Der „ärmere“ Oetker wird 70

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Auszug aus dem Buch: „Die Oetkers“. Von Rüdiger Jungbluth.

Der Zufall will es, daß ich mich derzeit mit der Chronik der bekanntesten Bielefelder Dynastie beschäftige. Vieles aus dem Verhalten der Familie und ihrer Patriarchen spiegelt sich auch in der Metropole wider und hat sie zwischen Kleinkariertheit, Krämerseele, Nazihörigkeit und dann wieder Hamburger Weitläufigkeit und „großem Auftritt“ im Jahrzehnte alten Frack geprägt. Stets aber schaute die ostwestfälische „Achottachott-Mentalität“ durch die Knopflöcher. Darüber täuschen auch die Kilometerlang sich an der Bahnlinie vom Hauptbahnhof nach Brackwede hinziehenden zigfach mit Firmenlogos bepflasterten Bielefelder Firmengebäude nicht hinweg.

Einer aus der Dynastie, der – viele wissen es nicht – überhaupt nicht wirtschaftlich mit den Bielefeldern verbunden ist, heißt Arend Oetker und hat ein veritables Reich aufgebaut. Der Sohn von Rudolf-August Oetkers (Vater des jetzigen Firmenchefs August Oetker) Schwester Ursula macht heute neben „Marmelade“ (Schwartau) auch in „Saatgut, Schiffahrt, Rohstoffhandel, Verpackung und Weiterbildung“. Engagements im BDI, Stifterverband und Auswärtiger Politik machten ihn bei Insidern bekannter als den aktuellen Bielefelder Firmenchef.

Arend Oetker wird heute 70 Jahre.