Ein Quantum Verlogenheit

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Nett, wie sich das Westfalen-Blatt um unsere Hausärzte sorgt. Andererseits aber eines der negativsten und handwerklich schlechtesten Machwerke aus der unsäglichen Dr.-Murkel-Regierungszeit meist verteidigt: Die „Gesundheitsreform“. An der sich bekanntlich schon Horst „Kini I.“ von Bayern seinen sehr drehfähigen Ingolstädter Dickschädel abarbeitete. Ganz so tragisch werden wir das wohl nicht sehen müssen, ist doch die Porsche-Cayenne-Dichte vor den winzigen Privatvillen noch recht hoch, sind wenige „ärztliche“ Golfclubmitgliedschaften gekündigt und hat Feinkost-Klötzer noch keine Einbussen bezüglich Lieferung erlesener Spezialitäten in Medizinerhaushalte zu beklagen.

Die Ärzteschaft, die ja teils schon zu Vorkasse gegen später eventuell miese Leistungen geschritten ist, läßt verlauten:

„Da die Bundesgesundheitsministerin nach wie vor nicht erklären kann, wohin denn die angeblichen Milliarden-Beträge für die Honorare der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte geflossen sind und angesichts zunehmender Diffamierungen der niedergelassenen Ärzteschaft durch Politik und Krankenkassen“, haben der Bundesvorstand und die Regionalbeauftragten der ‚Freien Ärzteschaft‘ (FÄ) auf ihrer Frühjahrs-Tagung in Düsseldorf zu bundesweiten Praxis-Schließungen in der Woche vom 18. – 23. Mai aufgerufen. So sollen die vielen geplanten Einzelaktionen zwischen Küste und Alpen gebündelt werden.

„Immer weniger Geld kommt in den Praxen an“, ergänzt FÄ-Präsident Martin Grauduszus, der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung durch Haus- und Facharzt drohe – politisch gewollt – das wirtschaftliche Aus zugunsten profitorientierter anonymer Medizinischer Versorgungszentren: „Dieser krankmachenden Gesundheitspolitik muss Einhalt geboten werden“.

Absolut lächerlich auch die Plakate in vielen Praxen, die der SPD bei der „Bundestagswahl maximal 15% wünschen“. Hatte nicht Chefin Dr. Angela Murkel seinerzeit diese „Reform“ zur „Chefinsache“ gemacht und der nasalierenden Aachener Pflaume UIllala ausdrücklich den Rücken gestärkt? Oder sind die Ärzte nur zu feige, der überstarken Pharmalobby mal die Wahrheit zu sagen? Oder fließen gar die materiellen unversteuerten „Aufbauspritzen“ der Pharmareferenten nicht mehr so reichlich in die diskret hinter dem weißbekittelten Rücken ausgestreckte linke Hand? Ich könnte da von ganzen Hundertschaften von Cartier „Pasha“ und Rolex „President“ bis hin zum jährlichen Porsche Cabrio für die „Frau Doktor“ berichten.

Um Einen geht es bei dem ganzen Spiel ganz sicher nicht: Den Patienten. Wenn es ginge, wäre dem der Wartesaal zum Halbgott in Weiß bis auf lukrativ privat Versicherte ganz versperrt.