Bethel: Tarnen, Täuschen, Turbokapitalismus

In Bethel zählt nur noch eins, cash. Die Geschichte der ehmaligen Wäscherei Bethel und wie man sich auf elegante Art und Weise 70 Mitarbeiter entledigte, sind ein Beleg dafür.

Am Sonntag gehen sie in die Kirche, beten, singen und halten von Altar und Kanzel ihre Schäfchen dazu an, ein gottgefälliges Leben zu führen. In der Woche da tricksen und täuschen sie. Gewinnmaximierung ist ihr erklärtes Ziel. Raubtierkapitalismus ihre Methode. Am Sonntag predigen sie Barmherzigkeit in der Woche ist ihr Prinzip Hire and Fire. Am Sonntag zitieren sie aus der Bergpredigt, in der Woche kennen sie keine Menschlichkeit, da werden ihre Untergebenen ausgenutzt, ausgelutscht und wenn sie nicht mehr profitabel arbeiten, entsorgt.
Die Rede ist vom Vorstand der Bethelstiftung, die Herren Pastoren Ulrich Pohl, Bernhard Wolf, Dr. Johannes Feldmann, der Dipl. Kaufmann Dr. Rainer Norden, der Jurist Thomas Oelkers und der Dipl. Psychologe Dr. Günther Wienberg.
Worum gehts? Im Jahre 2005 kam man in Bethel zu der Erkenntnis, dass die Stiftungseigene Wäscherei finanziell ein Klotz am christlich- barmherzigem Bein sei. Die Geschäfte in Bethel gingen schlecht und weil die Barmherzigkeit unter dem Strich der Bilanzen endet, mussten Opfer gebracht werden. Und da die Armen ja schon im Besitz des Himmelreichs sind, schien es den Herren nicht mehr als gerecht, sie auf Erden noch ein kleinwenig bluten zu lassen.
Die Wäscherei wurde outgesourct. Siebzig Fresser weniger am Tisch des Herrn. Natürlich wurde die Fa. Bardusch Textil-Mietservice verpflichtet alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen und nach Tarif zu bezahlen. (Sowas macht sich gut in der Presse.)
Jetzt, nach nunmehr sechs Jahren lassen die kirchlichen Herren diesen Vertrag auslaufen und schliessen einen neuen, mit einem Unternehmen das keine Tariflöhne bezahlt. Bardusch muss nun höchstwahrscheinlich den Standort Bethel schliessen und die ehemaligen Bethelmitarbeiter entlassen. So macht man das, davon könnte so mancher Turbokapitalist noch einiges lernen.
Natürlich machen sich die Herren in den Talaren und den weissen Kragen die Finger nicht selbst schmutzig. Dafür holt man sich jemand, einen Sanierer, einen, für den Anstand und Menschlichkeit ein Fremdwort ist, einen, der  skrupellos und für Geld zu allem fähig und bereit ist.
So einen fand man in Heiner Meyer zu Lösebeck. Der war gerade vom Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg, LBK, als Geschäftsführer gefeuert worden. Dort hatte er eine Spur des sozialen Kahlschlags hinterlassen.
Die LBK trat unter seiner Ägide aus dem kommunalen Arbeitgeberverband aus, er entließ mehrere Hundert Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, kürzte die Löhne und Gehälter um 10%, verlängerte die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden und strich Weihnachts- und Urlaubsgeld. http://www.abendblatt.de/hamburg/article334107/LBK-Vorstand-verteidigt-harten-Sanierungskurs.html
Soll keiner sagen, man habe dies oder das nicht gewollt. Die Herren Obersamariter haben genau gewusst wen sie sich da ins Haus holten, denn nur wegen Meyer zu Lösebecks absoluter S……………… wurde er engagiert.

Anmerkung: Leider mussten wir hier einen Begriff „entschärfen“, der rechtliche Maßnahmen nach sich ziehen könnte. Oder entsprechenden Link auf Hamburger Medien mit einschlägigen Nachrichten setzen.

11 Gedanken zu „Bethel: Tarnen, Täuschen, Turbokapitalismus

  1. textexter

    Wie kommentieren die hiesigen Medien die Entwicklung in Bethel?

  2. Joachim

    Bin ganz Deiner Meinung! Die Schwachen in dieser Gesellschaft haben keinen Wert! Es geht nur nach Verwertbarkeit des Menschen.

  3. rainman

    @Joachim

    du fänst schon wieder an, dein Gefühl von der eigenen wertlosigkeit auf andere zu projizieren!

    Was Notepicker und m.E. hier mitteilen wollte, ist hauptsächlich die Tatsache, dass kirchliche Amts- und Würdenträger, teils scheinheilig, teils offen genauso nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung vorgehen, wie andere kapitalistische Unternehmen. Und dabei auch noch super erfolgreich sind.

  4. witheboard

    Austreten aus diesen Sekten, und zwar sofort!
    Es geht auch ohne.

  5. Joachim

    Hallo lieber Rainman,
    Du hast anscheinend wirklich nichts begriffen. Sag mir erst einmal, was der Wert des Wert des Menschen für Dich ausmacht. Deine Meinung scheint wohl die einzig richtige zu sein. Und deine Küchenpsychologie solltest Du bei deinesgleichen anwenden. Wenn Du vielleicht einmal ein wenig in Dich gehen würdest könntest du was verstehen. Frag mal die Betroffenen in Bethel. Da nutzt Deine ach so schlaue Feststellung gar nichts. Erst wenn die Menschen es emotional spüren, sind sie bereit etwas zu ändern. Das was läuft wissen die Menschen schon lange. Nur um etwas zu verändern braucht es schon ein wenig mehr!

  6. epsilon

    Danke, endlich verstehe ich mal die Proteste gegen Bethel.

    Deswegen alle Christen, Pastoren zu verunglimpfen ist aber nicht korrekt. Es gibt z.B. in Bielefeld eine Reihe von Pastoren die Kirchenasyl organisieren.

  7. background

    @Joachim

    du irrst dich. Rainman hat – im Gegensatz zu dir – sehr wohl begriffen, worum es geht.

    Wer sich allerdings wie du für einen Looser hält, womit ich nicht sagen will, dass du einer bist, wird überall Looser sehen.

    Kostenloser Tipp:
    einfach mal den Fokus wechseln.

    Nix zu Danken.

  8. notepicker

    @epsilon
    Ich „verunglimpfe“ keineswegs alle Christen, Pastore. Ich nenne die, die ich meine sogar beim Namen:

    „Die Rede ist vom Vorstand der Bethelstiftung, die Herren Pastoren Ulrich Pohl, Bernhard Wolf, Dr. Johannes Feldmann, der Dipl. Kaufmann Dr. Rainer Norden, der Jurist Thomas Oelkers und der Dipl. Psychologe Dr. Günther Wienberg.“

    Ausserdem zeige ich nur den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei diesen Herren auf. Das würde ich nicht als verunglimpfen bezeichnen.

  9. Joachim

    Lieber Gott backround,
    ich maße mir nicht an Leute zu bewerten. Aber vielleicht kannst Du mir erklären, was in Deinen Auge ein Looser ist. Jemand der meint, nur seine eigene Sichtweise ist die einzig richtige, ist für mich ein Allwisennder! Ach, und was soll man denn mit den sogenannten Loosern machen? Ich Dummer bin immer dankbar für Ratschläge von solchen Allwissenden wie Euch!

  10. background

    @Joachim,

    ein Gott bin ich nicht, aber ich nenne mich hier background.
    Mit „g“.

    Die Bezeichnung Allwissender trifft die Sache schon eher.

    Und einen kostenlosen Tipp habe ich dir weiter oben schon gegeben. Befolge ihn einfach.

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