Milchpreisdiskussion auch in Bielefeld

Geht man an den Milchregalen hiesiger Discounter, Supermärkte oder anderer Lebensmittelhandelsformen vorbei, hat sich preislich nur wenig getan. Aber es soll ja noch kommen, glaubt man den bundesweiten Meinungshysterikern. Es wird sich am Markt kaum durchsetzen lassen, den Liter Milch um 50% zu erhöhen. Denn mittlerweile regnet es in Australien wieder und die dortigen Kühe liefern wieder Milch. Schlimmer ist mittel – und langfristig der Ausstieg vieler Bauern – auch hier in Ostwestfalen – aus der Milchviehhaltung. Der Grund: Die Erzeugerpreise sanken unter den Einkaufspreis. Da rächt sich, was in Deutschland in den letzten Jahren wie eine Abwärtsspirale wirkte: Die Masse des Volkes will oder kann angemessene Preise für höherwertige Lebensmittel nicht zahlen. Und so sieht man dann eben in den Discountertruhen das Billigfleisch aus dem benachbarten Rheda-Wiedenbrück, aus dem Vollen von polnischen Billigstarbeitern geschlagen, um den Milliardenumsatz der dortigen Dynastie weiter zu steigern. Ein Teil des Gewinnes dürfte sich auf Schalke wiederfinden, ist der Fleischhauer-Boß doch beim Fußball-Bundesligisten an führender Stelle des ewigen Zweiten der Herzen. Oder bekommt Kevin Kurany nur Edelschnitzel von glücklichen Schweinen aus Einzelhaltung?

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2 Gedanken zu „Milchpreisdiskussion auch in Bielefeld

  1. herostratos

    Gut auf den Punkt gebracht. Die Preise für Milchprodukte entsprechen schon lange nicht mehr der allgemeinen Preisentwicklung. Der wahre Preis, den die Verbraucher für die Lebensmittel zahlen, ist weitaus höher: Entweder muss subventioniert werden oder die Qualität geht in den Keller. Ware nach Geld gilt immer noch…. Und was machen die Medien im Sommerloch? Stürzen sich in Ermangelung einer erfrischenden Vogelgrippe oder eines rettenden Tsunami auf dieses Thema, fragen jeden Otto Normalverbraucher suggestiv , ob er die kommende Preiserhöhung gut findet, und so quakt’s derzeit aus allen Spalten und Sendern. Wie wär’s denn, wenn man die Tageszeitung für 15 Cent das Stück, wie ein rohes Ei, verscherbeln würde…?

  2. textexter Artikelautor

    Wär nicht schlecht,. Man könnte die rohen verteuerten Eier demnächst drin einwickeln und sie den gleichsabbelnden Redakteuren um die Ohren hauen.

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