Städtebaulich eine Liga für sich:

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Dieses herrliche Panorama wird Ihnen präsentiert von der Altherrenriege.

13 Gedanken zu „Städtebaulich eine Liga für sich:

  1. herostratos

    …sorgfältig und liebevoll geplant…so sieht`s normalerweise nach einem Tsunami aus…und irgendwo zwischen dem ganzen Rummel pennt der Baubürgermeister und seine getreuen „Stadtverschönerer“ – und sie träumen vom Ruhestand…:-)

  2. blitzmerker

    @herostratos:
    Stimmt nicht ganz. Nach einem Tsunami kann man alles aus einem Guss wieder aufbauen, ohne historische Altlasten. Am Jahnplatz wird hingegen seit Kriegsende herumgedoktert, wobei sich Generationen von Experten am Spannungsfeld zwischen Verkehrsplanung, Nutzwert und Ästhetik die Zähne ausgebissen haben.

    Also bitte nicht nur herummeckern, sondern konstruktive Vorschläge oder wenigstens positive Gegenbeispiele anführen.

  3. textexter

    Komplett überglasen und Zirkus Krone dauergastieren lassen. Dazu sporadische Auftritte der Arm. Bielefeld im Schüco- „Kleinstspielfeld-Cup“. Problematisch ist nur das ständige Kommen und Gehen der Busse.

  4. herostratos

    @Monsignore blitzmerker…Platzprobleme??!recht hat er…nicht nur meckern, sondern auch kotzen…. muss man: Problem Jahnplatz, Problem Schillerplatz, Problem Willy-Brandt-Platz-, Problem Berliner Platz..und…und…und…Die Stadtverschönerer unter Führung einschlägig bekannter Ratsmitglieder in den betreffenden „Ausschüssen“ (die übrigens ihren Namen zu Recht tragen) haben in BI nichts unversucht gelassen, alle Plätze über die Jahre kaputtzumachen. d.h., man beraubte die Plätze ihres Charakters und machte unsinnige Verkehrsknotenpunkte daraus.
    Was bitte ist ein Platz? Dazu gibt es viel zu sagen, hier nur kurz das „Blitzwissen“ von Wikipedia: „Ein Platz im städtebaulichen Kontext ist eine von Gebäuden umbaute, freie Fläche in Städten. Plätze sind Brennpunkte des öffentlichen Lebens in der Stadt. Sie sind daher das zentrale Thema und Raumelement des Städtebaus.
    Sie sind die „gute Stube“ der Stadt und repräsentieren die Stadtherren oder Bürgerschaft. Sie sind daher zumeist besonders aufwendig gestaltet. Oft liegen wichtige öffentliche Gebäude wie Rathäuser und Kirchen an zentralen Plätzen. Die umliegenden Bauwerke haben prächtige Schaufassaden. Der Platz selbst wird mit Monumenten und Brunnen dekoriert, der Bodenbelag besteht oft aus wertvollen Materialien“… usw.usw.

    Vielleicht, dass Plätze die Bürgerschaft repräsentieren?! Richtig!! Die Bielefelder haben die Plätze so spießig und ungemütlich wie ihre eigenen Wohnzimmer gestaltet. Couchgarnitur vorm TV, Regalwand mit Spiegelverglasung, dahinter drei Konsaliks und vier Utta Dannellaromane, eventuell noch ein eselohriges Telefonbuch, ein halbverfallener Zeitschriftenständer und ein röhrender Hirsch oder ein Michael Heizerbild an der rauhgefaserten Wand. Wie die Spießer, so ihre Plätze!
    Vorherrschend sind „Gelsenkirchener Barock“ und sinnlos zusammengestelltes Gerümpel, siehe z.B. die Wellblechdächer auf dem Jahnplatz…in Rom werden solche Wellbleche in den Slums nahe Trastevere verbaut..!

    Also was braucht ein Platz? Ruhezonen, Kommunikationsecken, Blickfänge fürs Auge, Einladungen zum Verweilen…macht das mal auf dem Jahnplatz…und ihr seid in nullkommanichts plattgefahren! 😉 Also, ein Tsunami kann durchaus auch konstruktive Folgen haben…übrigens wie auch für den heimischen Rasenkickerclub….;-) wie sagte doch der olle Thukydides: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge!“…weil er stets die Chance zum Neuanfang ohne Altlasten in sich trägt…

  5. kath

    Werden über den Kesselbrink umgeleitet, funktionierte bei WM und EM auch schon.

  6. textexter

    7 Bücher beim Durchschnittsbielefelder? Glaub ich nicht. Außer dem Sammelband „BILD. Du Diekmännchen“ wird sich da wenig finden.

  7. mika

    Eine Innenstadt ohne Bäume, lädt immer wieder zum entspannten Verweilen ein. 😀

  8. blitzmerker

    Lieber Brandstifter Herostratos:
    Es stimmt, der Jahnplatz ist längst kein Platz mehr, und der ehem. Schillerplatz wie auch der Kronenplatz sind sogar ganz verschwunden. Der kleine Emil-Gross-Platz, der durchaus Potenzial aufwies, ist der Gastronomie geopfert worden.
    Dafür haben wir den höchst wertvollen Bunnemannplatz und Neumarkt gewonnen, und die mediterrane Stimmung rund um den Alten Markt und Gehrenberg ist kaum zu überbieten 😉
    Trotzdem wünsche ich mir von Herzen, dass meine Stadt nicht noch einmal einen 30.9.1944 erleben muss. Und die Erklärung, wie Sie die Verkehrsströme von der neu zu errichtenden, wellblechfreien Piazza fernhalten wollen, sind Sie schuldig geblieben, der Vorschlag von kath überzeugt mich nicht als Dauerlösung.

  9. herostratos

    @blitzmerker…oh…spürt man da engagement und herzblut für die stadt…???! schön…ok, nochmal kaputter Jahnplatz: Wer einen OWLdamm mitten durch die Stadt baut und so die verkehrsströme bündelt, sollte auch den mut haben bzw. die konsequenz zeigen, dass ein solcher städtebaulicher gewaltakt seine positiven ergebnisse ausreizt und die innenstadt tatsächlich freihält. und so gibt es aus meiner sicht nicht einen einzigen grund, den verkehr so massiv durch die stadt zu führen – oder nur per einbahnstraße…und wenn schon traffic, dann sollte man halt mal auf den Münchner Stachus schauen, wie man dort das „platzproblem“ lösen konnte…jedenfalls nicht mit grauenvollen Konstrukten wie einem völlig inakzeptablen „Kiosk“ mit Pizzabude, den man sich in Dortmund abgeschaut hat. Dieser Kiosk ist ein weiterer zentraler Fehler, der den Platzcharakter gänzlich aufhebt – weil er den Blick auf die tollen Fassaden des alten Rathauses und des Stadttheaters verstellt (von der Grausligkeit des neuen Rathauses wollen wir erst gar nicht reden!)..und…und…und..es wurden so viele sünden verbaut, dass da nicht einmal ein Tsunami zur katharsis führte…
    letztlich, ach ja…noch anzufügen: danke für den „lieben“ Brandstifter ;-)))

  10. K_F_M

    Gern erinnern wir uns an den beherzten „Rückbau“ der Betonkonstruktion Haltestelle Rathaus: Von oben aufs Modell geschaut, genehmigt und gebaut und dann festgestellt: Aua, man sieht Rathaus und Theater ja gar nicht mehr von der gegenüberliegenden Straßenseite! … Lachnummer!

  11. blitzmerker

    Ist ja alles wahr und richtig.
    Gerüchten zufolge sollte ja auch nach dem knapp verfehlten Endsieg Albert Speer um den früheren Jahnplatz (dann: Feldmarschall-Göring-Platz) herum die neue Metropole „Arminia“ aus dem Boden stampfen. Wäre bestimmt schön geworden…
    Kein Gerücht ist hingegen, dass es in der Realität der Städteplanung sehr schwierig ist, allen Interessen gerecht zu werden. Z.B. war der OWD einst – wie von herostratos gefordert – viel „konsequenter“ und „mutiger“ geplant, wobei als kleiner Kollateralschaden die Rav. Spinnerei und das Kamphofviertel geplättet worden wären. Zurecht regte sich Widerstand…

  12. Doc Schneider

    Der Widerstand, der sich regte, kam seinerzeit aber von den Zugereisten. Die Bielefelder fanden das gar nicht gut. Erst viel später hefteten sich die Offiziellen die Erhaltung der Ravensberger Spinnerei (an deren Stelle ein Verkehrskreuz geplant war) stolz an die eigene Brust. Fremde Federn sozusagen.

  13. Hermann

    @ blitzmerker

    Mit der alten Verkehrsplanung hast Du recht. Der OWD allerdings ist nunmal schon da. Also sollte man ihn auch nutzen, wenn es um die Verkehrsberuhigung des Jahnplatzes geht.

    Der Platz würde alleine schon dadurch enorm gewinnen, wenn man über ihn schländern könnte, ohne überfahren zu werden. Dazu noch etwas weniger graue Verkehrsfläche und ein paar Bäume … das macht zwar die Häuser nicht schön, aber es lenkt von ihnen ab. Und mit dann höheren Grundstückspreisen würden sicher auch die Gebäude im laufe der Jahrzehnte anders hergerichtet.

    Aber erstmal richtet sich der Blick wohl auf den Kesselbrink und die alte Bibliothek. Was man bisher so liest klingt ja recht vielversprechend. Ich frage mich nur, woher die Kaufkraft kommen soll, um noch eine Einkaufspassage mit Leben zu füllen. Naja schlechter als es derzeit ist kann es wohl kaum werden, daher bin ich einfach mal zuversichtlich.

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