Stefferl wäre – bitte verzeihen Sie mir den Fauxpas – sozusagen der „mediale Supergau“. Wird aber nicht passieren. Denn: Wie aus dem Vatikan verlautet, hat Papa Benedetto – Vorzeigebayer – seinen fränkisch-bayerischen Landsmann nebst Ehefrau eingeladen, mit Johannes Baptist Kerner in der Peterskirche eine „Heilige Weihrauch-Show“ an Ostern zu zelebrieren. Die Schweizergarde habe extra neue Tutus bekommen (superkurz mit weißem Schweizer Kreuz auf rotem Hintern) für die Tanzeinlage „Großer Gott, wir loben Dich“. Aus Deutschlands südlichstem Grenzort, Hindukusch, wird der ehemaligen Kriegsminister Peter Struick seine Kunststück auf der olive-lackierten Harley vorführen. und Ex-Aussenminister Fischer wird trotz Leibesfülle umfangreichem Körper zeigen, wie Grüne heutzutage mit der Heckler & Koch Brunnen bohren.

Eher der Wahrheit – und um Einiges schlimmer – dürfte dann wohl diese Meldung auf den Nachdenkseiten entsprechen:

Interne Dokumente, die den NachDenkSeiten vorliegen, bestätigen, was die Spatzen bereits seit längerem von den Dächern pfiffen: Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird in den Vorstand der Axel Springer AG wechseln. Er wird dort Nachfolger von Andreas Wiele, der seinerseits in den Vorstand der RTL-Group wechselt. Zum Verantwortungsbereich Guttenbergs wird dabei neben der BILD-Gruppe auch das neugeschaffene Ressort Social-Media-Relations gehören. Der Axel Springer Verlag sieht hier vor allem auf Facebook ein großes PR-Potential, das bislang noch weitestgehend brachliegt.

Es fügt sich eben meist zusammen, was charakterlich zusammenpasst 🙂

NW promoted SPD-Steinmeier

Ein schönes Bild von Eule (Frank-Walter Steinmeier) ist es ja schon. Mehr kann ein Fotograf aus diesem Gesicht nicht machen. Fehlt eigentlich nur noch die persönliche Unterschrift.
Die offizielle Postille des F-W Steinmeier- Fanclubs (Vorsitzende und einziges Mitglied Alexandra Jacobson), die Neue Westfälische, macht wieder einmal durch ein die Grenzen des Qualitätsjournalismus sprengendes, Interview mit dem Meister der Sprechblasen auf sich aufmerksam.

Fragen die keine Ausflüchte, kein drumherum-Reden zulassen. Fragen, die dem Intellekt des Interviewten alles abverlangen. Fragen die in ihrer präzisen, ja geradezu provozierenden Klarheit auf den Punkt führen, lassen den Leser vor Spannung auf die Antwort, innerlich erzittern.

Es sind Fragen wie diese: „In den Umfragen sind sie mit Abstand der beliebteste SPD-Politiker. Freut sie das?“ Eine Frage wie ein Peitschenhieb, auch ein Kind im Vorschulalter hätte nicht besser  formulieren können.

Oder: „Herr Steinmeier, morgen ist die Abstimmung im Bundestag zur Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes. Was empfehlen sie ihrer Fraktion?“

Da die werte Leserschaft die letzten Jahre und Monate auf dem Mars oder noch weiter weg gelebt hat, ist das natürlich eine spannende Frage. Zunächst einmal möchte man wissen, was ist das für ein Einsatz der sich im Besitz Afghanistans befindet, wofür wird er benötigt  und warum soll die SPD-Fraktion seiner Verlängerung zustimmen.? So eine Verlängerung verlangt doch bestimmt nach handwerklichem Geschick.Es ist doch aber bekannt das für die Sozen nur Lehrer und Gewerkschaftsbonzen im Bundestag sitzen.
So hat denn auch Eule Steinmeier seine liebe Not mit einer Antwort. 113 Worte später hat der Leser erfahren, dass man einen weiten Weg gegangen ist und das die Fraktion nun zustimmen wird. Nun ja, ob einfaches Zustimmen wirklich dabei hilfreich ist, einen Einsatz, der irgendwo in den afghanischen Gebirgen herumliegt, zu verlängern? Frau Jacobson weiß da anscheinend mehr als wir. Sie fragt jedenfalls nicht nach.

Stattdessen hält sie ihrem Meister das nächste Stöckchen hin über das er wortreich springen kann. (Oder sollte man im Fall einer Eule besser fliegen sagen? ) So erfährt der vom Mars Gefallene und so hart Aufgeschlagene, dass „die FDP in Hamburg an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern wird, Frau Merkel eine Koalition anführt, die im Kern handlungsunfähig ist, Hannelore Kraft in NRW regiert und die Opposition im Landtag keine Neuwahlen herbeiführen wird, die Linkspartei auf einer Rutschbahn nach unten ist (Rutschbahn noch oben wär‘ jetzt auch blöd), die Menschen die Nase voll haben vom schwarz-gelben Chaos, blah, blah, blah…“ Zum Schluss sind uns drei Dinge klar:

1. Frau Jacobson hat mit diesem Interview sicherlich keine neuen Mitglieder für den Steinmeier-Fanclub gewonnen.

2. Die SPD und ihr Fraktionsvorsitzender haben keinerlei Antworten auf die Probleme und Herausforderungen des neuen Jahrzehnts, und

3. die Vergeudung von Papier und Druckerschwärze ist immer noch straffrei auf der Erde.

Komm, hat keinen Sinn hier, zünd‘ die Raketentriebwerke und lass abhauen, wieder zurück zum Mars.

(Aber das Bild ist gut.)