Die ewig gleichen Lokalthemen

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Lothar Schmalen, dem Lokalchef der NW Neue Westfälische Zeitung, gehen die Themen nie aus. Wie auch. Sie sind Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag vorgegeben. Waschanlagen, Wetter, Gefälligkeitsberichte der Schützenvereine, Jubiläen. Das, was man „wahres Leben“ nennt und die Leute bewegt, kommt eher marginal vor. Die Tragik der Holzmedien. Was des nächtens die Rotationsmaschinen verläßt, ist eigentlich schon brennbares Altpapier. Wer sich schneller informieren will, guckt woanders nach. Mich wundert, warum man seine letzten Stärken – die genaue Recherche, die Vernetztheit, das „hinter die Kulissen gucken“, das Kommentieren – nicht ausspielt und stattdessen auf aktuell versucht. Kann logischerweise nicht richtig klappen.

Der „Napoleon der Prellböcke“ auf der Titelseite. Unkritisch mit der schon längst von Analysten entzauberten Zeile „Konzern schreibt Milliarden-Gewinn“. Gestern ein lascher PR-Bericht über Tausendsassa Arend Oetker.

So schauen wir uns dann Dienstagmorgen an, was Montagnachmittag bei den Schröderfreunden „unter blauem Himmel fein herausgeputzt anschließend mit der Sonne um die Wette strahlte“. Kannten die Brüder Grimm eigentlich schon für ihre Holzlaufräder die Waschanlage an der Gütersloher? Im „Best“-Paket gäb es sogar „Nanoglanz“ dazu.

Da strahlt der Himmel! Und jetzt alle: „Qualität ist das beste Rezept!“. Jawohl. Wer will schon Mist kochen.

Ein Gedanke zu „Die ewig gleichen Lokalthemen

  1. ALGIINeinDanke

    Apropos „Gefälligkeitsberichte“: Die Neue Westfälische hat diese journalistische Darstellungsform nun offensichtlich auch auf den Bielefelder Sozialdezernenten Tim Kähler und die Arbeitplus in Bielefeld GmbH ausgeweitet.

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