Diese hieß Regine

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Wir hatten einmal eine Miele Geschirrspülmaschine. 12 Jahre lang. Recht teuer. Das war keine von denen heute, die schon Joghurt rühren, mit Angela Merkel Rouladen-Rezepte austauschen oder gemäß Slow-Food-Verordung Nummer 321 eingeschweißte Steaks bei 50 Grad stundenlang vorglühen können. Verbindung per Chip zum Wahrheitsministerium („Sie spülen nicht mit Pril? Das kostet Sie viel“) und dem BKA hatte sie auch noch nicht. Sie spülte und spülte und spülte. Bis eine Reparatur mehr kosten sollte als eine neue Maschine. Das sei eben so. Herr Zinnkann von Miele Gütersloh wird das sicher vorrechnen können, schließlich spart er ja die Arbeitskosten am Montageband. Dann kam also die nächste Miele. Um sie besser in die Familie integrieren zu können, nannten wir sie „Hermine“. Das mußte sie wohl langfristig sehr verletzt haben, denn nach nur 5 Jahren hatte es sich ausgeMIELEt.

Wir entwickelten einen neuen Plan. „Kaufen wir doch einfach eine wesentlich preiswertere von BoschSiemens“. Gesagt, getan. Um sie besser integrieren zu können, nannten wir sie Regine. Was nicht einem Sennefrüchtchen geschuldet war. Es fiel uns nur so ein. Regine verrichtete ihre Dienste, bis sie sich nach nur drei Jahren entschloß, nun mal die Umwälzpumpe ins Nirvana zu schicken. Der junge hochbegabte Monteur schraubte schnell, zielsicher und wortkarg. „Umwälzpumpe kapautt. Dauert 4 – 5 Tage“. Die Proteste der schöneren und besseren Hälfte ließen ihn ziemlich kalt. Schließlich hatte sie ja bereits ein männliches Spülmodell im Auge, das wegen seiner häufigeren Arbeitsaufenthalte im heimatlichen Haus gut geeignet war, die Spülstelle anzutreten. Heiße Hände und perverser Schaum ließen sie kalt.

Besagtes Spülmodell erkundigte sich dann gestern nach der fallierten Umwälzpumpe, ob man denn schon die Kutsche aus Stuttgart mit dem Ersatzteil am Horizont sähe. „Nein, sie kommt noch nicht durch den hessischen Zoll“, meinte die männliche Telefonstimme.

Na gut. Spülen wir weiter. Seit ein paar Tagen laden wir maximal eine Person zum Essen hier ein. Hat das Modell „Männliche Spülmaschine“ entschieden. Etwas Positives hat es doch: Es macht seidenweiche Hände.