„Besser kein Bi als so´n BI“

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Als im verflossenen Jahr die Werbeagenturen „Drogies2Moto/Osnabrück“ und „Inforce/Bielefeld“ mit ihrer „webbasierten“ Imagekampage für Bielefeld und die Region Ostwestfalen so richtig auf die Schnautze fielen, wußten nur Insider um den Kampagneninhalt. Aber das Sendungsdurchdrungene Agenturduo läßt nicht locker und stellte jetzt seine Kampagne erneut vor, diesmal ohne Stadt und Region. Der Marketingleiter eines befreundeten Unternehmens, den man seitens der beiden Kampagnenentwickler ebenfalls einlud, nebst 29 weiteren Unternehmen 3900 Euro zu zahlen, um dann dabei zu sein, formulierte es drastisch: „Gequirlte Kacke. Da macht unser Unternehmen nicht mit“. Oha, repräsentiert es doch einen Milliardenumsatz und mehr als tausend ostwestfälische Arbeitsplätze. Tja, um zum Kern des Ganzen zurückzukommen „Warum hört man so wenig von Bielefeld und Ostwestfalen Lippe?“. Antwort der Agenturen: „Weil die das Beste für sich behalten“. Vielleicht sind sie aber auch zu klug, um Geld für konzeptionellen Schwachsinn auszugeben…..?

17 Gedanken zu „„Besser kein Bi als so´n BI“

  1. textexter Artikelautor

    Oh, hmmmmmm. Schluck. Vielleicht Web 2.0? Eventuell kannte man das bisher in Osnabrück nicht????

  2. Xybernobby

    Ach Leute, das ist richtig chic, das Kaputtmachen von Ideen und Chancen – nicht nur in OWL.
    Nur „wagen und gewinnen“ ist geiler – aber wer traut sich schon?

  3. larissa

    wer ist auf die schnauze gefallen? also ich hab vollkommen andere sachen gehört. mir scheint ihr seid falsch oder gar nicht informiert. Meckern und Jammern ohne Ziel? Ich sehe keine Richtung und schon gar keine Verbesserungsabsicht. Die einzige Funktion eurer Selbstergüsse scheint die Selbstentlastung zu sein: andere herabsetzen, um sich selbst zu erhöhen. Wie armselig ist das denn? Glaubt ihr, dass Bi so irgendwie vorankommt? Kein Wunder, dass sich hier nichts tut, wenn jegliche Aktion derart ausgebremst wird. Vielleicht wärs ja doch besser, wenn es Bi gar nicht gäbe? Dann könntet ihr euch endlich entspannt in den wohlverdienten Ruhestand begeben und bräuchtet euch nicht mehr mit Neid und Missgunst herumzuplagen:-)

  4. Altherrenriege

    Wohl eher so eine Art online-Anzeigenblättchen mit regionaler Lifestylefassade … und das wollte man der Stadt als Image-Kampagne verkoofen?

  5. textexter Artikelautor

    @Xybernobby: Es ist legitim. wenn Sie die Produkte Ihrer eigenen Osnabrücker Agentur verteidigen, Sie sollten aber auch damit rechnen, das es in Bielefeld genügend fähige Köpfe gibt, die Ihren Ansatz beurteilen können und werden.

  6. textexter Artikelautor

    @larissa: „…jegliche Aktion“???? Also „Aktion um der Aktion willen“? Bisschen wenig, um in Ostwestfalen etwas zu bewegen. Außerdem kann jemand, der in den Gremien saß und detailliert Auskunft gab, wohl beurteilen, ob jemand „auf die Schnautze gefallen“ war oder nicht. Warum verweigerten denn die Gremien den Start der Kampagne, warum kam sie partout nicht ins Laufen und warum versucht man es jetzt „privatwirtschaftlich“? Glauben Sie im Ernst, das ein bißchen „Web 2.0“ mit – die Altherrenriege hat es trefflich formuliert – „Anzeigenblattcharakter“ Bielefeld in irgendeiner Weise weiterbringt? BI kommt auch aus ganz anderen Gründen nicht voran. Viele davon werden hier im Blog angesprochen: Brachflächen, Ober/Untersee, Neuer Markt, Amerikahaus, Herforder Straße, Spannungen Oetker – Stadt Bielefeld, usw, usw. Meinen Sie, vor solchen Hintergründen wären zB. Topmanager oder neue Investoren hierhin zu locken, nur weil im Web ein wenig „Web 2.0“-Zirkus veranstaltet wird? Das, was auf besagter Veranstaltung Unternehmen aus unserem Raum angeboten wurde, ist weder „Weltneuheit“ noch reißt sie heimische Unternehmen aus dem Sessel. Persönlich setzen wir damit niemanden herab, warum auch. Das Produkt bzw. die Kampagne ist beurteilbar und einschätzbar. Nicht mehr, nicht weniger. Die Personen, die sie entwickelt und vorgestellt haben, haben ihre subjektiven Ansätze und Ansichten vorgetragen. Sie persönlich zu beurteilen steht uns weder zu noch würden wir es tun.

  7. Xybernobby

    Lieber Doppeltexter, „fähige Köpfe“ denken nach vorn und haben eigene Ideen – zerlabern gehört nicht dazu, das hilft weder dem eigenen Ego noch der Region – und zumindest die hat eine Weiterentwicklung verdient! ;-))

  8. textexter Artikelautor

    @Xybernobby: Es nimmt Ihnen doch niemand den Elan. Machen Sie ruhig, schließlich kostet Ihre private Initiative keine Steuergelder. Aber Bielefelder dürfen doch wohl noch darüber urteilen, was Osnabrücker für sie bzw. die Region für richtig halten. Oder? „Zerlabert“ wurde Ihr Kampagnenansatz, weil er die spezifischen Bielefelder Befindlichkeiten, Strömungen und die Handelnden unter – oder überschätzte.

    PS: Ausserdem ist das hier ein subjektiv geschriebener Blog, mit subjektiven Ansichten einer Reihe von Personen. Und das sollte auch so bleiben. Sollte Ihre Kampagne die Erfolge, die Sie ihr mittelfristig zuschreiben bringen, werden ich darüber gerne – aber subjektiv – schreiben. Solange dem nicht so ist, hat hier jeder das Recht, auch subjektiv negativ darüber zu schreiben. Die fachlichen Fähigkeiten dürfen Sie voraussetzen.

  9. Peter Mahlmann

    Zum einen scheint die „Aktion“ eigentlich zu konzeptfrei, um sie überhaupt zu thematisieren. Derlei irrlichternde Versuche kommen ja täglich vor. Verwirrend scheint eher die rege Teilnahme des Arbeitgeber-Verbandes; überraschend allerdings nicht, wenn man – wie vermutlich textexter und andere – zu einer gesunden Einschätzung stark unterschiedlich gestreuter regionaler Marketing-Kompetenz auf Entscheiderebene gelangt ist.
    Die persönliche Hingabe der Initiatoren ist prinzipiell bewundernswert; etwas debil scheint jedoch die rein emotionale und aggressive Reaktion auf eine sachliche Einschätzung des „konzeptionellen“ Hintergrunds bzw. dessen Absenz zu sein. Liebe Kritiker: Den Urhebern dieser illustren Ideen ist es deutlich lieber, wenn ihr „Juhuu“ ruft. Oder schämt Euch doch einfach für Eure Branchenkollegen, statt lauthals rumzumosern!

  10. textexter Artikelautor

    🙂 Lieber Peter Mahlmann: Wir schämen uns, gehen in uns und kreieren die sinnfreie, aber volksnahe Kampagne „Bielefeld in Sack und Asche“. Sie hätte den unschätzbaren Vorteil, das auch die „schweigende Mehrheit“ der ostwestfälischen Unternehmen/Unternehmer mitmachen könnte. Darauf ein herrliches Krombacher. Vielleicht gelingt uns ja ein krächzendes „Juhuu“.

  11. Marina S.

    Ich bin Bielefelder Einzelhandelskaufffrau und sehe enorme Defizite im Marketing meiner Stadt. Leineweber-Markt, Carnival der Kulturen, La Strada – alles Einzelaktionen, die zwar Volk in die Stadt bringen, am Bielefeld-Image aber auch gar nichts drehen. Auch diesem Kampagnenbemühen aus der wohl führenden Feder einer kleinen Osnabrücker Agentur mit seltsamem Namen kann ich nichts abgewinnen. Angehört habe ich es mir in der „Neuen Schmiede“. Neben der windschnittigen Moderation besonders albern fand ich den Auftritt der „Generation Internet“. „Internetbasierte Multimediaplattform“? Was bringt es Bielefelds Image, wenn sich darauf zB. Dr. Oetker, Gildemeister, Dürkopp, und andere regionale Unternehmensgrößen tummeln und ihren PR-Kram absondern? Was bringt das dem Einzelhandel der Region, was bringt das der Stadt Bielefeld, was der Region? Aus meiner Sicht ist das eher eine sinnfreie, an den Haaren herbeigezogene Aktion, die Geld in die Kassen der Agentur mit dem unmöglichen Namen und ihrem Bielefelder Beifahrer inforce spülen sollen. Ich werde mit meinem Unternehmen ebenso wie viele meiner Kollegen nicht mitmachen.

  12. Asbach U.

    Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Werbeagentur versucht, ein abgelehntes Konzept anderweitig unterzubringen und zu Geld zu machen.
    Schließlich ist das Ganze dafür ideal geeignet: Es ist wunderbar austauschbar und kann 1:1 auf andere Kleinstädte umgelegt werden.

  13. textexter Artikelautor

    Gegen das anderweitige oder privatwirtschaftliche Vermarkten ist in der tat nichts einzuwenden. Aber ich traue Minden, Höxter, Paderborn, Lemgo, Detmold sogar bessere eigene Konzepte zu. Hat eigentlich Osnabrück so ein Konzept? Würde ja naheliegen…..

  14. HRH

    Ein Fertigprodukt muss es sein:
    Alle Rubriken und Bereiche fix und fertig voreingestellt.
    Individualisierte Städteoberfläche drauf („Laden Sie hier Ihr Stadtwappen hoch, es erscheint sofort an allen relevanten Stellen“) und eine idiotensichere Eingabeoberfläche dazu, schwupps, schon können Schieda-Schwalenberg, Löhne-Hüllhorst, Werl-Aspe, Bönen-Pelkum und all die anderen Gemeinden ohne professionelle Hilfe internetgestützt und multimedial geplattformt im WWW mitmachen und der Anbieter kassiert die Miete.

  15. textexter Artikelautor

    „Instant-Web“. Nur DSL drauf und die Sache ist auch für ihre Gemeinde angerührt.

    HRH, das sollten Sie sich patentieren lassen. Und flugs mit den Osnabrücker Kreativen eine Kooperationsvereinbarung treffen. Bönen-Pelkum ist ganz besonders heiß darauf.

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