Demographiestempel?

Die Demographiebeauftragte der Stadt Susanne Tatje hat einen Demographiestempel für die Dezernate entwickelt, mit der bei künftigen Planungen der Verwaltung der Faktor Demographie berücksichtigt wird. Mit dieser Handreichung, die auch einen Fragebogen für die neuen Konzepte und Projekte enthält, erläutert sie, welche demographierelevanten Aspekte es für Planungskonzepte und Projekte gibt. Außerdem soll die Handreichung eine konkrete Hilfestellung bieten, um für die Aufgabenbereiche in den Ämtern und Dezernaten möglichst schnell abzuklären, ob und inwieweit die facettenreiche, sich verändernde Bevölkerungsstruktur in Bielefeld bedacht worden ist.

Bei der Etablierung der demographieorientierten Sichtweise geht es nicht um eine konkurrierende, sondern um eine ergänzende Steuerung. Notwendig sei jedoch auch, so Oberbürgermeister Pit Clausen, ein „demographischer Blick“ auf Themen, um passgenaue Konzepte und Projekte zu entwickeln. Pit Clausen: „Eine stärkere Verknüpfung einzelner fachpolitischer Handlungsfelder ist auch unter diesem Gesichtspunkt geboten. Bei der Priorisierung von Projekten ist der demographische Aspekt zu bedenken“. Der Fragebogen ist als Instrument gedacht, diesen Prozess zu unterstützen. Ziel ist, bei Abstimmungen und Mitzeichnungen möglichst einheitliche demographieorientierte Kriterien anzulegen und Transparenz für Einschätzungen und Entscheidungen herzustellen. Susanne Tatje: „Mit Hilfe des Fragebogens möchte ich den Dezernaten eine Richtschnur zur Verfügung stellen, so dass demographiepolitische Erfordernisse frühzeitig bei Planungsvorhaben berücksichtigt werden können.“

Dem Fragebogen sind die Demographie-Aspekte des „Weniger-, Älter- und Bunter-Werdens“ zu Grunde gelegt. Es geht um zentrale demographische Aspekte, die bei Planungsvorhaben und neuen Projekten der Dezernate im Kontext der demographischen Entwicklung bedacht werden sollen. Wichtige Grundlage für die demographische Entwicklungsplanung in Bielefeld ist das strategische Demographiekonzept „Demographischer Wandel als Chance?“ mit den sechs Handlungsschwerpunkten Integration, Stadtentwicklung, Bildung, Familie, Gesundheit und Wirtschaft. Dieses Konzept hat der Rat der Stadt im August 2006 fraktionsübergreifend und einstimmig beschlossen. Es ist damit eine Richtschnur für zukünftige Schwerpunkte der Stadt und dient als Leitfaden, um den demographischen Wandel in Bielefeld aktiv zu gestalten.

Wie die Pressemeldung der Glitzermetropole berichtet, kümmert man sich also um den „demographischen Wandel“. Ok. Aber was, wer, wann, wie, wo wird da „gestempelt“? Oder ist das nur dem Behördenjargon geschuldet, der alles irgenhdwie „stempelt“?