Gedanken zum Weihnachtsmarkt

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Man kommt aus der Bahn, die ersten Menschen mit Glühweinfahnen kommen einem entgegen. Es ist kalt. Fernsehteams interviewen Passanten über die Polizeipräsenz. Vorweg: Habe nicht einen Polizisten gesehen. Das Rathaus ist grün illuminiert. Kaum lesbar der Satz „Städte gegen die Todesstrafe“. Es wird kälter. Die Suche nach Weihnachtsgeschenken hat begonnen. An jedem Stand gibt es Essen, Glühwein, Holzbasteleien, Essen, Glühwein, Schmuck, Essen, Glühwein, Essen und nicht zu vergessen: Glühwein. Nun heißt es: Rein in die Geschäfte. Eine alte Dame berichtet, dass sie zu Hause schon einen Karton mit silbernem und einen mit goldenem Weihnachtsschmuck hat. Sie entschloss sich nicht, den roten Weihnachtsschmuck zu kaufen, weil sie dafür keinen Karton hätte. Nun denn. Nach 2 Stunden hatte ich eine Tüte voll mit Geschenken, aber nicht mit dem, was ich eigentlich wollte. Es wird zu kalt. Ab nach Hause. Vorbei an den Glühweinleichen und deren Kindern im Riesenrad. Ich höre noch den Elch singen und frage mich „Warum hat Bielefeld ein Imageproblem?“ Rein in die Bahn und weg!

14 Gedanken zu „Gedanken zum Weihnachtsmarkt

  1. Dougan

    Eine alte Dame berichtet, dass sie zu Hause schon einen Karton mit silbernem und einen mit goldenem Weihnachtsschmuck hat. Sie entschloss sich nicht, den roten Weihnachtsschmuck zu kaufen, weil sie dafür keinen Karton hätte.

    Hallo? Sinn? 😉

    Nun, es ist nicht verwunderlich daß neben der üblichen „Besinnlichkeit“, welche nicht mal in allen Familien vorkommt, das Geschäft im Fokus steht. Ich glaube, wenn jenes „Geburtstagskind“ um das es am heiligen Abend geht, gewußt hätte was 1.980 Jahre im Zusammenhang mit seinem Andenken passiert, so wäre wohl manches anders gekommen.^^

    Immerhin, die AL liegt in Deutschland zwar weiterhin bei 7 %, doch sinken tut sie stetig, zur Zeit auf unter DREI Millionen (!). Die Konjunktur steigt auch an und wird durch die Adventszeit, Weihnachten und Silvester nachhaltig beflügelt.

    Mich selber betrübt es bei aller Vorfreude und einem schönen Gehaltseingang nur, wenn ich an die vielen Obdachlosen denken die WÄHREND dieser Zeit abkratzen werden. Duch Erfrieren oder Besaufens, weil sonst keiner da oder beides…

  2. primula vulgaris

    Ich verschenke nichts (mehr), weil sowieso alle alles haben, was sie schon immer haben wollten. Seitdem muss ich im Dezember nicht mehr in die Innenstadt und kann mir das lästige Umrunden straßensperrender, kollektiv angesoffener Menschentrauben ersparen. So macht Weihnachten wieder Freude! 🙂

  3. Reno Vegas

    Mittagspause auf dem Weihnachtsmarkt:
    Eine Currywurst: 2,60 … Sättigung? Ungenügend.
    Nachschlag ein paar Buden weiter: Eine sogenannte „Currywurst-Pfanne“ für 3,- … mit ein paar Matschzwiebeln drauf 3,50! … zweifelhaft, ob da überhaupt eine vollständige Bratwurst in Brocken im Schälchen liegt … Sättigungsgefühl stellt sich immer noch nur widerwillig ein.
    Gedanken an der S-Bahnhaltestelle: Ein paar Bissen Fleischbrät in seltsamen Currysoßen für über 6 Euro versenkt. „12 Mark!!!“ Ruft die fränkische Hausfrau im Hinterkopf, und dass früher alles viel billiger war. …

  4. primula vulgaris

    Glaubst Du alles, was in der BLÖD-Zeitung steht?
    Zum einen wird die Zahl der Arbeitslosen seit Jahren schöngerechnet, indem einfach alle möglichen Personengruppen aus der Gruppe der Arbeitslosen herausgenommen werden.
    Zum anderen wäre die Zahl der (vernünftig) Beschäftigten bzw. das Äquivalent der vollzeitig Beschäftigten über die Jahre betrachtet (und gern auch im Vergleich zur jährlichen Anzahl der nicht Berufstätigen, also Kinder, Schüler, Studenten, Azubis, Rentner, Berufsunfähige, Arbeitslose, herausgerechnete Arbeitslose usw.) die viel aussagekräftigere Größe.

  5. primula vulgaris

    Jau, wenn Bielefake ’nen Kopfbahnhof hätt, dann gäb’s den Jahnplatz so nicht und ich müsst für jede Bahnfahrt zahlreich Fress-, Sauf- und Tandbuden umrunden. Sofort wär ich für B21!

  6. Dougan

    @primula vulgaris:

    Wenn ich mich über solche Dinge wie die Arbeitslosenzahlen an Weihnachten äußere, so beziehe ich mich da in keinster Weise auf die Bildzeitung, welche ich nur aus Vergnügen lese und im Notfall sie für die dringensten Informationen ausreicht. Im Ausland oder in einer anderen Stadt oder wenn man keine Zeit hatte die eigentlichen Infoquellen zu nutzen, welche man sonst verwendet.

    Daß sie schöngerechnet werden ist seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis. Daß die AL, die Dunkelziffer mit einbezogen, durchaus doppelt so hoch ist, ist mir auch bekannt.

    Und doch, wo möchtest Du mir widersprechen? Vor allem was die Obdachlosen betrifft, welche verrecken werden…?

  7. omega

    @ Dougan
    NACHHALTIGER Schwachsinn ist z. B. dieser Satz: „Die Konjunktur steigt auch an und wird durch die Adventszeit, Weihnachten und Silvester nachhaltig beflügelt.“

    Im Übrigen sind „Obdachlose“ nichts anderes als wohnungslose Langzeitarbeitslose. Du kannst sie vor dem „Verrecken“ bewahren, indem du sie über den Winter zu Dir nach Hause einlädst.
    Eine alte chinesische Weisheit lautet: Besser als über die Dunkelheit zu klagen ist es, eine Kerze anzuzünden.

  8. Dougan

    Wo ist o.g. Satz Schwachsinn? Von ansteigender Konjunktur berichten die Medien und daß die Konjunktur durch Weihnachten und Silvester ansteigt ist eine logische Gesetzmäßigkeit im System. Die Leute geben trotz Krise & Co. mehr aus als sonst, Jobangebote aufgrund der Adventszeit vermehren sich. Da hat man auch im neuen Jahr noch was davon.

    Wer obdachlos ist ist am beschißensten dran. Was machst Du denn für diese Leute?

    Denken, Lesen, Schreiben ist immer besser als im genau umgekehrten Fall.^^

  9. Dougan

    Wenn die Bild blöd ist, wieso liest Du sie dann, Primula Vulgaris?

    Mir scheint zudem, als ob das intellektuelle Niveau der Bildzeitung hier im Blog auch anschlägt, zumindest, wenn man sich die Äußerungen von Omega zu Gemüte führt… 😉

  10. background

    Kleiner Tip, Dougan: Einfach mal ein Wörterbuch öffnen und nachschauen was nachhaltig bedeutet.
    @omega
    Konfuzius sagt, Perlen vor die Säue ist wie Leberwurst mit Rübenkraut.

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