Nimmersatter Bünemann

Der Mannesmann-Prozeß ist soeben skandalösspektakulär zu Ende gegangen. Aber das, was hier in Ostwestfalen-Lippe um einen gewissen Herrn Joachim Bünemann los ist, toppt sogar die Düsseldorfer Jurashow.

Bünemann, seines Zeichens derzeit ruhender („Krankheit“) Vorsteher des zu Ostwestfalen-Lippe gehörenden Landesverbandes Lippe und SPD-Multifunktionär mit sage und schreibe weiteren 15 Funktionen in allen möglichen Verbänden, Gremien und Gruppierungen bekam den Hals nicht voll, als es im Jahre 2001 galt, die Kosten des Hochzeitsessens seiner Tochter (ca. 2.500 Euro) korrekt abzurechnen. Wenig später bei seinem 50. Geburtstag (ca. 1.500 Euro) das Gleiche: Statt zu zahlen, wurden die Kosten als „Werbungskosten“ bei der betriebseigenen Gaststättenbetriebsgesellschaft verbucht. Der nette Herr Bünemann behauptete nun stur und steif, als ein Angestellter im August 2006 zum Anwalt ging und alles ins rollen brachte, er hätte niemals Rechnungen erhalten. Was wohl nicht stimmte, weil der Angestellte sich als Untergebener genötigt fühlte.

Nun machen Partei, Innenminister und Staatsanwaltschaft in diversen Verfahren gehörigen Druck auf Bünemännchen. Der, Beamter in ziemlich hohem Range, ist immer noch der Meinung, abtauchen sei das beste Mittel, dem auszuweichen. Und weil er weder Ackermann noch Esser ist, wirds ihm final wohl richtig an den Kragen gehen. Auch ein ultradickes Bünemann-Fell reißt eines Tages.

Was auch gut so ist. Sonst könnte man ja auf die fatale Idee kommen, unsere Justitia trage die Binde vor den Augen, um ungestörter Prozesse auswürfeln zu können.

Gericht

Die Gerechtigkeit im Blick. Anfahrt Richtung Bielefelder Landgericht. Demnächst Bünemann-Bühne?