SPIEGEL-Journailleblödsinn

Wenn du in deinem feuerroten Engländer durch Schwabing kurvst, dann fühlst du, dass du angekommen bist. Du liebst die Straßencafés, die funky Szene, das ganze urbane Flair. In Paderborn gab es so etwas nicht. Du bist total glücklich, jetzt einen tollen Job im Marketing zu haben und genießt das Großstadtleben in vollen Zügen. Manchmal fühlst du dich noch etwas unsicher auf dem glänzenden Münchner Parkett. Du willst von den coolen Szeneleuten nicht für ein trampeliges Provinzveilchen gehalten werden. Auch deshalb hast du den Mini gekauft; er betont, dass du zu den In-People gehörst. In Paderborn fuhren die Leute Opel Vectra. Wenn du in deinem sexy Cooper sitzt, mit Starbucks-Latte im Cupholder und der Gucci-Brille im Haar, dann bist du die Königin der Leopoldstraße. Voll krass, der Blödsinn, den die heutigen SPIEGEL- Schreiberlein da verzapfen. Wer sowohl MUC als auch PB kennt weiß, daß es heute eben nicht mehr so ist. Aber das kommt gut unter der Kategorie:

– Die Blechlawine rollt
– Umweltkatastrophe naht, ja schon da
– Heidi Klu….. Unser Weltstar
– Merkel. Mächtigste Frau der Welt

Muaaaaaaaaaarggghhhh. Was für ein unbedarfter Schwachsinn darf die Tasten der Notebooks auch beim gleichgeschalteten SPIEGEL drücken? Leute wie Augstein und Nannen rotieren in ihren letzten Ruhestätten. So war das mal nicht gedacht. Aber seit die unseelige Mohnsaat auch SPIEGEL, stern etc. journalistisch verunkrautet hat, ist das an der Tagesordung.

2 Gedanken zu „SPIEGEL-Journailleblödsinn

  1. herostratos

    Wohl wahr! Die letzten Bastionen des „reinen und wahren Journalismus“, vor denen sich die Herren Verleger-Geschäftemacher schon immer gerne öffentlich gebrüstet haben, fallen. Hoffentlich merken`s jetzt auch die letzten Gläubigen, dass das, was man bislang unter „Journalismus“ verstanden haben wollte, das sowieso nie so richtig war.
    Wo man sich immer gerne als „vierte Gewalt im Staat“ verstehen wollte, ist nur noch windige Geschäftemacherei geblieben, die Redaktionen sind größtenteils zu ausgedünnten Ärmchen der Anzeigenabteilungen und Agenturen verkommen – da ist es auch kein Wunder, dass in diesem Fahrwasser auch die reinen journalistischen Stilformen – Nachricht, Kommentar, Reportage, Bericht, Feature, Interview etc. – voll den Bach runtergegangen sind – denn die interessieren offenbar kein Schwein mehr. Statt Recherche gibt’s den täglich nichtssagenden und höchst ärgerlichen „Meinungsbericht“ eines meist schlecht (aus)gebildeten Dummschreibers.
    Und der Spiegel nervt schon lange mit sogenannten „fundamentalen“ Themen wie „Woher kommen wir?“, „Wie die Erde entstand“ oder „Die Deutschen“ durch ein Wechselspiel von Annahmen und Vermutungen. Von seriöser Recherche und damit Respekt vor dem Leser keine Spur…Wie gesagt: Annahmen und Vermutungen – heute die Basis des aktuellen Journalismus. Eigentlich sollte man dieses mutierte Monster auch mal umbenennen, denn der Name „Journalismus“ hat mit dem, was heute noch viele Leser damit verbinden, nichts mehr zu tun. sic transit gloria mundi…oder: So vergeht der Ruhm der Welt!

  2. ÜberausInteressierter

    Wie weltfremd muss man sein, um „reinen und wahren Journalismus“ für möglich zu halten?

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