Wie Frank-Walter Apfelessen und Kaukasuskrise managt

Im Obstgarten von Gut Schmerwitz sitzen drei kleine Jungen. Jeder hat einen grünen Apfel in der Hand, neben ihnen steht einladend eine Holzkiste mit noch mehr Obst. Sie warten darauf, dass der hohe Besuch sich zu ihnen setzt. Doch noch ist es nicht soweit. „Erst mal Afghanistan“, bestimmt eine Frau. Die Reisegruppe ist an „Bildpunkt 7“ angelangt: Im Hintergrund ein bröckelndes altes Gutshaus, davor der Außenminister im Mikrofonwald.

Vor einem Jahr war noch bezweifelt worden, ob der Technokrat Steinmeier je ein Vollblutpolitiker werden kann. Inzwischen hat er sich immerhin als Bierzelt-tauglich erwiesen. In Hessen und Bayern versetzte er im Wahlkampf ganze Säle in Stimmung. In Belzig zeigt er, dass er auch das älteste Erfolgsrezept verinnerlicht hat. „Wo sind die Kinder?“, ruft er. Bei jedem Stopp lässt er sich mit Nachwuchs ablichten – vor dem Feuerwehrauto, auf der Skate-Bahn, neben Pferden.

Steinmeier muss sich nicht anstrengen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Der gebürtige Westfale glaubt, eine ähnliche Mentalität bei Westfalen und Brandenburgern festgestellt zu haben. Beide seien schnörkellos, sagt er. Trotz aller Leutseligkeit umweht seine Auftritte immer noch ein Hauch von Staatsbesuch. Die Ehrfurcht ist groß. Die Betriebsleiterin auf Gut Schmerwitz begrüßt ihn gleich zweimal mit „Herr von Steinmeier“. Zumindest in der brandenburgischen Öffentlichkeit entlang der Route scheint sich die Überzeugung durchgesetzt zu haben, dass Steinmeier Kanzlerkandidat wird. „Wenn nicht er, wer dann?“, fragt ein Dorfbewohner in Schmerwitz.

So macht der SPIEGEL, die neue BLÖD für leicht gehobene Intellektuelle aus dem Hause SpringerGrunerundJahr mal wieder zwischen den Zeilen Stimmung gegen die SPD, nachdem sie die Quantenphysikerin auf dem Berliner Regierungsthron zur „mächtigsten Frau der Welt“ erkärt. Abgeschrieben aus Forbes! hat man das und mangels Konkurrenz – ist Angela Dorothea eben konkurrenzlos. Jedenfalls ist jetzt der eigentliche Aussenminister, unser Lipperländer Frank-Walter, dran und kriegt die bestellte Häme der C- und D-Journaille aus Hamburg ab.

Ob er überhaupt das Zeug zu einem Bundeskanzler hätte, möchte ich nicht beurteilen. Schlechter als Templins ganzer Stolz würde er es sicher nicht machen. Zumal doch demnächst CDUCSUSPD eine einzige Partei werden: „Staatspartei des demokratischneoliberalen Aufschwungs“. Da kann man dann ruhig mal Apfelessen, Kaukasus Sackarschwilli, Bush, Obama locker auf ein iPhone packen (Spöonsert by Telekom?)