Bielefeld reif für Paplik Juhink

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Pssst. Seien Sie doch mal still. Hören Sie es? SSsssssst. Clack. Sssssttt. Clack.

Sie haben sich nicht verhört. Das Geräusch kommt aus Richtung AlmSchücoArena. Seit 8 Uhr hat Bielefelds Chefmarketer Holtkamp mindestens schon 51 mal die extra besorgte Großleinwand vor der neuen Osttribüne der Arena an und aus gemacht. An und aus. An und aus. Zwischendurch biß er in ein Sponsorbrötchen. Dann wieder. An und aus. Soll doch schließlich alles klappen heute Abend, wenn Tapas auf Sauerkraut treffen. Sind Sie reif für ein bißchen Paplik Juhink?

Derweil kneten sie die Ballacksche Wade. Im Kanzlerbüdchen in Berlin-Mitte hat sich die Kanzleuse noch einen Löffel Templiner Hinterwaldhonig auf die Stulle geträufelt, derweil der Bundeshorst in seinem Schloß Bellevue die Bielefelder JAB-Anstoetz-Vorhänge vorgezogen hat und mit seiner Frau Eva vor dem hauseigenen Altar eine letzte Ansprache in zwei Versionen übt. Version 1: „Liebe deutsche Gewinner….“, Version 2: „Liebe tapfere deutsche Verlierer…..“. Der Gesetzentwurf, Badisch zur deutschen Amtssprache zu machen, ist allerdings schon unterzeichnet. Da isch der Horscht schnell. Draußen in Schönefeld stehen schon Bundeswehr Nummer 1 und Bundeswehr Nummer 2 zum Abflug nach Wien bereit. Beide persönlich von Hochstirn Steinbrück mit den letzten billigen deutschen Benzinreserven vollgetankt und durch erhöhte Nettokreditaufnahme im Haushalt 2009 bezahlt.

Um 19 Uhr wird dann St. Angela Dorothea persönlich das Coaching der deutschen Kicker übernehmen und die Ballacksche Wade noch mal richtig durchkneten. Da hat sie ja nach den öffentlichen Wegbissen von Bimbes-Kohl, Anwalts-Merz, Steuer-Kirchhof und Rolli-Schäuble viel drauf. Vielleicht benutzt sie auch die Handkante. Wie bei allen Entscheidungen gegen das deutsche Volk. Sie setzt auf eine Taktik der „bürgerlichen Mitte“. Also mittendurch da, wo die Toreros am massiertesten stehen. Das hat sie kürzlich in Toledo beim Stierkampf gesehen, als ein dünner Mann ein rotes Tuch schwang und schließlich den schwarzen Stier mit einem langen Dolch tötete. Oder war das Tuch schwarz und der Stier rot? Der Metzger aus der Innenstadt, der ihn verwurstete sagte, er habe Beck-Lafontaine geheissen. Seltsam.

Los gehts um 20.45 Uhr. Falls die ARD nicht ausfällt. AlmSchüco macht um 19 Uhr auf und wird ebenso rappelvoll wie der Ravensberger Park und andere öffentliche Kuckereien. Falls es nichts wird mit dem Pottgewinn ist ab Montag wieder Alltag in Deutschland angesagt. Fähnchen runter, malochen und die Klappe halten. Das Opium fürs Volk wäre dann aufgebraucht.