Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde. … Auch in Bielefeld

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Eigentlich hatte ich vor, heute Morgen nur ein paar Aufnahmen im neugestalteten – und endlich mal vom Unkraut befreiten – Skulturenpark hinter der Kunsthalle zu machen. Dafür ist der frühe Morgen gut, an dem Rathauschef David noch nach dem neuesten Schuldenwurm angelt (Na, was habt Ihr an der Allgemeinheit gehörendem Gut an die US-Heuschrecken verleast und zurückgekauft und müßt nun nachlegen, weil deren „moderne “ Finanzinstrumente kläglich der Gier zum Opfer gefallen sind?).

Auf der Bank hinter der Kunsthalle sitzt eine kleine Gestalt. In städtisches Politessenblau gewandet, das Sparrensymbol der Obrigkeit („Hi Pudding allwege“) auf dem Ärmel und boebachtet den Parkplatz an der Stätte des Geistes und der Kunst. Denkste, dachte ich mir und befolgte einen Rat der schöneren und besseren Hälfte („Folge Deinem Unterbewußtsein“), indem ich 50 Cent in den Parkautomaten warf und das Schildken hinter der Scheibe des Maybach plazierte. Wir werden noch sehen, warum das Unterbewußtsein mich gesteuert hat.

Weiter ging der Weg in den Skulpturenpark. Die Weltmetropole, der am Nebelswall grade frisches Bitburger angeliefert wurde, spiegelte sich fast überirdisch schön im neuen Wasserbecken der Halle der Künste.

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Der Blick gewinnt Raum, färbt sich in Sepia, nicht ohne den Nebelswall bis hinauf zur Sparrenburg einen kleinen Moment in historische Farbe zu tauchen. So muß es am Rats ausgesehen haben, als die Stadt noch mit Leinen viel Geld verdiente und das Wort „Schulden“ nicht kannte.

Der Wunsch, den Helene Franz an Yoko Onos „Wunschbaum“ vor der Kunsthalle gehängt hat, wird sich wohl nicht erfüllen, solange die Politik – nicht nur im Biotop unter der Sparrenburg aus ziemlich vielen unfähigen Menschen gespeist wird……

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Die kleine Gestalt im städtischen Blau mit dem Sparren auf dem Ärmel kam vom Parkplatz hinter der Kunsthalle und entfernte sich Richtung Nebelswall. Herr, laß Hirn auf diese Stadt regnen. Vor allem am Niederwall. Die Frau hatte tatsächlich 15 Minuten regungslos auf der Parkbank mit Blick auf den geparkten Maybach gewartet. Eilig schritt sie von dannen. Das angeblich leere Stadtsäckel aufzufüllen, war ihr in dieser frühen Stunde noch nicht gelungen. Aber einen vernichtenden Blick darf man städtischen Bediensteten ja hinterherwerfen, oder?

Insofern hatte die bessere und schönere Hälfte Recht behalten. „Folge Deinem Unterbewußtsein“.

6 Gedanken zu „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde. … Auch in Bielefeld

  1. Altherrenriege

    Sehr geehrter Herr Lumo-Karl,
    die Botschaften sind doch ganz klar:

    Der Textexter ist verheiratet, bewegt ein überrepräsentatives Kraftfahrzeug durch die Provinz, kann Bildbearbeitung und gönnt dem kleinen Büttel seiner geliebten Stadt nicht den inneren Reichsparteitag, dem „dicken Fisch“ ein Knöllchen zu verpassen …

  2. textexter Artikelautor

    Dafür liebe ich Euch: klare Kante, immer auf Augenhöhe. Aber nicht alles, was als „Maybach“ bezeichnet wird ist überrepräsentativ. Aber er gönnt der kleinen lauernden Büttelin tatsächlich kein Knöllchen, wenn er bezahlt hat. Den „inneren Reichsparteitag“ darf sie sich gerne anderweitig verschaffen. Nehme mal an, am Niederwall gibt es viele Knöllchenhöhepunkte :-)))

  3. Bielefelder

    Naja, erstens habe ich in Bielefeld noch NIE einen Maybach gesehen, da es ja angeblich drei Stück davon in der Teutostadt geben soll, wundert es mich. Wohl genauso eine Verschwörungstheorie wie „Bielefeld gibt es nicht“.
    Zweitens frage ich mich, wieso einer, der angeblich Maybach fährt, hier so eine Geschichte erzählen sollte…
    Drittens muss man nicht jeder Politesse gleich was unterstellen.
    Viertens sind 48 Mio. € Schulden für die größe der Stadt vertretbar. Berlin ertrinkt in 60 Mrd., und sogar Wuppertal hat über 1 Mrd. € Schulden! Kein Grund also, auf den 48 Mio. rumzureiten, die für eine strukturschwache Stadt sogar sehr wenig sind!
    Alles in allem ein arroganter Post von einem selbsternannten Maybach-Fahrer, der wahrscsheinlich sogar nur nen Panda fährt, um sich hier in der Anonymität aufblasen!

  4. textexter Artikelautor

    Tja Bielefelder. Was willst Du uns denn nun genau sagen? Noch nie was von Satire gehört? Ich weigere mich aber, die 3 Maybach-Zulassungen der Metropole hier aufzulisten.

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