Afghanistan und der Rückzug und die Rolle der Bundeswehr

Unabhängig vom genauen Abzugstermin, finde ich, daß man bloß aufpassen sollte, daß unsere Soldaten nicht nach 3 Wochen gleich wieder zurück müssen, weil die Afghanen in Anarchie, Korruption und erneuten Bürgerkriegszuständen versinken. Die Taliban werden zwar so einfach nicht mehr an die Macht kommen, dafür haben sie sich zu unbeliebt gemacht, aber entmachtet heißt nicht, daß die Bedrohung deswegen beseitigt ist. Es ist genauso wie im Irak, da gehen die Amerikaner auch einfach so heraus und überlassen die Iraker sich selber.

Man sollte warten, bis zumindest Hamid Karsai weg ist und ab dem Ende seiner Amtszeit, 2014 wenn ich mich recht erinnere mit einem Stufenabzug beginnen. Erst die Soldaten, sobald die bis 2018 weg sind die zivilen Aufbauhelfer stufenweise reduzieren bis 2020.

Auf diese Weise sind Sicherheit und Stabilität gewährleistet und mit dem Ende der Amtszeit Karsais ist ein Korruptionskönig weniger da.

Eine offensive Kriegsführung deutscher Soldaten wäre nicht verkehrt. Man hat sich schon schwer genug damit getan überhaupt Auslandseinsätze wieder zuzulassen, alles wegen eines Konfliktes, welcher seit Jahrzehnten aus ist. Es wird immer noch daran herumgeknapst.

Niemand wünscht, daß deutsche Bürger fallen, doch es gehört dazu. Es wäre nicht verkehrt, wenn die Bundeswehr von der passiven Kriegerrolle herunterfährt und zeigt, was sie tatsächlich kann. Dann wissen die Gegner der abendländischen Kultur, daß nicht bloß die Anglo-amerikanischen Streitkräfte kämpfen können und sie wissen was Sache ist.

Man erfährt es regelmäßig aus den Medien. Nie sind es deutsche Soldaten allein, welche an Konflikten beteiligt sind. Immer entweder zusammen mit den Afghanen oder als Teil einer Offensive. Soll das etwa bedeuten, die BW schickt andere Truppen vor und kommt dann nach, oder ist es schlimm, wenn die Bundeswehr mal alleine irgend wo antritt, weil dann deren Image zerstört wäre?

Ich spreche nicht von Attentaten und Gegenwehr, sondern von tatsächlichen Kampfhandlungen und Schlachten.

Das kommt davon, wenn man jahrzehntelang die deutschen Streitkräfte als passive Krieger behandelt, welche immer nur Gewehr bei Fuß stehen, als Abschreckung nach dem Osten. Konnte niemand mit rechnen, daß sie mal ins Ausland gehen. Heute sind die regulären Truppen so drauf, wie unser Volkssturm am Ende des Krieges, als die Amerikaner kamen. Was haben wir über die Italiener in Afrika damals gemeckert. Heute meckern die Amis über uns in Afghanistan.

Steht alles bei Paul Carell: Die Wüstenfüchse! Mit Rommel in Afrika!

Nun wohl, Inlandseinsätze der Bundeswehr sind ja bereits möglich. Wäre das nicht der Fall, dürfte sie bei Flutkatastrophen nicht einmal Sandsäcke schleppen, geschweige denn Rettungsflüge durchführen. Es ist mehr die Frage, ob man den Streitkräften im Rahmen der Terrorismusbekämpfung auch noch Polizeiaufgaben überträgt.

Man kann schon mehr im Militär sehen. Selbst im Kriege kann der Feind zum Freund werden und sein Brot mit ihm teilen. Man denke an Weihnachten 1914 oder an die Ritterlichkeit im Seekrieg mit England.

Gleichwohl gilt auch:

Es gibt gewisse Idioten, welche den Krieg verherrlichen. Mit der Ausrede, daß man sich der Gefallenen und der Soldaten erinnern will, welches zwar nicht verkehrt ist, aber man macht schmutzige, naiv-militaristische und kriegshetzerische und neofaschistische und nationalsozialistische Propaganda.

Das Heldentum, die Aufopferung, der Soldat, der sterbend noch dem fliehenden Feind sein Bajonett nachwirft, die Brücke von Remhagen und deren Folgen und der Kampfschwimmer der Marine und der SS, Narvik und Salerno, der Schnaps (2 x 2 für Ostpreußen, ;-)), das Führerhauptquartier und die OHL, der murmelnde Rhein

( http://www.youtube.com/watch?v=S1KiV1Tl-tU&feature=related ),

der Siegesbericht, das unerbittliche Schicksal, alles schöne Sache zu Ehren von vergangenen Zeiten, in denen Fehler begangen wurden, aber welche dienlich sind, den jungen Menschen, zu denen ich mich auch noch relativ zählen kann, den Kopf zu verdrehen und kriminelle Propaganda zu machen und den Haß gegen Frieden und Völkerfreundchaft zu streuen.

Da kommt man auch sofort mit den verlorenen Gebieten seit dem 1. Weltkrieg (für die trete ich auch ein), mit Katyn, den Greueln der Titopartisanen, der Gestapo und der SS und dem SD, Guido Knopp, der das alles zu interpretieren versucht, mit Stalin, Komitern, mit Amerika, UNO, Nato, Kohl, Genscher, Schill (war lange dabei), dem Vatikan, Christus, den Feinden der Religion oder der freiheitlich demokratíschen Grundordnung, um zum Schluß zu gelangen, daß alles schlimm und scheiße ist und daß man auf alle Fälle was anderes haben muß als das bestehende System.

2 Gedanken zu „Afghanistan und der Rückzug und die Rolle der Bundeswehr

  1. textexter

    Unter anderem zu diesem Thema habe ich das Buch von Jürgen Todenhöfer „Teile Dein Glück!“ gelesen. Obwohl „uraltes“ CDU-Mitglied ein vehementer Kritiker der US-amerikanischen und deutschen Kriegspolitik und Kenner nicht nur des Irak und Afghanistans.

  2. notepicker

    Ich kann zu diesem Thema noch die Bücher „Tee mit dem Teufel“ von Reinhard Erös, „Sprengsatz Afghanistan“ von Christoph R. Hörstel und „Taliban“ von Ahmed Rashid empfehlen.
    Übrigens ist Todenhöfer nicht irgend ein CDU-Mitglied. Früher war das ein solcher Wadenbeisser, daß Herbert Wehner ihn Hodentöter nannte. Der ist durch Anschauuung und eigene Erfahrung vom Saulus zum Paulus mutiert.

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