Renaissance von „Geiz ist geil“

Die Läden sind oft trist, die Waren einfach nur billig. In den Filialen der EuroShops haben alle Artikel eines gemein: Sie kosten nur einen Euro – vom Brillenetui bis zur Klobürste. Die Waren kommen überwiegend aus Fernost oder sind Restposten. Zielgruppe sind „alle, die sparen müssen und alle, die sparen wollen“. Diese EuroShops, Resterampen, Mäc-Geiz-Läden oder Textildiscounter wie Kik, Takko und NKD sind in den Innenstädten schon länger auf dem Vormarsch, oft sogar in guten Lagen. In Zeiten schwächelnder Konjunktur und flauer Konsumstimmung gewinnen sie zunehmend Kunden. Auch hier in Bielefeld. Auch hier in OWL. „Die Gruppe derjenigen, die sich in Deutschland nichts mehr leisten kann, wächst“, beobachten Handelsexperten und sprechen sogar von einer dramatischen Entwicklung.

„Die vor uns liegende Zeit ist die perfekte Zeit für Discounter“, betont Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub. Profitieren könne von der neuen Sparsamkeit der Bundesbürger sicher die Tengelmann-Billigkette Kik mit ihren mittlerweile 2239 Filialen, hofft er. Allein im vergangenen Jahr konnte Kik, die auch mit dem Slogan „Nur nackt ist billiger! – Kleidung clever kaufen“ werben, kräftig wachsen. Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Allein in Deutschland sieht Tengelmann (Plus, Kik, Obi) ein Potenzial für insgesamt 3000 Filialen.

Herrliche Aussichten. Billigramsch aus Fernost. Dazu demnächst der „Billig-Caffeé“ im Shop nebenan mit Blick auf die wühlenden Massen. Aufschwung, der angekommen ist, schlägt sich offensichtlich bltzschnell in aufgerissenen Kartons mit Absender „Made in China“ wider. Und von den Rundständern bei KIK wollen wir gar nicht reden.

Ein Gedanke zu „Renaissance von „Geiz ist geil“

  1. mj

    AUCH in Bielefeld? GERADE in Bielefeld kann sich keiner mehr was leisten. Von Kaufkraft kann ja wohl in OWL keine Rede mehr sein! Strukturschwach und weit unterhalb des Bundesdurchschnitts!

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