Össelig

Össelig, den Begriff kann keiner kennen, der nicht in Ostwestfalen lebt. Össelig? Das ist zum Beispiel die Abfahrt vom Ostwestfalendamm, der Bielefelder Stadtautobahn. Össelig ist sie: Verschmutzt, dreckig, aus jeden dritten Autofenster fliegen die Flaschen, Papiere, Kippen. Müßte nicht sein. Aber Deutschlands rollende Ferkelkippen scheinen nicht an Tankstellen und Waschanlagen entsorgt zu werden, sondern öffentlich. Gäbs da mal ab und zu Bußgelder hätte ich nichts dagegen. Stattdessen werden die Laserpistolen an Stellen auf die Autofahrer gerichtet, wo man satter abkassieren kann. Oder man zieht Knöllchen am Johannisberg während einer Zirkusveranstaltung. das würde ich ebenfalls als össelig bezeichnen: unanständig.

4 Gedanken zu „Össelig

  1. textexter Artikelautor

    Ist „öddelig“ nicht „überanstrengt, müde “ oder so ähnlich? Jedenfalls nicht össelig.

  2. Dr. Wottsen

    Öddelig ist „bäh“ bzw. „unwohlig“ („unangenehm“ triffts nicht). Fieses Mischwetter ist zum Beispiel öddelig (-> Öddelwetter). Eine vermüllte und versiffte Hofeinfahrt ist auch öddelig. Öddelig ist allerdings auch (körperlich) nicht stabil, schwächelnd. Ein Motor öddelt, wenn er nicht sauber und rund läuft. und wer rumöddelt, der ist unentschlossen.
    („Nu‘ öddel nich‘ rum, sondern …“

    Össelig ist mir hingegen noch nicht begegnet, zeigt aber eine deutliche Verwandschaft zu öddelig, was die Bedeutung angeht.

  3. Ich

    Also, össelig und öddelig würde ich persönlich ja gleich setzen. Össelig gehört auch zu Nieselwetter etc.; Öddelig eher zu verschmutzter Kleidung usw.

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