Archiv für den Autor: blitzmerker

Ohne Scheiß

Kassenzettel von toom Wer im toom-Baumarkt am Brackweder Tüterbach einkauft, braucht ob der übersichtlichen Warenanordnung und des hilfsbereiten und kompetenten Personals schon mal ein wenig länger. Gut also, dass der Branchenriese jetzt freitags bis abends um zehne die Tore öffnet. Der WDR-„Markt“ berichtete bereits über die peinliche „ohne Scheiß“-Werbung und führte sie durch einen Guano-Kauf ad absurdum. Wie der Kenner sieht,  hat die Konzernleitung  die neue Durchhalteparole zudem bisher nur halbherzig in die eigenen Computerkassen eingespeist.

Aus dem Heim, aus dem Sinn

Kaffeewahl Out-of-Home-Medien beleben aktuellen Bundestagswahlkampf verkündet stolz der Außenwerbebevollmächtigte eines Mindener Kaffeerösters, der auch in der Metropole eifrig plakatiert hat. Wenn man sich den Spruch mal auf der Zunge zergehen lässt, bleibt ein mokkabitterer Nachgeschmack: Demokratie ist, wenn egal ist, was ihr wählt. Anders ausgedrückt: Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten…

Den Nerv getroffen, gut so!

Der Papst

 Bielefeld. „Aufs Schärfste“ protestiert das Dekanat Bielefeld-Lippe der katholischen Kirche gegen den Auftritt der Aids-Hilfe mit einem Mitarbeiter des städtischen Gesundheitsamts beim „Carnival der Kulturen“ am 6. Juni. Bei dem Umzug hatte ein als Papst verkleideter Mann aus einem Papamobil sowie weitere als Kleriker kostümierte Herren Kondome, Broschüren und Gummibärchen verteilt sowie Schlagerlieder mit anzüglichen Texten gesungen. Das Dekanat erwartet eine Entschuldigung. Vom Oberbürgermeister ist eine solche für das Verhalten des städtischen Mitarbeiters ausgesprochen worden. Durch den Auftritt seien „Menschen mit geistlicher Berufung verspottet und verunglimpft“ worden, so das Dekanat. „Sie haben damit primitive anti-katholische Ressentiments bei der Bevölkerung bedient“, schreiben Dechant Pfarrer Klaus Fussy und Wilfried Schacker vom Dekanatspastoralrat in dem Protestbrief an Aids-Hilfe und Gesundheitsamt.

Lieber  Dechant mit „geistlicher Berufung“, halte doch einfach mal den Rand. Wer allen Ernstes in die Welt posaunt, dass Kondome nicht vor AIDS schützen, verdient eigentlich eine weit höhere Strafe als ein wenig Satire.

Desweiteren: Dein Verein und die Konkurrenz kassieren Unsummen in Geld und Sachleistungen grundgesetzwidrig vom Steuerzahler (jawoll, auch von Atheist, Jude, Muselmann), unter Berufung auf Rechtstitel von 1803, die laut Verfassung längst abgelöst sein müssten. In vielen Bundesländern werden die Bischöfe zu 100% von uns allen bezahlt. An Universitäten gibt es „Konkordatslehrstühle“ (gemeint sind solche außerhalb der „Theologie“), die nur mit eurem Placet besetzt werden dürfen. Wir alle bezahlen „Militärseelsorger“, die keiner braucht und die lt. Grundgesetz nur „zuzulassen“ sind. Durch eure Monopolstellung im Sozial- und Pflegebereich und die Verweigerung von Arbeitnehmerrechten und Gleichbehandlung geraten viele Menschen in Bedrängnis. Zeit, dass sich hier was dreht. Danke für die Erinnerung!

Lieber OB: Sauber eingeknickt, du rückgratlose lahme Ente. Du wurdest nicht gewählt, um den Dechant glücklich zu machen, und was deine Mitarbeiter in der Freizeit tun, geht euch beide nichts an!

Anders abwracken

Abwrackkarten

Nur ein paar Minuten beim Supermarkt geparkt, schon hat der Abwrackkandidat aus Wolfsburg wieder eine Visitenkarte mit eindeutigem Angebot abbekommen. Dass schon Dutzende Karten als Trophäen winken, schreckt die Verteiler nicht ab.

Wer sind eigentlich diese Leute, die aus Schrott Gold machen können?  Und funktioniert das im Augenblick besonders gut, oder macht die windige Staatsprämie das Geschäft kaputt?

Draußen gibt’s nur Kännchen

Heute im Fahrradladen von „Arcandor“.

Radsportkappe? Gibt’s nicht. Wir haben Helme.

Daheim über eBay sekundenschnell eine feuerrote Campagnolo-Mütze geordert. Was ist nur los mit dem Einzelhandel in diesem Land? Die haben den Schuss nicht gehört und glauben fest an den Anbietermarkt. Dazu noch pampig wie im DDR-Konsum. Achje.

Mal wieder Spaß mit DHL

Gerade mal wieder bei der Postbank angestanden (warum eigentlich da?), um ein Ostersamstag abwesenheitshalber nicht entgegengenommenes Paket zu kriegen. Nach 20 Minuten Warten heißt es: Wir sind noch nicht so weit, dauert noch mal 20! DDR-Service war nix dagegen.

In den letzten Jahren durfte ich meine Sendungen auch immer mal in der Zustellbutze an der Stadtheider oder  auch in einer dreckigen, zugigen Lagerhalle am Stadtholz abholen. Die Postbänker wiederum öffnen seit einiger Zeit erst um neun, damit daheim gleich die nächste Zustellung scheitert.

Die Strategie der Posthornbläser ist klar: eine selbstverständliche, teuer bezahlte Dienstleistung (Aushändigung Paket->Empfänger) wird absichtlich verschleppt und unbequem gemacht, damit man schließlich freiwillig darauf verzichtet.  Achje.

Unverhofftes Wiedersehen

Ludgerus Hallau

Mitten im anatolisch geprägten Kamphofviertel hat sich die „NW-Logistik“ mit ganz vielen blauen Fahrrädern eingemietet.

Bei dieser Gelegenheit kam die güldene Inschrift des einst hier beheimateten Uhrmachers zum Vorschein. Der Blitzmerker erinnert sich noch gut an den alten Mann, und auch an Apotheke, Drogerie und Bäckerei, die hier früher zu finden waren. Ein paar Schritte weiter ist das Gebäude der „Bielefelder Leinen-Vertriebs GmbH“ nach langem Leerstand entkernt und zum Wohnen hergerichtet worden. Als Kind sah ich dort im Keller ernsthafte Herren mit Hornbrille Textilien aufbügeln.

Mit Charles Darwin, der dieser Tage 200 Jahre alt geworden wäre, möchte ich feststellen:  Die Stadtevolution kennt kein Ziel. Sie passiert einfach…

Besinnliches zum Advent

Heute vormittag auf dem Hauptbahnhof. Ein armer Schlucker versucht, mit einer durchsichtigen Lügengeschichte ein paar Euro „für die Fahrkarte der Tochter“ zusammenzuschnorren. Jeder hat es schon hundertfach erlebt.

Jetzt kommt der große Auftritt eines Endfünfzigers, Typ „Beamtenpension im Sack“, der für jeden, der es auf dem Bahnsteig nicht hören will die abgrundtiefe Verlogenheit des (schon weitergezogenen) Bettlers beklagt. Er heischt förmlich um Zustimmung, die er bei einem DB-Bediensteten schließlich findet.

Dem Manne ist zu wünschen, dass er einmal drei Tage lang ganz ehrlich und ohne, dass es ihm peinlich sein darf um die Euros für sein Frühstück bettelt. Aber bitte keine Lügen und Ausflüchte, das wäre moralisch verwerflich!

Seifenschaum für die Metropole

In Nordengland gibt die Polizei jetzt Seifenblasen-Tinktur an betrunkene Raufbolde aus. Bald auch hier?

Diese fantastische Idee wird ohne Zweifel ihren Siegeszug auch auf dem Kontinent antreten, und so sehen wir jetzt schon vor uns, wie bald der sündige Hamburger Kiez, die Düsseldorfer Altstadt und die Fußgängerzone von Bielefeld am Wochenende wie ein einziges Schaumbad anmuten werden, weil lauter Besoffene mit glänzenden Augen eine Seifenblase nach der anderen in die Luft pusten. (http://www.tagesschau.de/schlusslicht/seifenblasen100.html)

Monarchismus im SPD-Blatt

KREIS HÖXTER: Gloria von Thurn und Taxis zu Besuch in Willebadessen
Willebadessen (tyl). Fürstlicher Besuch im Kreis Höxter. Gloria von Thurn und Taxis nahm am Freitagabend als Schirmherrin an einer Benefiz-Gala zugunsten des Frauen- und Kinderschutzhauses in Höxter teil. Veranstalter war die Frauenunion (FU) im Kreis Höxter. Zuvor stattete die 48-jährige Fürstin aus Bayern der Baronin Alexandra Freifrau von Wrede einen offiziellen Besuch ab.

So wirft es unser aller NW an die interessierte Öffentlichkeit (?) und will nicht wahrhaben, dass es in Deutschland zum Glück seit 1920 keine „Fürsten“ mehr gibt. In einigenTagen jährt sich zum 90. Mal die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann (SPD). Zuvor hatten „Fürsten“ und „Könige“ Europa in einen so nie dagewesenen Krieg gestürzt; die neue Republik lehnten sie naturgemäß ab und ließen keine Gelegenheit ungenutzt, ihr Scheitern zu betreiben. Ach, NW, wagt doch mehr Demokratie!

Über die bayerische Schnackselprinzessin und Ratzingerfreundin könnte man noch einige Bände schreiben, aber das verkneife ich mir heute mal.

Herbststimmung

Kastanie und Morgenrot

Holder Lenz, du bist dahin!
Nirgends, nirgends darfst du bleiben!
Wo ich sah dein frohes Blühn,
Braust des Herbstes banges Treiben.

Wie der Wind so traurig fuhr
Durch den Strauch, als ob er weine;
Sterbeseufzer der Natur
Schauern durch die welken Haine.

Wieder ist, wie bald! wie bald!
Mir ein Jahr dahingeschwunden.
Fragend rauscht es aus dem Wald:
„Hat dein Herz sein Glück gefunden?“

Waldesrauschen, wunderbar
Hast du mir das Herz getroffen!
Treulich bringt ein jedes Jahr
Welkes Laub und welkes Hoffen.

Nikolaus Lenau (1802-1850)

Unterschiedliche Widersprüche

Die NW berichtet über den vorgetäuschten Mordanschlag an der Finkenstraße (in Wirklichkeit war es ein „Unfall“ beim Hantieren mit einer illegalen Schusswaffe) und übertrifft sich wieder selbst:

Die Widersprüche bei den Vernehmungen von Opfer, Freund und drei weiteren Bekannten, die ebenfalls am Tatabend (8. Oktober) in der Wohnung der 24-Jährigen gewesen sein sollen, seien völlig unterschiedlich gewesen, erklärte Staatsanwalt Christoph Mackel.

Warum haben alle Medien  einem bekanntermaßen kriminellen Klan die Lügengeschichte kritiklos als Fakt abgekauft und kolportiert?

„Cihan M.“ ist wegen diverser Drogendelikte vorbestraft, sein Vater und Großvater wurden bereits früher wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt. Damals wurden zudem 8 Kilo Haschisch im durchsuchten Haus der ostanatolischen Großfamilie sichergestellt. Warum ist diese kriminelle Bagage nicht längst aus Deutschland ausgewiesen worden? Ich wünsche diesen netten Menschen eine gründliche Untersuchung ihrer Machenschaften durch die gewissenhaften Behörden im Heimatland.

Du kommst sehr schnell zum Ziele…

mielemiele.jpg

Diesen nicht gerade scheckheftgepflegten, aber eindeutig fahrbereiten Drahtesel entdeckte der Blitzmerker vorhin beim neugierigen Discounter seines Vertrauens und kam darob ins Sinnieren:

Waren die Zeiten, als Miele noch Fahrräder zusammenschraubte und die Butter so billig war, wirklich für die meisten Menschen besser als heute? Die Antwort kennen wohl nur Ältere.