„Großartiges“?

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Da ist sie auch schon, die kommentierende Liebestat der größten Gazette der Metropole. Man versteigt sich in den Begriff „Großartiges“. Dabei hätten wir noch mehr im Angebot:

– Übersinnlich
– Nicht von dieser Welt
– Einzigartig
– Aufopfernd
– Spektakulär
– usw.

Ob dieser Kommentar allerdings auch zutrifft, wenn man von „Wendehämmern“ hört, die nicht geräumt werden oder Mülltonnen, die man nicht bereit ist, aus Straßen zu ziehen, in die man einfach nicht mehr mit dem Müllwagen hineinfährt? Über junge Zivildienstleistende, die bei Schnee, Eis und rutschigen Straßen Behinderte und Rollstuhlfahrer von und zu den sozialen Diensten bringen, liest man im Stadtblättchen eher nichts.

Ist das nicht auch „großartig“?

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Um 6 Uhr in der Früh gehts los: soziale Dienste im Schneeeeinsatz

21 Gedanken zu „„Großartiges“?

  1. Reno Vegas

    Die Meckerer fordern nicht, das die kleinsten Nebengassen geräumt werden, sondern dass zum Beispiel die Einsteigebereiche der Bushaltestellen freigemacht werden!

  2. witheboard

    Hallo Herr Kopsieker,

    großartiges haben die Männer vor etlichen Jahren mehrfach geleistet. Damals wurde bei Schneefällen von etlichen Zentimetern und dazugehörigem Blitzeis („strenger Winter“ nannte man das und es wurde nicht jedem Standartwort, welches die winterlichen Eigenschaften beschreibt, die Silbe Chaos vorangestellt) einfach das Personal aufgestockt. Die Stadtwerke Bielefeld konnte das seinerzeit intern regeln, weil noch nicht alles prozess- und kostenoptimiert war. Eine Bügelsäge und ne Handvoll Schaufeln waren die angesagten Werkzeuge. Überstunden ohne Ende wurden gemacht, damit, und jetzt kommt es, Herr Kommentator, damit der KUNDE schnellstmöglich wieder ZUFRIEDEN war.
    Ich bin nicht ständig auf Tour durch unsere Stadt, aber die einige Male, die es mich nach Draußen zieht habe ich nicht einen einzigen Arbeiter in Orange gesehen, der mit entsprechendem Werkzeug unterwegs gewesen ist. Wenn überhaupt, dann juckeln sie in den kleinen Fahrzeugen herum und tun und machen. Man könnte fast meinen, sie hätten Ausstiegsverbot wegen Glätte und Schnee 🙂
    Naja, egal jetzt. Die Zeit wird es schon richten und der Schnee wird irgendwann geschmolzen sein.

    Gruß witheboard

  3. textexter Artikelautor

    whiteboard, habe eben grad eine kleine Rotte (4 Mann) orangener Wägelchen aus dem Weg fahren müssen, weil sie einen Gehweg in Mitte zum geschätzt 5.ten Male schabten, obwohl da praktisch nichts mehr lag als der graue Asphalt. Da wo es wirklich notwenig ist, sahn wir sie bis heute nicht.

    Sie leiten eben „Großartiges“, wie das städtische Mitteilungsblatt sekundiert.

  4. witheboard

    Ich fühle mich einfach nur noch müüüüüde 🙂
    Bis dann mal wieder

  5. mitarbeiterin der stadt

    ich finde es unmöglich wie hier über die kollegen des UWB gemeckert wird. die jungs und mädels arbeiten sehr hart und schufften bis zum geht nicht mehr. packen sie sich alle mal an kopf und überlegen sie mal nen bisschen. und wen sie weiter was zu meckern haben, machen sie doch mal den job der jungs, mal sehen wie es dann in bielefeld aussieht.

  6. kath

    Herr Kopsieker musste wohl noch nicht mit dem Stadtbahnersatzverkehr der Linie 1 (durch in Gleise gepresstes Eis entgleist) fahren und kennt Busse sonst auch nicht von innen.
    Denn der Ausstieg an der Friedrich-List-Straße sowie Ein/Ausstieg IKEA sind mehr als nur ne Katastrophe.
    Bei den restlichen Haltestellen habe ich tapfer die Augen zugekniffen bzw. war der Mini-Ersatzbus bereits ab Landgericht so überfüllt das man die Zeit lieber zum Luft holen genutzt hat.

    Mit dem eigenen Auto fahren ist nicht möglich, immerhin gibt es hier in der Straße nur noch 5 statt ~20 Parkplätze und dank des Winterdienstes der ja unermüdlich im Einsatz ist, kam gestern der erste Winterdienst seit zwei Wochen in die Straße. Folge: Alle Autos wieder zugeschoben, Türen kriegt man erst auf wenn man das Auto vom Schnee befreit hat. Bzw. wieder ausgebuddelt.

    Ostern im Winter, juchu!

  7. textexter Artikelautor

    Seltsam. Regt sich der Hauch von Kritik an Bediensteten, gehen dort die Hüte hoch 🙂

  8. Happydigger

    Interessanterweise ist die Lage auch in anderen Städten ähnlich katastrophal. Es handelt sich offenbar um ein um sich greifendes Problem: Zuwenig Salz weger leerer Kassen gekauft, zu wenig Einsatzkräfte wegen „schlanker Personalstruktur parat … das die restlichen Mitarbeiter dann trotz „pausenlosem Einsatz“ nix ausrichten können, bzw. erste „Erfolge“ erst nach 2 Wochen sichtbar werden, liegt nahe.

  9. witheboard

    Nochmal ganz deutlich zur Klarstellung, liebe mitarbeiterin der stadt:

    Ich habe mich hier und im anderen Beitrag ausschließlich über das Räumverhalten an den Haltestellen ausgelassen. Genau das ist nämlich unter aller Sau!
    Dass wir bei solchen Schneemengen mit Behinderungen zu rechnen haben ist doch wohl für jeden einsichtig und dass unmöglich sofort alle Straßen geräumt sind, erwartet doch kein vernünftig denkender Mensch.
    Sie machen mit solch dusseligen Bemerkungen doch nur einen Nebenkriegsschauplatz auf, sonst nichst.
    Aber Sie bringen es ja schon durch ihre Wortwahl auf den Punkt: Die Jungs und Mädels machen ihren Job. Deshalb konnte ich letzten Donnerstag auch ein Gespräch zweier Jobber bei der Müllabfuhr in unserer Strasse mitbekommen. Einer stellte fest und bemerkte zu seinem Kollegen, dass ca. 25 Meter zurück eine Tonne aus Versehen vergessen wurde.
    Die Antwort des anderen sinngemäß: Egal, die können ja anrufen, wir gehen nicht zurück.
    Dass es sich bei den Benutzern der Tonne um ein hochbetagtes Ehepaar handelt, die weder das Internet kennt, noch sich mit irgendwelchen Servicehotlines auskennen, konnten die beiden „Jobber“ ja nicht wissen.
    Früher, als man noch Müllwerker oder schlicht Arbeiter für diese Tätigkeiten hatte, da wurde die „Arbeit“ gemacht und nicht irgend so ein scheiss Job, verstehen Sie das? Das wäre überhaupt keine Frage gewesen, der Tonne wäre geleert worden.
    Und außerdem: Ich mache hier keinem der Jobber und Arbeiter einen Vorwurf!
    Ich prangere nur diese kundenverachtene Einstellung mancher Entscheidungsträger an. Einerseits ist sich das Ordnungsamt nicht zu blöde, Mitarbeiter an der Haustür klingeln zu lassen, wenn der gefegte Fußweg nicht die geforderte Mindesträumbreite aufweist und dann noch das ganze von einem Radio Bielefeld Moderator live begleiten zu lassen (Wie bekloppt muss man eigentlich sein, um so etwas zu tun), andererseits wird für das jämmerliche Versagen in Bezug auf Schneeräumen von Haltestellen Verständnis eingefordert. Man kann da nix machen, weil das in der Verantwortung der Anlieger liegt, heist es.
    Wie billig!

  10. kath

    Sehe es wie whiteboard und stelle daher gleich die nächste Frage: Liebe Stadt-Mitarbeiterin, wieso arbeiten sie nicht einfach anstatt hier im Internet zu surfen? Lassen sie uns doch meckern und gehen selber ausgiebig arbeiten. Dann können sie sich erstens solche Kommentare sparen wenn sie anscheinend nur vom Büro bis zu Hause kommen und sonst nichts von der Außenwelt mitbekommen.
    Schade das sie ihren Namen nicht hinterlassen haben. Sehr schade.

  11. textexter Artikelautor

    Lieber Martin Knabenreich, der ihr für das redaktionelle Angebot von „Radio Bielefeld“ verantwortlich seid:

    Im Sommer haltet Ihr uns das Mikro auf dem Süsterplatz vor Eurer Butze unter die Nase mit irgendeiner bescheuerten Frage zu „dieser Hitze“ und dem nicht sehr dezenten Hinweis, wieviel doch die „städtischen Bademeister“ zB. im Wiesenbad „aushalten“ müssen.

    In diesem Winter mit Schnee haltet Ihr denen das Mikro unter die Nase, die nicht „die geforderte Mindestbreite des zu räumenden Erschleißlungsweges“ einhalten.

    Hm. Das ist Erlebnisradio vom Feinsten, nur noch getoppt von der sich stets überschlagenden Stimme, die „ARMinia“ überträgt.

    Doll, doll, doll. Wat seid Ihr doch für quasselnde Schelme vom PR-Sender der Kommune.

  12. witheboard

    Noch son bischen und wir haben die geballte lokale 4. Macht an unseren Hacken 🙂
    Aber egal, ich kenne ne Abkürzung …..

  13. textexter Artikelautor

    Wir könnten NW und Wefabla Abos entziehen. Umgekehrt geht das nicht. Selbst das „Nicht-mehr-Mitlesen“ hier straft nur sie. Ihre Inhalte gibt es ohnehin meist per Ticker 🙂 Aber ich mag die (fast) alle. Irgendwie.

  14. mitarbeiter der stadt

    also 1. es gibt viele betriebe bei der stadt! habe ja nicht gesagt das ich beim uwb arbeite!
    2. arbeiten tu ich mehr als genug und ich glaube nicht das ich mich hier rechtfertigen muss wenn ich wärend meines urlaubes iminternet surfe.
    3. wie auch schon bekannt ist sind die städtischen betriebe mehr als unterbesetzt.
    ich diskutiere hier gerne mit aber der ton macht die musik!

    ich kann ja verstehen da einige viele leute sauer auf die stadt sind, aber wenn sie was zu meckern haben wenden sie sich an den zuständigen betrieb( in diesem fall den uwb).

    leider finde ich es sehr schade das man hier immer nur meckert und nicht mal selber handelt bzw. mal überhaupt erkundigt wie es in unseren betriebn abläuft(personal.technisch und von unseren ganzen vorgaben die wir einzuhalten haben.
    ist es denn zuviel verlangt mal nen bisschen verständnis zu haben?????
    eins muss ich noch sagen. in sachen müllabfuhr. das sind leider auch 1euro-jobber dabei und die haben oft und gerne keine lust am arbeiten. das soll jetzt auch keine negative aussagen gegen 1 euro-jobber sein. aber bitte erst erkundigen und dann meckern. und meinen namen werde ich ihnen hier ganz bestimmt nicht nennen. ich äussere genau wie sie alle nur meine meinung und daran ist ja wohl nix verboten!

  15. kath

    Lassen Sie sich den Urlaub doch einfach als Bildungsurlaub anrechnen.
    In einen Kurs für Schriftsprache Deutsch bspw. lernt man dann die Groß- und Kleinschreibung, Orthographie und Interpunktion richtig anzuwenden. Auch so Sachen wie das Genitiv-s.

    Genitiv in’s Wasser weil es Dativ ist.

  16. witheboard

    1 und 2 sind geschenkt.
    Der 3. Punkt bringt nun aber das ganze Problem auf denselbigen.
    Genau das ist es doch, was ich durch mein emotional geprägtes Geschreibsele auszudrücken versuche.
    Alles, aber auch restlos alles wird einem unsäglichen Kostendruck ausgesetzt,
    der in meinen Augen in bestimmten Bereichen durch nichts zu rechtfertigen ist
    und dadurch kommt es zu diesen bescheuerten Auswüchsen wie z.B. Zeitdruck und fehlendem, qualifiziertem und gerecht bezahltem Personal.
    Weil Sie anscheinend eine Mitarbeiterin der Stadt sind und meiner Meinung nach nicht zu den Führungskräften gehören, habe
    ich selbstverständlich Verständnis für Ihre persönliche Lage.
    ICH HABE ABER KEIN VERSTÄNDNIS, DASS SIE VERSTÄNDNIS FÜR DIEJENIGEN EINFORDERN, DIE DAFÜR SORGEN, DASS DIE ZUSTÄNDE SO SIND UND AUCH NOCH SO BLEIBEN WERDEN!
    Verstehen Sie das?
    AM 22.12 hatte ich was zu meckern und habe mich über das sogenannte Kontaktformular auf der Webseite des zuständigen Betriebes zu Wort gemeldet.
    Das Jahr ist gleich rum und ich habe noch nicht mal eine in so einem Fall übliche Bestätigungsemail erhalten.
    Erst danach habe ich hier im Blog gesehen, dass auch andere sich zu Wort melden und dann meinen Senf hier abgegeben.
    Meinen Sie, es würde helfen, dass ich beim verantwortlichen Behördenleiter mal ins Büro stürmen sollte
    und ihn mit dem Gesicht wie einen zu erziehenden Hund in jeden Schneehaufen stecken würde?
    Würde das etwas bringen? 🙂 🙂 🙂
    Vielleicht noch bei jedem Schneetauchgang mit der Schüppe einen kräftigen Schlag auf den Hintern, weil ich ihn ja nicht am Halsband ziehen kann? (Ich stelle mir das gerade mal vor) ;.)
    Die 1 Euro Jobber habe ich nicht ins Spiel gebracht. Ich sprach von der persönlichen Einstellung zu der Tätigkeit, die man ausführt.
    Ich hoffe, Ihnen ist aber der allgemein bekannte Unterschied zwischen Job und Arbeit geläufig, oder?
    Auf der anderen Seite ist diese Info für mich aber neu.
    Ich wusste bisher nicht, dass im Bereich der Müllwerker Arbeitskräftemangel herrscht. Wie kommt das? Ich dachte bisher, dass dieses eine gut bezahlte Tätigkeit im öffentlichen Dienst ist.
    Aber jetzt, wo Sie es erwähnen ……
    Stimmt, als Kinder kannten wir sogar deren Rufnamem, wenn sie Dienstags und Donnerstags durch unsere Strasse kamen.
    3 oder 4 Mann hoch plus Fahrer. Und Spass hatten die dabei. Wir auch.
    Jupp, Kurt, Horst oder so ähnlich hiessen die
    und sie hatten für einen kurzen Moment immer die Zeit, mit uns Spässekens zu machen.
    Der einzige, der sie getrieben hatte, war der Fahrer.
    Der wollte wahrscheinlich den Laster an der Mülldeponie schnell geleert haben,
    damit alle Mann danach noch ihre Flasche Bier am Seitenstreifen trinken konnten,
    bevor es zurück auf den Hof ging. Sei es ihnen im Nachhinein gegönnt.
    Und heute? Jedesmal ein anderes Team.
    Wie bei den Briefträgern ….
    Wie kann es sein, dass bei den Müllwerkern 1 Euro Jobber arbeiten?
    Das sind doch wiederkehrende und überprüfbare Abläufe, für die Ihnen jeder Schüler
    die Anzahl der benötigten Arbeitskräfte plus Vertretung für Urlaub und Krankheit ausrechnet.
    Spielt da eventuell wieder dieser oben erwähnte Kostendruck eine Rolle, werte Mitarbeiterin der Stadt?
    Heute hat ein Kollege von Ihnen im Lokalradio einen großen Haufen Kacke erzählt
    und dabei noch nicht mal erkannt, wie selten peinlich seine Äußerungen waren.
    Es ging um mangelnde Vorräte an Streusalz. Kann ja mal passieren.
    Ist letztes Jahr auch schon passiert und wird nicht das letzte mal gewesen sein.
    So, jetzt sinngemäß:
    Mit abstumpfenden Split streuen wir nicht!
    Wir haben nicht das Personal, um das alles im Frühjahr wieder aufzufegen!
    Ich habe ja nun keine Ahnung, wie Sie das so sehen, aber mich hat diese Info vom Hocker gehauen.
    So etwas kommt dabei heraus, wenn die Unternehmensführung in den Händen von SAP geschulten BWL Fuzzis liegt,
    die einem genau ausrechnen können, was für eine Entlastung ihrer Kostenstelle eine gesparte popelige Arbeitskraft bedeutet,
    aber den Gesamtüberblick über das Unternehmen nicht mehr haben (wollen).
    Da befinden wir uns jetzt. Der Schnee ist da, theoretisch aber nicht,
    weil laut optimierter Prozessabläufe alles geregelt ist.
    Deshalb waschen alle Beteiligten ihre Hände in Unschuld
    und gehen mit ruhigem Gewissen in den Feierabend.
    Dummerweise ist der Schnee jetzt aber immer noch da.
    Die Altherrenriege hat es dankenswerterweise dokumentiert.
    Und aus diesen zusammengefassten Gründen habe ich KEIN Verständnis
    und werde auch weiterhin kein Verständnis aufbringen.
    Aber, zu Ihrer Beruhigung. Ich habe Sie ganz doll lieb, ehrlich. 🙂
    Und nennen Sie Ihren Namen nicht, ich mache das aus bestimmten Gründen auch nicht
    und ich finde das ist in Ordnung so.
    Mit meinem echten Namen könnte und würde ich hier nichts reinschreiben.

    Ganz speziell Ihnen wünsche ich einen „Guten Rutsch“ ins neue Jahr und Alles Gute.

    Gruß witheboard

  17. kath

    Danke whiteboard, eine schöne Zusammenfassung die das Wesentliche Problem zeigt.
    Vielleicht mal als Leserbrief an die Zeitungen?

  18. witheboard

    Ach ja, eigentlich müssten das fast alle Leute erkennen können,
    aber leider vertreten zu viele Lohnabhängige die Ansichten derjenigen, die ihnen nichts Gutes wollen.
    Lies doch mal beispielsweise die Beiträge im Spiegel Online,
    die sich auf die Berliner S-Bahn beziehen. Die findest du in der Rubrick Reise.
    Was da bisher abgelaufen ist und derzeit noch abläuft, ist unter aller Sau.
    Alles für den damals aktuellen Börsengang der Bahn AG. Und auch dort wird man niemanden finden,
    den der gemeine Pöbel (also wir) als Verantwortlichen und Schuldigen nennen kann.
    Ein sehr großer Teil unserer politischen und wirtschaftlichen Elite scheint entweder
    strohdoof oder korrupt zu sein, oder beides.
    Was in meinen Augen aber noch viel schlimmer ist, niemand scheint mehr Verantwortung tragen zu wollen.
    Oder besser ausgedrückt: Es gibt anscheinend die Möglichkeit, Verantwortung zu deligieren und zwar immer dann,
    wenn irgendwelche Ergebnisse oder Entscheidungen falsch sind. Wenn alles gut gelaufen ist, dann übernimmt
    man gerne die Verantwortung.
    Dieses Verhalten erleben wir sowohl im Großen (z.B. Bundespolitik, Länderpolitik)
    als auch im Kleinen (z.B.: moBiel und nicht geräumte Bushaltestellen).
    Komischerweise wird umgehend (naja, was umgehend halt so bedeutet 🙂 ) reagiert,
    wenn wirtschaftliche Interessen betroffen sind. Da wird dann gleich der ganz große Schneebesen
    hervorgekramt und die Brackweder Hauptstraße für ein paar Stunden gesperrt, um die Parkbuchten frei zu machen.
    Leider kann der einzelne Benutzer des Öö Pee Vau Enn (so richtig?) seine wirtschaftliche Macht nicht mit
    anderen Betroffenen zusammenballen, denn sonst würden sogar die verantwortlichen Schnarchsäcke feststellen,
    dass jeder einzelne Bürger wichtig ist in unserer kapitalistisch organisierten Wirtschaftsform.

    Gruß witheboard

  19. textexter Artikelautor

    witheboard, volle Zustimmung. Die Frage beginnt aber bereits da, wo sich „Elite“ definiert oder qua Medien definiert wird. Wahrlich nicht jedes Erzeugnis bestimmter Familien oder „gehobener Schichten“ ist wirklich dazu berufen, mehr zu leisten als sein kleiner IQ überhaupt zulässt. Da wird verklärt, wo es nur geht. Im Großen sieht man es bei einer gewissen Familie Guttenberg, wo nicht einmal ansatzweise erkennbar ist, worin denn nun die wirkliche Leistung liegt. Was ganz bestimmte Medien aber nicht hindert, ungehemmt ihr „Hosianna“ über das erleuchtete Paar stündlich anzustimmen. Die Methode ist einfach und erprobt. Man muss nur mit der chinesischen Wasserfoltermethode immer und immer und immer und immer wieder eintrichtern, wie exorbitant diese Leute sind. So werden dann sogar Relativnullen aus Templin oder Herr Westerwelle zu „Der mächtigsten Frau der Welt“ und „Wahlüberflieger Mister 18%“.

    Darüber zu lachen, ist nicht mehr möglich. Weil es im Halse steckenbleibt. Wenn man von seiten Ihrer Durchlaucht aber so gnadenlos doof ist, einen Baptist Kerner als medialen Meßdiener hinzuzuziehen, merkt selbst Döfchen aus BILD-Dorf: Da kann was nicht stimmen. Was das Freiherrenpaar in seiner ganzen gnadenlosen Selbstdarstellerei wiederum nicht anficht. Da reicht die Intelligenz dann doch nur knapp bis über die fränkischen Burgmauern.

  20. witheboard

    Nun ja, es ist ein schwieriges Thema und mal ganz unter uns:
    Ich kann es zum Teil sogar nachvollziehen, wenn sich ein großer Teil der Bevölkerung nach Feierabend lieber dem Eigeninteresse und der Erholung /Entspannung hingibt, als sich zusätzlich zu dem zum Teil harten Arbeitstag noch mit Politik und Ähnlichem zu befassen. Da ist einem großen Teil sicherlich die Sportschau, der Schrebergarten, die Modelleisenbahn oder sonstwas wichtiger.
    Ich zum Beispiel verfolge seit drei, vier Jahren bestimmte Themen im Forum Wirtschaft bei Spiegel online (nur lesend) und stelle fest, dass mich das Ganze gesundheitlich nicht stärkt.
    Da kommst du ins grübeln, du kannst nachvollziehen, was dort von einigen vorhergesagt wird und du fühlst dich so hilflos dabei. Dort wird zum Teil gnadenlos der Unterschied zwischen den Jubelmeldungen unserer 4. Macht und der Realität aufgezeigt, obwohl Spiegel Online auch reichlich zensiert.
    Dann versuchst du mal, in deinem Freundes- und Kollegenkreis das eine oder andere Thema anzusprechen und siehe da: Alle sind informiert! Aber leider nur darüber, was die Jubelpresse verlautbart.
    Ich habe Arbeitskollegen, die finden, das der Hartz4 Satz viel zu hoch ist. Die glauben das wirklich!
    Dann gibt es „Mitarbeiter der Stadt“, die wissen, dass viele Abteilungen unterbesetzt sind, die wissen, dass bei der Müllabfuhr 1 Euro Jobber tätig sind und erkennen dann noch nicht einmal, gegen wen bzw. was sich die Kritik überhaupt richtet.
    Das tut so weh! Schade, dass ich keinen Schrebergarten habe, dass ich meine Modelleisenbahn weggegeben habe und dass ich keinen Bock auf Sport im Fernsehen habe. 😉

    Der Hype um unser aller Gutti geht mir persönlich sowas von auf den Sack 🙂
    Am Wochenende habe ich irgendwo gelesen, dass eine gewisse Prozentzahl (genauen Wert weis ich nicht mehr) der Bundesbürger kein Problem mit einer Monachie hätte.
    Sauber, was?

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