Wie die Bahn die Blogs durchseuchte

In der SZ Süddeutschen Zeitung vom 28.05. steht ein Artikel über die PR-Praktiken der Deutschen Bahn zu Genosse Mehdorns Zeiten. Ertinnert verdammt an Methoden aus Gestapo- und Stasi-Zeiten. Der flotte Hartmut Mehdorn war offensichtlich nicht nur im Spitzeln gewieft, nein, er wollte auch die Meinungen so zurechtbiegen, wie es ihm und dem versifften Immer-noch- Staatsunternehmen DB so passte. Erst als es nicht mehr ging, wurde Helmut, das flitzige Kerlchen mit dem Rattengesicht mit güldnem Handschlag verabschiedet und tauchte wenig später strahlend bei GAZgerds Geburtstag wieder auf. Der Obertoten-gräber der SPD mit dem Napoleon-Anspruch fand das sicher Klasse.

Wie das ging, liest sich so:

Die Bahn half ihrem Image mit fingierten Leserbriefen und gezielter Beeinflussung der Medien auf die Sprünge. Über eine Million Euro wurde in die Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung investiert. Zu den Daten- und E-Mail-Affären bei der Deutschen Bahn gesellt sich nun noch ein PR-Skandal. Wie das Unternehmen am Donnerstag selber mitteilte, flossen im Jahr 2007 knapp 1,3 Millionen Euro in die „verdeckte Beeinflussung der Öffentlichkeit“.

Dies hätten die internen Ermittler der Prüfungsgesellschaft KPMG nach Hinweisen des Kölner Vereins LobbyControl herausgefunden.

Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube, der erst Anfang des Monats seinen Job angetreten hatte, distanzierte sich umgehend: „Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab“, sagte er. Er werde „umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen ziehen“.

Was genau mit dem Geld finanziert wurde, ist in der Bahn bislang unklar. Offenbar wurden damit Leserbriefe, Meinungsumfragen, vorproduzierte Medienbeiträge bezahlt. Auch die Süddeutsche Zeitung erreichten nach ersten Informationen solche fingierten Bahn-Leserbriefe.

Bei einem Teil der Agenturen – nicht nur in Deutschland – hat sich das Instrument „Public relations“ zu einer wirklich schweinischen Veranstaltung entwickelt. Da wird geschmiert, was die Konten und Budgets hergeben, getuschelt, manipuliert und gefälscht, getrickst und gezinkt. Fast alle Ministerchen halten sich mittlerweile PR-Manipulateure. Es stinkt gewaltig. Paßt aber zu dem sumpfigen Verwesungsgeruch, der aus dem politischen Berlin-Mitte herüberweht. Grandios, was in dieser Republik abgeht.

3 Gedanken zu „Wie die Bahn die Blogs durchseuchte

  1. textexter Artikelautor

    Danke. Blitzschnell gemerkt. Blitzschnell korrigiert. Da waren die Gedanken wohl noch bei Erwin Kentsch.

  2. herostratos

    Weder Helmut noch Hartmut, der richtige Vorname lautete stets: „Bahnchef“ Mehdorn…;-))))

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