Westfalen-Blatt mit zweierlei Maß

Bloß nicht nachlassen! Das Opfer ist angeschlagen, bald ist es soweit. Jetzt liegt sogar der Rücktritt drin. Denn Ulla Schmidt will vorerst dem Regierungs-Team des SPD-Kanzlerkandidaten nicht angehören. Ist also doch was dran an den Vorwürfen? Nichts ist dran! Die Gesundheitsministerin hatte Pech, dass ihr der Dienstwagen am Urlaubsort gestohlen wurde. Wäre das nicht passiert,
wäre in zwei Monaten keine Bundestagswahl oder hätten wir in diesem Sommer richtige Probleme, würde es niemanden interessieren, dass diese Bundesministerin mit der Staatskarosse in Alicante urlaubt. Natürlich kann man sich vortrefflich darüber aufregen, dass eine Ministerin, die so viel Geld bekommt, ein so teures Auto, und dann noch mit Fahrer… Es steht ihr aber zu. Ob das nicht alles zu teuer ist? Alles kann neu geregelt werden. So wäre zu überlegen, auf gepanzerte Limousinen für alle Minister und Kanzler zu verzichten. Ist billiger. Oder auf den Fahrer, jeder hat einen Führerschein. Das spart. Oder auf Personenschutz. Niemand will einem Minister an den Kragen. Wenn doch, fragen alle, wie ein Minister allein, im eigenen Wagen. Wie dumm! Genau.

Liebes Westfalen-Blatt. Ganz so einfach sollte Euch aus der SchwarzGelben Ecke das Zurückrudern im Falle Ullallallla ja nun auch wieder nicht gelingen. Schließlich war es die Phalanx der SpringerBertelsmannMohn-Medien, die Zeter und Mordio schrie und geflissentlich Angela Dorotheas Flug per Lear zum privaten Buchsigniertermin vor 2000 beigen Windjacken auf Sylt erst gar nicht erwähnte. Kommentiert also bitte nicht nur den Splitter UIlla sondern auch den Balken Angela Dorothea. Es ist weder da noch da sauber gelaufen im Sinne dessen, was uns die Mitglieder der Berliner Junta tagtäglich mit erhobenenem Zeigefinger predigen. Wäre Ulla in einer anderen als der Schrumpfvolkspartei, der sofortige Rücktritt wäre die Mindestforderung der neoliberalen Kampfpresse.