50 Mio. für den Karstadt-Leichenfledderer

Der Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Karstadt kann laut einem Zeitungsbericht mit einem Honorar in zweistelliger Millionhöhe rechnen. Demnach soll Klaus Hubert Görg nach Angaben aus Verhandlungskreisen mehr als 50 Millionen Euro bekommen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Görg hatte vor einem Jahr das Karstadt-Insolvenzverfahren übernommen. Der Konzern beschäftigt derzeit noch 25.000 Mitarbeiter. Vor einigen Wochen wurde ein vorläufiger Kaufvertrag mit dem Investor Nicolas Berggruen unterzeichnet, der aber noch über die Höhe der Mieten für die Karstadt-Immobilien verhandelt.

Da kommt Freude auf. Jubel. Trubel, Billigsekt an der Bahnhofstraße. 50 Mio. für den Leichenfledderer, der so dermaßen hart und unendlich viel mehr gearbeitet hat als die Mitarbeiter, die „nur“ auf Lohnteile, Urlaubsgeld, und, und, und für den von anderen vor die Wand gefahrenen Laden verzichtet haben. Irgendwie stinken die aktuelle Insolvenzordung und die Praxis der Gerichte ganz gewaltig. Von oben nämlich.

3 Gedanken zu „50 Mio. für den Karstadt-Leichenfledderer

  1. Andreas Knepper

    Genau! Ich bin dafür, dass alle Insolvenzverwalter ab sofort für lau arbeiten. Der Job an sich und die Anerkennung die man bekommt, sind im Grunde Lohn genug. BTW: Was ist ein „Fledder“?

  2. textexter Artikelautor

    Andreas. Für „lau“ verlangt niemand. Aber offensichtlich weißt Du zu wenig über diese „Branche“, dann wüßtest Du um die „Feinheiten“ und die für clevere juristische Alleskönner doch ziemlich immensen „Gestaltungsmöglichkeiten“. Außerdem: Da steht doch „Fledderer“ :-))))))

  3. Andreas Knepper

    @textetxter: Du, gern geschehen, keine Ursache ;o)

    Im Übrigen ist die Vergütung eines Insolvenzverwalters gesetzlich geregelt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenzverwalter#Ende_und_Verg.C3.BCtung

    „DER kriegt die ganzen Millionen und die Arbeitnehmer müssen auf ihre Kohle verzichten“: Auf den Zug sind verschiedene Medien aufgesprungen. Ich finde es indes wichtig – genau wie du schreibst – das ganze bild zu liefern und zu erwähnen, dass sich die Vergütung des Verwalters nach einer Formel errechnet.

    Der Mann und sein etwa 20 Leute umfassendes Team wären echt coole Socken, wenn sie einen Teil an die Belegschaft zurückfließen ließen. Aber sie müssen das nicht.

    Die Summe steht übrigens noch garnicht fest. Wer die „Feinheiten“ der „Branche“ kennt, weiß das eigentlich auch ;o)

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