Mann, Mann, gehts uns gut

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Liest man den Aufmacher der heute schwer Fußballlastigen NW, könnte man meinen, die streitbare NW-Politdame Nicole Hille-Priebe sei vom Bundespresseamt hinsichtlich medialer Stimmungsmache „Alles Klasse in Deutschland“ spezialbehandelt worden. Das allerdings relativiert sie in altgewohnter Manier in ihrem Kommentar auf Seite 2: „Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall haben sich seit Jahresanfang vor allem die Jobangebote von Leiharbeitsfirmen mehr als verdoppelt“. Eben.

Zu den Herren, die sich daneben die präsidiale Hand reichen, kommen wir gleich noch. Die NW ist nämlich der neue „Kicker“. Nur Umfangsdicker. Wie man auf diesem Bild aus dem Paderborner Fußballkasten an der A33 sieht, wird da ein simples Liga-Spiel zweier Abstiegskandidaten am Freitag mal so richtig hochgejazzt. Entgegen der Bildunterschrift steht Paderborns Präses Fink, der Möbelmann, links und der schmale Herr rechts ist der König der Stadtwerke und ARMinia-Präses Wolferl Brinkmann. Dann liest man ein ellllllleeeeeeeeeeeeennnnnnlllllangeeeeees Interview, zu dem sich neben den Sportredakteuren auch Chefredaktor Thomas Seim in den Paderborner Kasten begab. Am Ende träumt man gar gemeinsam von einem „FC Ostwestfalen“, was Uwe Seeler und der VfB Fichte verhindern mögen. Dann doch lieber den SC Verl mit einbeziehen und daraus „Traktor Jöllenbeck“ machen oder „1899 Heepen“.

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Den Clou aber liefert in diesem Blatt ein gewisser Herr Kentsch, ehemals „Kaiser der Alm“ und eigentlich innigst verbunden mit dem architektonisch wie finanziell verunglückten Neubau der Hauptttribüne, dem „Regenwasserschlösschen der 2. Liga“. Also, der Mann hat stahlharte Nerven. Per professoralem Anwalt verwehrt er sich gegen die staatsanwaltlichen Vermutungen hinsichtlich des Verbleibs von über 8 Millionen, die entgegen dem Etat mehr verbaut wurden. Allerdings, abwägig ist das nicht. Wer als Architekt die Plätze der Gastbesucher so versenkt, daß die Leute nichts mehr vom Spiel sehen, der baut auch hochtrabende „Sky-Offices“, die sich nicht vermarkten ließen.

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An der Trainingsstätte des DSC ARMinia XXX läßt derweil ein gewisser Herr Ziege die Truppe des Tabellenfünfzehnten ein wenig Gras fressen. Im Kasten an der A 33 soll es aber einen anderen Geschmack haben.

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Könnte man den Paderborner Bischof nicht dazu gewinnen, mal schnell mit einem Weihrauchfässchen in die Arena zu kommen und für den Segen von oben zu schwenken?

Ein Gedanke zu „Mann, Mann, gehts uns gut

  1. notepicker

    Da hat sich Frau Hille-Priebe ganz schön auf’s Glatteis führen lassen. So ist der private Verbrauch zwar im Vergleich zum 1. Quartal diesen Jahres im 2. Quartal um 0,6% gestiegen, im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres aber um 0,7% gefallen. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Wirtschaftswachstum in 2009 um fast 5% gesunken ist und in diesem Jahr um ca. 1,2 – 2% steigen wird, relativiert sich doch alles sehr nach unten.
    Auch kann ich nicht einen Grund für den euphorischen Halbsatz:“ ..das einzige, das in den Keller geht, ist die Zahl der Arbeitslosen.“ Eine Untersuchung der IG-Metall zeigt, dass 85% der einstellenden Betriebe auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse setzen, 43% auf Leiharbeit und 42% auf befristete Arbeitsverträge. Wurden im Vorjahr im verarbeitenden Gewerbe 119.307 Arbeitsplätze abgebaut, so stieg die Zahl der Leiharbeitsverträge im Vergleich zum Vorjahr in diesem Jahr um 173.801. Vielleicht mußte Frau Hille-Priebe, die ich sonst als kritische Journalistin kenne, ja mal was positives Schreiben. Der Wind in den Redaktionen soll ja sehr scharf aus einer Richtung blasen.

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