Billigstkoteletts, Niedrigstlohn und die Adabeis

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Nicht weit weg von hier feierte Billigstkoteletthauer und Schalke – Aufsichtsratchef Clemens Tönnies ein Festchen. Unter den fast tausend Gästen neben Adabeis wie Verona Pooth und Veronica Ferres auch „Elite“: Elisabeth Mohn in einem der letzten weißen Escada-Klamöttchen, der russische egomanische Botschafter in Berlin Kotenew und noch einige andere. Mit tiefem und tiefstem Kotau knieten die Tageszeitungen vor dem Herrscher über einige tausend Beschäftigte, von denen ziemlich viele eigentlich nicht vom Niedrigstlohn leben könnten, wenn sie nicht aus Billigstlohnländern herangekarrt worden wären.

Warum die NW neben der Titelseite auch noch die Seite 3 für den Mann, der den Fleischmarkt an vorderster Front mit versaut hat, reserviert, bleibt ein Rätsel.

Schön, wenn wenigstens Rudia Assauer respektlos aus der Ferne in die Schweinskopfsülze des Schalke-Hysterikers spukt:

Ist die finanzielle Lage beim Bundesligisten Schalke 04 doch schlimmer als gedacht? Der frühere Manager Rudi Assauer schürt diesen Verdacht: „Es ist ziemlich ernst. Kleine Unternehmen, die Jahrzehnte mit Schalke zusammenarbeiten – die bekommen regelmäßig nicht mehr ihr Geld“, so Assauer in der DSF-Sendung „Audi Star Talk“. Auch Spieler hätten ihr Gehalt erst mit Verzögerung erhalten. „Manchmal bekommen sie es erst drei oder vier Wochen später“, so Assauer. Verspätete Zahlungen könnten ein Hinweis auf fehlende Liquidität der Königsblauen sein.

Erst am Donnerstag hatten „kicker“ und der Kölner „Express“ berichtet, die finanzielle Situation der Schalker hätte sich extrem zugespitzt. Schalkes Trainer Felix Magath hatte diese Meldungen umgehend dementiert: „Die Situation ist nicht besorgniserregend, ich habe keine Sorgenfalten.“

Na, das ist doch nicht weiter tragisch. Hans-und-Trainer-Dampf Magath wude mit ein paar Millionen geködert und die Koteletts werden noch einn wenig billiger produziert und schon stimmt alles wieder. Denkt Clemens Tönnies. Bisher hat er sich – was Schalke angeht – schon einige Male verkalkuliert. Fußballprofitum hat eben sehr wenig mit gesägten Schweinerippchen vom Billigstschwein zu tun.

Nachtrag: Heute zog dann ein leichtes Lächeln durch die Fußballrepublik, als des Koteletthauers teure Truppe im eigenen Stadion gegen den SC Freiburg verlor. Obwohl ein Schalker pflichtgemäß zu dem getoasteten Formfleisch ganz laut sagte: „Don´t call it Schnitzel“ hielten sich die Freiburger nicht daran.

6 Gedanken zu „Billigstkoteletts, Niedrigstlohn und die Adabeis

  1. madamef

    Von dem Artikel kann es einem noch übler werden als von dem Fleisch.
    Die gleichen Visagen blickten einem aus dem NW-Spezial über den Wechsel des Chefredakteurs an.
    Sehr merkwürdig die Veröffentlichung der Gästeliste.
    Offensichtlich hat man keine Angst vor einer RAF-ähnlichen Vereinigung.
    Der französische Philosoph Michel Foucault beschrieb in seiner Analyse von Strukturen der Macht, dass sich die Mächtigen immer ungenierter und dreister zeigen, je sicherer sie sich fühlen. Diese Offensichtlichkeit fordere aber mehr und mehr jene zum Widerstand heraus, die unter den Mächtigen zu leiden haben.
    Ich kann nur hoffen, dass Foucault Recht hat.

  2. omega

    EIGENTLICH kann Niemand von Billigstlöhnen leben, egal wo er/sie herkommt!

  3. textexter Artikelautor

    Omaga, in Rheda-Wiedenbrück klappt das aber. Dafür gibt es dann extra Billigstbehausungen, wo die Bandarbeiter untergebracht sind. Andernorts macht man das per Aufstockung, also: „Unternehmer ist nicht willens, genügend Lohn zu zahlen, dann wird eben per Hartz 4 durch die Steuerzahler aufgestockt“, bis der/die arme TeufelIn so grad eben über die Runden kommt: Schöne, deutsche Wirklichkeit, die Ende September auch noch von rund 70% der Wahlberechtigten belohnt wird.

  4. textexter Artikelautor

    @ madameF: So ein klitzekleinwenig dräuende RAF könnte hier ein klitzekleinwenig Angst in die Visagen bestimmter Leute zaubern. Was der Sache nur gut täte. Medienmäßig klappt das aber nicht: Da zaubert die Schäuble-Mischpoke dann eben selbst gemachten Terror aus dem Hut. Am 1. September jährt sich der Tag, an dem ein gewisser AH dafür damals die Blaupause lieferte.

  5. herostratos

    Mit Verlaub! Das sind gewiss keine „Mächtigen“, sondern zu Geld gekommene Spießer, die sich in der Öffentlichkeit allzu gern darstellen lassen-egal, wie bescheuert sie aussehen…Schlimm eher, dass es Redakteure gibt, die diesen Müll produzieren…bei der Vorstellung des neuen Oberschreiberlings in dieser „Zeitung“ steht ja auch, dass sich Vieles ändern werde, und mancher Leser werde ja schon mitgekriegt haben, was…!° Ja, eben das, man macht auf Boulevard mit möglichst vielen der neureichen westfälischen Bauernköpfe..;-)))Die könnten ja mal ne Anzeige kaufen… Das Niveau dieses Blättchens – rasant auf Talfahrt…!

  6. textexter Artikelautor

    Wenn „Elite“ so aussieht und sich so gibt, dann paßt ja, was das Blättchen da kniend abdrückt. Unter dem neuen Chefredaktor wird sich nicht nur nichts ändern, es wird boulevardesker, das sehe ich auch so. Dann lohnt sich jede Zeile Kritik noch mehr.

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