Archiv für den Autor: Karina Dannemann

Über Karina Dannemann

Lehrerin für schwierige Fälle, Weltverbesserin, Single *seufz*

bielefeld existiert nicht

Bielefeld, wo Deutschland innen Spiegel kuckt

Bielefeld –  langweilige Provinz? Jeder weiß, dass die Stadt am Teuto zu Unrecht unterschätzt wird. Hier kommt keiner mehr wech.

Fraagste so’n Proff vonner Uni: Hömma, warum biste nicht gegangen, wo du noch konntest: nach Amerika, nach England, in die weite, schöne Welt. Aber nee, der Willi Heitmeyer ist immer wieder zurückgekommen. „Nachn paar Tagen woanders reichtet mir immer, dann will wieder zurück“, sacht er. Zurück nach sein Bielefeld. „Es iss wien Leben in offenen Vollzuch. So sieht das aus“ sacht er.

Weltstättler belügen sich doch bloss sowas von: So ein Berliner glaubt, der könnte heute dies und das tun, was er will. Aber der will gar nicht. Der lücht sich was vor, sagt der Willi und da isser geblieben in Bielefeld, wo er alles hat, was er braucht. Ne Kneipe, noch ne Kneipe, dat Stücksken Natur inn Teutobuargawalt und eben seine Uni. So isser, der Herr Proffessor.

Und heute hat die Arminia im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VFL Wolfsburg verloren. Da kennen viele wieda nua die Bielefeldverschwörung, was daran liecht, dass die Leutchen hier die Klappe eben nicht so weit aufreißen wie in Wolfsbuag oder München.

Doof findet der Willi den Jahnplatz. Mit seine Freunde cheet er da nich hin, weil der stammt noch ausse späten 50er-Jahren und die Fußgänger mussten zum Pättken in den Untergrund auffe Rolltreppe. Da sind die Ostwestfalen-Idioten dann immer hoch und runter gefahren, wie auffe Kirmes. Das war so peinlich, dass er das nie einen von seinen schlauen Proffessorkollegen zeigen will.

Komischerweise hat Bielefeld nur bei denen einen schlechten Ruf, die nach Berlin oder in eine andere Großstadt ziehen, weil die Ballerköppe glauben, dass so ne Metropole mehr aus ihnen macht als sie sind. Hat aber nix genützt. War ja klar. Bekloppt sowas. Bleib in Bielefeld. Haste mehr von!

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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Meine Mutter, Jahrgang 1923, war eine patente Frau, stand aber auf Kriegsfuß mit allen technischen Geräten, die nicht zur Hausarbeit gebraucht wurden: Radio, Fernsehen. Computer hat sie schon gar nicht mehr kennengelernt, von Handys ganz zu schweigen.
Und auch mir hat sie eine Abneigung dagegen eingeimpft, die mich bis heute prägt. Immerhin habe ich mich gegen ihren Wunsch durchgesetzt, ich sollte Mutter und Hausfrau werden. Stattdessen wurde ich Lehrerin und unterrichte in einer der letzten sonderpädagogischen Einrichtungen vor der vollständigen Einführung der sogenannten Inklusion. Aber dazu ein anderes Mal.
Ich bin jedenfalls froh, daß mir ein Bekannter bei der Einrichtung dieses Zugangs zum Bielefeld-Blog behilflich war. Allein hätte ich das nicht geschafft, aber wieso?
Gerade hat die OECD die Ergebnisse der letzten Pisa-Tests in Deutschland ausgewertet und festgestellt, daß die Abneigung der Mädchen gegen Mathematik MINT-Fächer: Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik in Deutschland weniger mit Können, sondern mehr mit Wollen zu tun. Und mit dem, was Eltern ihren Kindern mitgeben.
Das ist damit gemeint: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, liebe Leute. Wenn ihr wollt, daß es eure Kinder mal zu etwas bringen, insbesondere eure Töchter, dann hört auf, eure persönlichen Befindlichkeiten in sie zu projezieren. Sagt euren Jungs ruhig öfter mal, sie sollten das Maul halten. Ermutigt eure Mädchen, den vorlauten Jungs auf’s Maul zu hauen. Das würde schon viel bringen, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Ich bin ja mal gespannt, was meine „Bildungsoffensive“ hier so ausrichten kann.
www.handelsblatt.com/politik/deutschland/oecd-bildungsstudie-mathe-kann-ich-nicht/11461250.html