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ARMinia siegt bei VfB Stuttgart II mit 5:2

…nicht schlecht. Aber vergessen wir darüber nicht, daß der SC Paderborn in Düsseldorf den Spitzenreiter der Liga 2 geschlagen hat und auf Aufstiegskurs in Lia 1 ist. Der Stadiontausch Alm gegen A33-Blechkästchen rückt näher. Der NW-Ticker funktionierte (fast) reibungslos.

ARMinia könnte Osnabrück heute fast mitnehmen

Vor sieben Jahren, im schönen Mai 2004, stieg ARMinia B….. in den Himmel der Liga 1 auf. Heute Abend könnten sie mit einer Niederlage den Abstieg in Liga 3 fast perfekt haben oder im umgekehrten Falle den Gastgeber VfL Osnabrück fast mitnehmen in den Keller.

Wetten werden noch angenommen.

Da staunt selbst Heide Witzka

Na, ist das eine Zahl? Da staunt selbst Heide Witzka, jene mit einem Kapitän der Lutterschiffahrt verheiratete Inhaberin eines VIP-Platzes auf der Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne, ehemals Anhängerin des Schneiders aus Halle und des Fensterbauers mit Krönchen auf dem Verwaltungsgebäude an der Herforder. In den hiesigen Gazetten wird diese Zahl – der aktuelle Schuldenstand des in Abstieg und Auflösung befindlichen Fußballzweitligisten – heute groß herausgestellt. Wie auch eine erneute „Maulwurfsmail“, in der sich jemand über die Situation des Vereins anonym ausbreitet. Was wiederum die „Führung“ des Vereins veranlasste, den aktuellen Schuldenstand zu veröffentlichen. Die Hausbank – Volksbank Bielefeld – hat derweil alle Konten gesperrt.

Das Westfalen-Blatt kommentiert das so:

Es ist noch keine zwei Jahre her, da träumte Arminia Bielefelds Sponsor Dirk U. Hindrichs vom dauerhaften Verbleib des DSC Arminia Bielefeld in der Ersten Fußball-Bundesliga. Sogar von der Teilnahme in einem internationalen Wettbewerb war die Rede. Heute, 20 Monate später, erlebt der Traditionsklub eine der schwersten Stunden seiner 106-jährigen Vereinsgeschichte. Arminia droht der Untergang. Dass die Hausbank alle Konten gesperrt hat, zeigt, wie ernst die Lage ist: Dem Verein steht das Wasser bis zum Hals. Die Volksbank hat angesichts der Schuldenlast von 27 Millionen Euro die Reißleine gezogen – damit ist das traurige Ende des DSC wohl nicht mehr abzuwenden. Die Banker jetzt als Schuldige für das Desaster verantwortlich zu machen, ist falsch. Verantwortlich sind die Verantwortlichen des Klubs. Pleiten, Pech und Pannen hat es ohne Ende gegeben. Die Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit reichen von lächerlichen Castings (Bommer gegen Lienen; Maul gegen Arabi), anonymen E-Mails bis hin zur »Heimspielsieg-Aktion«, die zu einem Riesenflop wurde. Die Episode Jörg Berger, das Finanz-Desaster rund um die neue Tribüne und nicht zuletzt die Jahreshauptversammlung im Sommer 2009 sind den Fans ebenfalls noch in schlechter Erinnerung. Hinzu kommt ein Kader, der zu keiner Zeit zweitligatauglich war. Dass im Verein fußballerischer Sachverstand fehlt, ist kein Geheimnis. Die vollmundige Ankündigung des Verwaltungsratsvorsitzenden Alexander Geilhaupt, einem IT-Manager aus Berlin, Arminia werde die »Rückrunde rocken« und mehr als 30 Punkte holen, spricht für sich. Dem Verein mangelt es aber nicht nur an fußballerischer Kompetenz. Es fehlt jemand, der den Klub zusammenhält, der Mannschaft und Trainer, aber auch Vereinsgremien, Fans, Sponsoren und Banken begeistert, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. Präsident Wolfgang Brinkmann und Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier besitzen diese Qualitäten nicht. Auch die Sponsoren haben ihren Anteil am Untergang. Unter den Geldgebern befinden sich zu viele, die zu sehr eigene Interessen verfolgen. Dirk U. Hindrichs und Gerhard Weber haben zwar immer wieder in die eigene Tasche gegriffen und den Verein am Leben gehalten. Aber ihr Einstieg in die Gremien Anfang 2010 hat keine wesentlichen Verbesserungen bewirkt. Im Gegenteil: Hindrichs und Weber, die heute zerstritten sind, zogen sich schnell wieder aus dem Aufsichtsrat zurück. Sie haben Hoffnungen geweckt, denen sie nie gerecht wurden. Was bleibt, sind traurige Erinnerungen und die bittere Einsicht, dass Arminia wohl wirklich am Ende angelangt ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt – dieser Spruch ist richtig. Im Fall Arminia aber schon überholt.

So ist das eben, wenn man einen Verein Egomanen, Selbstdarstellern und fußballerischen wie offensichtlich auch finanztechnischen Gauklern und Amateuren überlässt. Jeder auf die Alm getragenen Euro ist derzeit wohl einer zuviel.

ARMinias Aprilscherz

Ab 18 Uhr kickt Aufstiegsaspirant FC Augsburg bei Abstiegskandidat Nr. 1, ARMinia B……..feld, auf der Alm. So nebenbei hört man, wie sich Vorstand, Aufsichtsrat, Ehrenrat, Grasrat, Tribünenrat und sonstige Räte des Operettenclubs an der Melanchthonstraße die Zukunft in Liga 3 vorstellen. Man plant mit einem Etat von 2 Millionen (Aber holla!) und einem Zuschauerschnitt von 12.000. In Liga 3! Gegen Sandhausen! Auf der Roland-Kentsch-Ehrentribüne, die statt 7,5 Millionen am Ende 19 Millionen kostete sollen heute der Staatsanwaltschaft, die ob der wundersamen Kostenvermehrung ermittelt, Plätze mit speziellem Blickwinkel auf den Anstoßkreis reserviert worden sein.

Wenden wir uns Ewald zu

„Mein Herz hängt an ARMinia“. „Ich verliere Tränen, wenn ich auf den heilgen Almrasen stehe“. „ARMinia ist ein Stück von mir, mein Leben, jede Sekunde“. Alles Plagiate? Nö. Sinngemäßes aus dem reichen Wortschaft des Chef-Übungsleiters des Baldabsteigers der Liga 2. Jetzt gab er bekannt, doch nicht in Liga 3 mit runter zu gehen. Was eigentlich nicht viel macht, hatte er doch in der Winterpause reichlich Bankdrücker eingekauft, um die geistig-moralische Wende der Clubs in Punkte um zu münzen. Sagte er. Versprach er. Erläuterte er.

Nun begeht er Fahnenflucht. Ob es auch in der Metropole unter der Sparrenburg so etwas wie eine „linke Kampagne“ gegen die sportliche Führungselite gibt?

Time to say goodbye…

…hieß es am Sonntag Nachmittag für Arminia Bielefeld. Time to say „goodbye“ zum Aufstieg in die 1.Liga. Durch die knappe Auswärtsniederlage kann Arminia so kurz vor Ende der Saison jegliche Aufstiegshoffnung begraben. Ein Platz im grauen Niemandsland der 2.Liga bliebe noch. Aber damit lässt sich eine echte Spitzenmannschaft wie Arminia nicht abspeisen. Wenn es mit dem Aufstieg in die 1.Liga nicht klappt, so muss ein neues Ziel her: Aufstieg in die 2.Liga. Voraussetzung hierfür: Abstieg in die 3.Liga. Arminia ist somit voll im Soll.

Da man in Zukunft für gewisse Zeit auf das Derby gegen den ostwestfälischen Nachbarn aus Paderborn verzichten muss, bietet sich am Samstag zum vorerst letzten Mal die Gelegenheit, ein Derby zu besuchen. Ob wieder eine knappe Auswärtsniederlage drin ist, bleibt abzuwarten.

Für mich bleibt für heute nur noch eins zu sagen: Time to say goodbye. Wir sehen uns Samstag!

„Endspiel“ verloren

Das Spiel war aus. 21.000 Zuschauer hatten sich der Kälte in dünner Höhenluft hingegeben. Leise schwankte im Abendwind die rote Laterne vorm Ausgang der Almrasenfläche, in dem kürzlich rasend schnell die nahezu neuformierte Mannschaft der ARMinia entschwunden war. Nun hatten sie auch dieses, zum „Endspiel“ hochstilisierte, Match verloren. Chefübungsleiter Ewald Linen holt rasend schnell Niederlage um Niederlage gegen seinen so geschmähten Vorgänger C. Ziege auf. Man hätte den jungen Mann ebensogut behalten können. Langsamen Schrittes wanderte ein schmaler Mann mit moBiel-Trikot und Aufschrift auf dem Rücken „moBiel fährt Sie schneller heim“ von Lichtschalter zu Lichtschalter des Fußballdenkmals hoch oben auf der Alm. Dann hatte Wolferl B. den letzten erreicht und knipste fast feierlich die allerletzte Leuchte im weiten Rund aus. Niemand protestierte. Die Südtribüne war schon lange leer.

In Liga 3 könnte man nächste Saison bequem auf der Rußheide spielen. Nur wohin mit den vielen neuverpflichteten Spielern für die „grandioseste Fußballaufholjagd aller Zeiten“? Den einen oder anderen würde man schon an der A33 beim besten Fußballclub Ostwestfalens, dem SC Paderborn, unterbringen können. Wäre ja auch besser. Denn bei Aussem-Licht spielt sichs auf der Alm eher schattig.

ARMinia BXXXXX – Hertha BSC Berlin 1 : 4