Merkur . Götterbote im Abseits

Lange Zeit schmückte er den Alten Markt, die „gute Stube“ von Bielefeld. Dann meinte die zum Oetker-Konzern gehörende Lampe-Bank, ebenfalls am Alten Markt, man könne ihn doch gut durch einen Brunnen in Form einer Puddingschüssel ersetzen. Es hagelte Proteste. Aber eines Tages landete Merkur, Götterbote und Schutzgott des Handels, (vom Künstler Herbert Volwahsen in der 60er-Jahre Formensprache erschaffen) auf dem städtischen Bauhof. Der „Rat“ der Stadt hatte mal wieder, wie so oft, Fakten geschaffen.

Was die Bürger dachten, schien egal zu sein. Dann kam das neue Puddingteil in hellem Marmor auf den Alten Markt, sprudelte gar lieb. Und vergessen ist der Merkur, dessen kaum beachtetes Dasein sich heute auf dem kleinen Platz vorm Hotel Mercure in der Bielefelder Altstadt abspielt. Ob sich noch jemand an ihn erinnert?

Merkur

2 Gedanken zu „Merkur . Götterbote im Abseits

  1. Krawalli

    Die Römer setzten den griechische Hermes mit ihrem Gott des Handels, Merkur, gleich. „Mercurius“ hieß der Händler, „mercator“ der Käufer, „merx“ die Ware. Aus „mercatus“ (lat., Markt, Warenmesse) wurde schließlich unser Wort „Markt“. Etymologisch stehen „Marketenderin“, „Kommerz“ und „Kommerzialrat“ dem „Merkur“ ähnlich nahe, wie auch „merkantil“, „Merkantilismus“, „Merchandising“ oder „Marketing“.

    Die Griechen nannten ihn Hermes, die Römer Merkur. Sie verehrten ihn als Gott der Wege, der Reisenden, der Händler und der Diebe…

    Insofern ist die „Wanderung“ des Bielefelder Merkurs aus kosmologischer Sicht sozusagen „naturgegeben“!

    Quelle: Der Gott, der den Markt erfand (Wie die alten Mythen um Merkur die moderne Zeit beflügeln)
    Von Christian Pinter, Wiener Zeitung

  2. textexter Artikelautor

    Danke für das Stöckchen. Und nun läuft der arme Kerl vorm Mercure Schlitt und darf höchstens mal am Wcohehnende zugucken, wie die Bielefelder das Frühstücksbuffet vertilgen. Aber hat der „Rat“ nicht auch schon mal eine Eisbahn in Bielefeld über Nacht platt gemacht?

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