So werden Städte gräulich ver“schönbessert“

So, und nur so, denken sich die da in ihrem Planungsdezernat, sieht Urbanität aus. Rasterfassade, Pflasterung, keine störende optische Ablenkung. Vor allem kein Grünzeugs, von wegen Schnurbäume, die sind da viel weiter als wir, die lassen die Bepflanzung auch noch weg. Nicht mal Basaltbrocken. Auch kein Goethe. Hier und da ein Ablaufgitter, reicht. Neidisch starrt man vom Main an die Donau: Soweit kommt es noch, daß man von der Provinz lernen muß, wie Großstadt geht. (Vermutlich gibt es im Römer auch schon geheime Pläne, den Main in eine Betonrinne zu verlegen, damit sich am Ufergrün nicht so viele dieser lästigen Passanten aufhalten.)

Andrea Diener, die Frankfurter Journalistin mit den schönen Geschichten, beschreibt die Umgestaltung eines der zentralen Plätze Frankfurts. Was wiederum an die architektonischen Ansätze hinsichtlich unseres Kesselbrink erinnert. Hier in der Metropole ist es allerdings noch ruhig ob des gigantischen Planungsvorhabens, präsentiert vom zuständigen Dezernenten. In Frankfurt gingen die Bürger ob des eintönigen Grau in Grau auf die Barrikaden. Was nichts half, es wurde weiter eingegraut, zugepflastert und aus einem einst lebendig-grünen Streifen vor den Gigantomanen-Türmen einer Deutschen Bank ein „urbaner Lebensraum“ gemacht. Pflegeleicht, bei Demos überschaubar und vor allem für „Publiv viewing“ geeignet. was ja auch auf unserem Kesselbrink ein wichtiges Kriterium werden soll.

Früher – und das gilt auch für den Kesselbrink – hat man solche öffentlichen Plätze „zur Erbauung der Bürger“ angelegt. Heute werden sie grau zugeknallt und „fußläufig erschlossen“ für die KiK´s, Taco´s und andere Billigketten. Ob es den Bürgtern gefällt, ist ohnehin kein Kriterium. Die werden mit „Public viewing“ und Freibier ruhiggestellt. „Klappe halten“ ist die erste Bürgerpflicht.

Ein Gedanke zu „So werden Städte gräulich ver“schönbessert“

  1. Hermann

    Naja .. grauer als Kesselbrink und Jahnplatz geht es nicht. Daher bin ich ob der neuen Pläne doch mal ganz zuversichtlich. Warum auch nicht? Schlimmer als jetzt – da wiederhole ich mich gerne – geht es nimmer.

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