After-Weihnachts-„Sale“ unter der Sparrenburg

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Eine Wette war es, die den Schreiber in den Innenteil der glanzvollen Metropole an der reißenden Lutter trieb. „Du wirst bei der Fülle heute keinen Parkplatz finden“. Was gegen 14:30 Uhr schon mal nicht eintraf, wie oben dokumentiert (Cinestar-Parkhaus). Drinnen übertraf das Quietschen der Reifen der mit Outbacklerischem Kennzeichen versehenen Wägen die Erwartungen. Krachend überfuhr das Männlein „Typ Kleinbauer“ mit seinem alten Daimler die Begrenzungen zwischen Auf – und Abfahrt. Unisono wurden ein halbes Dutzend Fluchtgänge reingehauen. Der Outbackler am Volant hatte Glück. Nichts passierte. Derweil sein zartes Frauchen seelenruhig auf dem Schleudersitz neben ihm harrte. „50 Jahre hat er den Führerschein. Kein Unfall, und die Toten ließ er hinter sich liegen“. Jau. (LIP = „Landwirt in Panik“). Im Radio gab eine sich überschlagende paranoidhysterische politische Stimme kund von den kommenden Nacktscannern, die ob der gewaltigen neuen Bedrohung nun schnellstens eingeführt werden müßten. Bub, ob Du schon mal während der Afterweihnachtssaletage in der Innenstadt warst? Wahrscheinlich spricht er aber auch nur gut geschmiert für die Industrie, die nun Morgenluft für das Nacktscannen wittert. Armer, armer Irrer.

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Eine so wundervolle Metropole wie Bielefeld lebt aber auch vom Spannungsbogen der Gegensätze:

doof – klug
klein – groß
verrottet – super

In der Renteistraße in der Altstadt finden sich da gleich mehrere Gegensätze. Urmini – BMW-Mini. Verfallender Giebel…

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… und Balkonluftiger Hochsitz…

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Michelangelo soll ja mal gesagt haben, als ihm damals ein Ratsgymnasiast einen Kupferstich von Bielefeld zeigt: „Gebt mir einen einfachen mittelangen Hebel und und ich hebele diese Armseligkeit oben vom Johannisberg für immer aus“. Zum Glück kam er nicht in den Marktflecken und setzte seinen Fuß nicht in die Renteistraße ….

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Wäre es passiert, trüge OBPit heut keine güldne Stadtkette unterm zarten Kinnlein und dieser Schuhladen Ende Renteistraße müßte gar nicht erst aufgeben. Es gäbe ihn einfach nicht ….

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…und der herrliche Blick über den Niederwall hinüber zu Nikolaus Dürkopps alten Hallen, wo einstens Motorräder, Autos und Nähmaschinen gebaut wurden, wäre auch nicht da….

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Später meinte die schönere und bessere Hälfte nur: „Was hast Du denn für schlechte Laune. War es so voll in der Innenstadt?“. Nö, ging so. Aber an vielen Häusern Bielefelds sollte man nicht hochgucken. Viele Straßen und Strässchen weder betreten noch fotografieren und sich einfach denken: Andere Städte haben auch schlimme Ecken. Ok. Aber vielleicht nicht so viele?

Ein Gedanke zu „After-Weihnachts-„Sale“ unter der Sparrenburg

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