Das Verursacherprinzip

Erst fegen, dann feiern. Oder umgekehrt? Die Pressemeldungen der Metropole haben uns das Jahr über begleitet. Klar in der Aussage. Der Ton hart an Hauptmann Köpenicks: „Hamse gejefegt?“:

Alle Jahre wieder werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Umweltbetriebes vor eine besonders arbeitsintensive Aufgabe gestellt: Die Bielefelder Straßen und Grünanlagen müssen von den Überresten der Neujahrsnacht befreit werden. Bereits in den frühen Stunden des neuen Jahres rücken die ersten Kehrmaschinen und mehrere Arbeitsgruppen aus, um die Reste der Feierlichkeiten zu beseitigen. Feuerwerksmüll, Plastikbecher und -flaschen sowie leider auch Glas und Glasscherben zieren in Mengen Straßen und Gehwege, aber auch Grünflächen. Der Umweltbetrieb bittet alle Bielefelderinnen und Bielefelder, ihm unterstützend zur Seite zu stehen und die Überreste der Silvesterfeier zeitnah selbst zu beseitigen, um den Aufwand zu senken. Wer feiert, der kann auch fegen und säubern, meint der Umweltbetrieb. Nach dem Verursacherprinzip sind nicht nur die Gehwege zu reinigen, sondern – bei außergewöhnlichen Verunreinigungen – auch anliegende Straßen. Grünanlagen sind schneller wieder sauber, wenn sich Abfälle, die von der Silvesterknallerei übrig bleiben, nicht erst durch Feuchtigkeit und andere Einwirkungen in kleine Bestandteile auflösen können. Die Abfälle können über die graue Restmülltonne entsorgt werden. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass Böller & Co beim Einwerfen in den Behälter komplett erloschen sind. Glasreste gehören selbstverständlich in die Sammelcontainer, um Menschen, Tiere sowie Auto- und Fahrradreifen nicht zu gefährden.

Was würden unsere Verwaltungsbehörden eigentlich machen, wenn die Bürger die guten, da strafbewehrten Ratschläge einfach mal ad absurdum führen würden?

2 Gedanken zu „Das Verursacherprinzip

  1. blitzmerker

    Wie das?
    So gründlich fegen, dass die Einsatzkräfte unverrichteter Dinge (doch umso zerknirschter) wieder abrücken müssen?

  2. KRAWALLI

    Der „Siggi“ sieht heute wieder aus wie die allergrößte Sau! – Nichts gegen Schweine,… aber die Überreste der „Böllerei“ im Bielefelder Westen sind jedes Jahr wieder schockierend!

    Beim „Böllern“ geht es ja nicht darum, Arbeitsplätze bei der städtischen Straßenreinigung zu schaffen! Denn die Mitarbeiter dort hätten vielleicht auch gerne einen geruhsamen Feiertag!!!

    Wie dem auch sei… Es ist eben wieder einmal ein Jahr vorbei…

    Die „Böllerei“ ist das allerbeste Symbol dafür, Geld zu verbrennen und paßt somit – wie seit langer Zeit nicht mehr – bestens in eine Zeit, in der das Verbrennen von Kapital zum Alltag gehört…

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