Prügelorgie für Größenwahnbahnhof?

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Quelle: http://twitpic.com/2tbtod

Man muß ja heutzutage angesichts der Dünnhäutigkeit eines Teiles unserer „Ordnungshüter“ vorsichtig sein. Man könnte sich auf die Seite bestimmter Großkapitalisten und ihrer gut bezahlten (Nein, wir sagen nicht „geschmiert“) politischen Helfeshelfer stellen, die schon lange keine Volksvertreter mehr sind sondern Leute, die in ihrem normalen Beruf nicht weit kommen, eine chice Einkommens – und Schmierquelle sehen und sagen: „Der Stuttgarter Hauptbahnhof muß unbedingt unter die Erde. Der muß von Kopfbahnhof zu Durchgangsbahnhof werden, damit man das ungeheuer wichtige Ulm schneller erreichen kann. Wer hat heute schon noch einen Kopfbahnhof außer so kleinen Städten wie London, New York, Paris, Hamburg oder Frankfurt?) Könnte man alles sagen und damit den zehntausenden von Demonstranten den Wind aus den Segeln nehmen. Man könnte sogar sagen, die Planungen hätten vor über 15 Jahren angefangen und seien demokratisch abgesegnet. Könnte man sagen, Wenn es wirklich stimmen würde.

Mein Glaube an die von mir bisher geschätzte Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten ist seit Monaten erschüttert. Da wird berichtet, als ob in der Spätzlemetropole Kindergeburtstag wäre. Da wird der ziemlich verfettete Oettinger-Nachfolger in seiner Rambo-Attittüde geschont, wo es nur geht. Diese Zeitung und ihr Verlag hat sich auf die Seite derer geschlagen, die einzig von dem Projekt profitieren, dessen Kosten ins Unendliche eskalieren. Man stelle sich vor, der Rat dieser komischen Metropole hier käme auf die Idee, den hiesigen Bahnhof unter die Erde zu verlegen, weil dann Münster, Hamm und Hannover, Honolulu und Wladiwostok schneller zu erreichen seien. Und man obendrauf auf die freie Fläche so ein buntes Goldbeckschen-Zeugs wie im Neuen Bahnhofsviertel stellen will/muß.

Weil man das alles so nicht glaubt, ruft man neutrale Journalisten im Schwoabeländle an, informiert sich in der Süddeutschen Zeitung und bei neutralen Medien. Da liest man dann, daß selbst der Architekt, der weiland den Wettbewerb gewann, heute vor damals unbekannten Baurisiken im Untergrund und den Kosten warnt, die man nicht mehr im Griff habe.

In einer Zeit, wo eine Hundertschaft gut bezahlter Beamter im Ministerium der Frau von der Leyen nicht mal zwei und zwei richtig zusammenzählen können um die Ärmsten dieses Staats korrekt zu bescheissen und allerorten den Gemeinden Geld ohne Ende fehlt, da will Stuttgart momentan min. 5 Milliarden für eine ansonsten ziemlich marode Deutsche Bahn zum Neckarfenschterle hinauswerfen.

Die Krönung heute war die Prügelorgie der bundesweit zusammengezogenen – nicht mit Namensschildern gekennzeichneten – Polizisten während einer – wohlgemerkt – angemeldeten und genehmigten Schülerdemonstration gegen die Abholzung des Parks in der Nähe des Bahnhofs. Unter Einsatz von Wasserwerfern, Reizgas und Schlagstöcken. Frau Bundesmurkel, der der Bahnhof doch eigentlich am Allerwertesten vorbeigehen müßte, hat sich ja schon aus dem Fenster gelehnt. Klar, der extrem gut genährte CDU-Mappus muß gehalten werden, koste es was wolle. Sonst fällt auch Berlin-Mitte.

Dabei ist schon längst klar, was passieren wird. Damals in Heiligendumm hat Merkel mit 12.000 mehr oder weniger schlagbereiten Polizisten einen Verbrecher und Lügner namens Sabbeljuh Bush schützen lassen. Das wird jetzt in Stuttgart fortgesetzt. Egal, ob das Projekt wirklich Sinn macht. Egal, was es kostet. Egal, dass Vergleiche mit der Führung eines Unrechtsstaates angestellt werden.

Das Westfalen-Blatt wird dazu am morgigen Freitag so Stellung nehmen:

Die Gewalt in Stuttgart befremdet. War das nötig? Welchen Anlass gab es für solch eine Demonstration der Staatsmacht? Es müssten schon erhebliche Gesetzesverstöße gewesen sein, die auch nur den Gedanken an solch ein Durchgreifen rechtfertigten. Die Zweifel daran überwiegen. Schon vor der unabdingbaren detaillierten Aufarbeitung der Eskalation steht fest, dass es so in Stuttgart nicht weitergeht. Gegen den vehementen Protest aus der Mitte der Gesellschaft wird die Landesregierung den Bau nicht durchsetzen können. Ein Milliardenvorhaben, das 24-Stunden-Polizeischutz benötigt – das kann nicht funktionieren. Also muss der Bau zunächst gestoppt werden, sonst haben alle Gespräche keinen Wert. Wenn draußen vor dem Saale weiter abgeholzt wird, entsteht drinnen keine vertrauensvolle Atmosphäre. Solches Vertrauen haben viele Baden-Württemberger zu ihrem Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) schon lange nicht mehr. Es wäre mittlerweile eine Überraschung, wenn er die Landtagswahl am 27. März 2011 überstehen würde. Die Chancen sind gestern nicht gestiegen.

Ob die CDU dort unten um ihren Oberrambo Mappus auch diese Einsicht hat? Man muß es sehr bezweifeln.

7 Gedanken zu „Prügelorgie für Größenwahnbahnhof?

  1. herostratos

    Na ja: es kommt, wie es kommt: sich aufschaukelnde gewalt, überhitzter bürgerprotest, ohnmacht gegenüber den Verhältnissen…und eine blökende schafherde, die nach friede, freude, eierkuchen schreit..anstatt sich zu wehren…wundere mich schon etwas, wo die Autonomen aus HH oder B bleiben..is doch ein ideales Pflaster:-)

  2. omega

    @herostratos
    wo hat sich denn heute Gewalt aufgeschaukelt? Die Gewalt ging ganz einseitig von der Staatsmacht aus. Und von Ohnmacht gegenüber „den Verhältnissen “ kann meiner Meinung nach in Stuttgart keine Rede sein. Auch in Abwesenheit der Autonomen sind z.T. durch und durch bürgerlich-konservative StuttgarterInnen in der Lage sich zu wehren.

  3. Heiko Hoelling

    @ Independant Blogger

    Stimmt das denn – DU warst der Einsatzleiter?
    Oder stimmt, dass Du der „Big Brother“ bist?
    Oder bist Du feiger Pseudonym ne NULL?

  4. textexter Artikelautor

    Nach dem zu urteilen, was die Administratoren von ihm nicht freigegeben oder gelöscht haben, könntest Du gar nicht so weit entfernt von Deiner Vermutung sein 🙂

  5. Madamef

    Es geht ja um viel Geld, dass man sich und seinen Freunden zuschanzen will.
    Da kann man doch ruhig mal die Polizei in Marsch setzen.
    Mappus ist de facto weg vom Fenster. Das wird er wissen. Trotzdem hält der den Abriss nicht an. Man versucht, Tatsachen zu schaffen. Die Entlohnung für das Ende der politischen Karriere muss wahrhaft fürstlich sein!
    Aber Merkel wird Baden-Württenberg verlieren, das ist sehr positiv!

  6. textexter Artikelautor

    Vorsicht, Madamef, sonst schreit hier gleich wieder jemand „Zensur“ 🙂 Hier gibt es nämlich „Bloganalysten“ aus einer bestimmten Richtung.

  7. Independent Blogger

    Gelöscht.

    Independent Blogger,

    anscheinend verwechselt Du etwas oder begreifst etwas nicht: Das hier ist weder Dein Blog noch ein Blog, den die Stadt Bielefeld betreibt. Was hier stehen kann/soll/darf/muß bestimmen also einzig und allein wir als Inhaber und Betreiber des Blogs. Das ist in Tageszeitungen, für die Du sogar noch bezahlen müßtest, nicht anders. Da Du Anmerkungen der Administratoren auf Deine völlig überzogene persönliche Kritik an Autoren hier anscheinend nicht begriffen hast, löschen wir. Du selbst hast Hinweise der Administratoren auf Deinem Beitrag gelöscht. Ferner vergißt Du, daß Deine IP-Nummer angezeigt wird. Welche Schlüsse daraus gegebenenfalls gezogen werden können, überlassen wir Deiner Fantasie. Unterlasse also Angriffe gegen Autoren hier oder Dein Gerede von „Zensur“ und Du kannst Deine Beiträge veröffentlichen. Solltest Du das nicht beherzigen, schreib oder lies bitte andernorts. Oder noch einfacher: Mache einfach einen eigenen Bielefelder Bog auf. Dann kannst Du schreiben, was Du willst, wie Du willst und gegen wen Du willst.

    Administrator

    PS: Wie wir sehen können, hast Du ja jetzt ein eigenes „Blog“, wo Du Dich bitterlich über „Zensur“ beschwerst. Dann bleib auch bitte da. Den Link dorthin sparen wir uns lieber. Kleiner Tip: Sieh zu, daß Du umgehend ein Impressum in Deinem „Blog“ anlegst. Es könnte jemand auf die Idee kommen, Dir deshalb einen Stein in das „Blog“ zu werfen.

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