Glückliches Bielefeld

Welch glückliche Stadt, dieses Bielefeld. Der Zeitungsleser schlägt den Lokalteil der Bunten aus Sennestadt auf und wird freundlich begrüsst von einer Blondine (sind eigentlich alle Frauen in Bielefeld blond?) mit einem menschlichen Hirn in der linken Hand begrüsst. keine Angst, weder Mord noch Totschlag sind hier das Thema. es geht um das alle brennend interessierende Thema des Aufnahmetests des Vereins für Hochbegabte, Mensa. Man sieht sie förmlich vor sich, die Heerscharen von Müttern, die über das Himmelbett ihres kleinen Lieblings gebeugt, die dessen beim sabbern entstandenen blödsinnigen Kehllaute für die Ausgeburt einsteinscher Intelligenz halten und sich schon mal die e-mail-Adresse des Vereins aufschreiben.

Seite zwei ist der Werbung für das Bielefelder Klinikum und der Commezbank vorbehalten. Aber das echte Highlight der Ausgabe vom Samstag lauert auf Seite drei. „Im Frühjahr gibt’s Lack“, prangt da die Überschrift in fetten Lettern. Heidi Hagen-Pekdemir erlegt den Leser mit einem Blattschuss. „Flieder, Minze und Seerosen: Auf den Nägeln blüht Ihnen was“. Das mir etwas auf den Nägeln blüht, wage ich zu bezweifeln. Das mir aber einiges auf den Nägeln brennt, dafür hat die Heidi mit ihrem PR-Artikel für die Drogerie Wolff und die international agierenden Kosmetikfirmen gesorgt.