Der liebe Hans-Georg

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Das auf dem Bild ist der liebe Hans-Georg. Hans-Georg sitzt dem Vorstand der Sparkasse Bielefeld vor. Gestern zeigte Hans-Georg Schülern des Bielefelder Helmholtz-Gymnasiums (8. Klasse) das wirkliche Leben. So wie es Hans-Georg sieht. Extra dafür und für die Tageszeitung NW hatte Hans-Georg sein Büßerhemdsein mausgraues Sacco angezogen. Da sieht er dann viel freundlicher aus als im Scharfrichteranzug dunkelblauen Bankeranzug. Hans-Georg zeigte den Eleven die 6. Etage, da wo er ganz oft den Daumen unter Tränen und Fürbitten an Gott Mammon nach unten machen muß, wenn unvernünftige Unternehmer oder Leute, die entlassen worden sind und in Hartz 4 fielen, nicht so können, wie er will. Da ist Hans-Georg schon mal unbequem, bevor er zum Abendessen nach Hause fährt („Ich hör immer Deppendorf?“).

Immer aber hat Hans-Georg einen Blick auf das, wo „nicht allein der Gewinn zählt“. Wie neulich bei der Ersteigerung des Einfallstores von SchildaBielefeld, dem ehemaligen Skala am Jahnplatz. Das mag Hans-Georg. Hat er da doch sicher damals, so 1929, mit seiner großen Liebe in der letzten Reihe gesessen PopkornPickert gegessen und „Metropolis“ geguckt. So, träumte Hans-Georg bis heute, möchte er Bielefeld haben. Hat Hans-Georg ja auch fast geschafft. Kesselbrink, Neuer Markt, Alte Post.

Die Gebrüder Grimm sind ja schon lange tot. Aber wir haben ja Hans-Georg, der schöne Märchen erzählt. Und MdB Rainer Wend, der im Kreditausschuss der Sparkasse sitzt. Und damit alles so märchenhaft bleibt, wie Hans-Georg das sieht, hat Rainer auch für seine Diätenerhöhung gestimmt und für die Vorratsdatenspeicherung. Da kann er dann mal bei Wolfi S. anrufen und nachfragen, wo denn die, über die er im Ausschuss zusammen mit Hans-Georg den Daumen gesenkt hat, alles versteckt haben. Und bei der IKB-Schieflage, deren Gesellschafter Sparkasse sicher ein Engagement der Mittelstands-bank im amerikanischen Immobilienmarkt heiß befürwortet hatte (Rendite, Rendite, Rendite. Risikolos), waren sich Hans-Georg und Rainer auch einig. Sind doch nur Zinsen und Gebühren von niedrig bedienten Sparereinlagen, die flöten gehen, während sie ihren Kunden raten, „schlechtem Geld kein gutes hinterher“ zu werfen.

Im Hexenhaus, lieber Rainer, haben Eure bösen Ex-Klienten das versteckt. Aber das wird Hans-Georg auch noch finden. Gell, Hans-Georg? Du packst das schon. Aber dafür solltest Du Deine Brille abnehmen. Schärft den Durchblick.