Der Bläser im Westen

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(Bild: Susanne Freitag)

Ein tiefer, langgezogener Ton dringt aus dem Garten von Eberhard Abker. Die Vermutung, dass sich ein Schiffsdampfer in den Bielefelder Westen verirrt haben könnte, erweist sich als falsch. Stattdessen steht der ahnungslose Besucher plötzlich vor einem Alphorn. Auf Hochglanz poliert und über vier Meter lang, nimmt das Schweizer Nationalsymbol einen guten Teil des Abkerschen Grundstücks ein. „Einst wurden sie zur Nachrichtenübermittlung von Alm zu Alm benutzt“, klärt der stolze Besitzer auf. „Heute werden sie nur noch zum Spaß gespielt.“ Der 77-Jährige Bielefelder ist vermutlich einer der wenigen Menschen außerhalb Süddeutschlands, der die großen Blasinstrumente nicht nur spielen, sondern auch herstellen kann.

Rund 260 Stunden Arbeit stecken in dem selbst gebauten, etwa 5 Kilogramm schweren Instrument. Kaufen kam für den gelernten Tischler und Drechsler nicht in Frage. „Die Bauanleitung habe ich mir von einer Alphorn-Truppe aus Thüringen besorgt“, so Eberhard Abker. Kennengelernt hatte er die Thüringer bei einem Jagdhornwettbewerb im sauerländischen Olpe. „Sie hatten einen Gastauftritt bei dem Wettbewerb. Ich war von der Musik sofort begeistert und habe zu meiner Frau Ruth gesagt, dass ich das unbedingt auch einmal ausprobieren möchte.“ (Quelle: Bielefeld-Marketing)