„Selbstdarstellung in Reinkultur“

Es ist dieser einfältige Brei, diese Bombardierung mit immer denselben Floskeln, mit denselben Trauervisagen, die von werweißwoher heranpilgern, um dem Verstorbenen ihre Zettelchen mit notierten Kalenderweisheiten zur letzten Ruhe zu reichen, die das Ableben zum peinlichen letzten Akt des irdischen Daseins werden lassen. Es ist immer wieder dasselbe lächerliche Szenario, gestreut um eine Tragödie, instinktloses und unangebrachtes Mitwirkenwollen, Selbstdarstellung in Reinkultur, Dabeiseinwollen zum Erzählenkönnen. Der Tod als Massenspektakel, eigentlich unbeteiligte Menschen als blamable und unangebrachte Kummervolle, die das Fremdschämen zum Dogma trister Stunden krönen. Mit Trauerkultur hat das jedenfalls alles nichts zu tun.

Die Altherren-Riege hat ja hier schon in den Kommentaren einen Link zu einem Kommentar von Roberto J. De Lapuente auf „ad sinistram“ gesetzt, der vorwegnahm, was am morgigen Samstag in der Stadt der Love Parade-Stadt Duisburg mit Bundespräses Wulff, Kanzleuse Merkel und Hannelörchen Kraft an der Spitze abgeht. Da läßt man das TV am besten aus. Dagen wird der „Event“ mit Robert Enke einen kleine Veranstaltung gewesen sein, beschäftigte die einschlägigen Medien allerdings auch schon bis ins allerletzte Detail.

Dazu passt dann ja diese „Medienmitteilung“ haarscharf:

Da die Kapazitäten für die Medienbeteiligung beim Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Loveparade-Unglücks, der
am Samstag, 31. Juli 2010, 11 Uhr, in der Duisburger Salvatorkirche stattfindet, erschöpft sind, ist die Akkreditierungsliste jetzt
geschlossen!

Weitergehende Hinweise zur Akkreditierung und zur Organisation vor Ort (Arbeitsräume, Fotopositionen etc.) erhalten Sie morgen.

Für die Abholung der Ausweise wird morgen, Freitag, 30. Juli 2010, eine Ausgabestelle in der Gemeinschaftshauptschule Gottfried-Könzgen, Gutenbergstraße 25, 47051 Duisburg, von 17 bis 21 Uhr geöffnet sein. Sie ist auch am Samstag, 31. Juli 2010, von 7 bis 10 Uhr geöffnet. Nachakkreditierungen dort sind nicht möglich.

Originaltext: Evangelische Kirche im Rheinland
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Evangelische Kirche im Rheinland
Pressesprecher Jens Peter Iven