Meinungszensur bei Ostwestfalens Starteam

Die Fußballer von Arminia Bielefeld durften nach dem Spiel gegen den Karlsruher SC (0:0) keine Interviews geben. Grund dafür ist ein Bericht im Westfalenblatt über einen möglichen Wechsel des Spielers Fabian Klos zum SC Paderborn.  Laut Geschäftsführer Marcus Uhlig war „der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts über einen möglichen Wechsel unseres Stürmers Fabian Klos zum SC Paderborn sehr unglücklich.“ Dies habe dem Verein geschadet und verärgert. Deshalb sollten sich die Spieler „bedeckt halten“.

Das Westfalenblatt hatte am Freitag darüber berichtet, daß der Zweitligist SC Paderborn Interesse am derzeit erfolgreichsten Torschützen der 3. Liga habe. So ein Bericht bringe laut Arminia Trainer Krämer Unruhe in die Mannschaft und sei, speziell bei Klos, nicht leistungsfördernd. Nun, wäre an den Gerüchten tatsächlich etwas dran, wäre dieses Interviewverbot nachvollziehbar. Da es aber keinen ersichtlichen Grund für einen Wechsel gibt sind solche Dinge irrelevant. Die Spieler sollten mental und fit genug sein um so etwas wegzustecken. Wichtiger wäre eine Vertragsverlängerung zu relativ guten Konditionen mit und für Herrn Klos zu prüfen. Was nützt es übrigens wenn er in die 2. Liga hochwechselt und Bielefeld zieht hinterher? Mehr Geld bekommt er auf lange Sicht so oder so und die Karriere wird durch einen Verbleib bei Arminia auch nicht ernsthaft beeinträchtigt. Im Falle eines Wechsels könnte Fabian Klos sogar zum Buhmann werden, was eine größere Belastung seiner Fußballerseele nach sich zieht als irgend welche Transfergerüchte.

Ein Interviewverbot der Mannschaft, ein kollektiver Maulkorb wegen einem einzelnen ist jedenfalls falsch und wird sich möglicherweise in den nächsten Ergebnissen der dritten Liga wiederspiegeln.