Beim Nachdenken über Jena und Weimar

p1020422.jpg

Nun gestern also Termine in Jena und ein Abstecher nach Weimar. Bewies der Termin in Jena im Dunstkreis der Carl Zeiss AG, das sich in bestimmten Unternehmenskonstellationen durchaus Gutes und auf dem Weltmarkt Konkurrenzfähiges entwickelt hat, wenn klares Marketing dahintersteht, galt ein Blick auch den Infrastrukturmaßnahmen und der Entwicklung der Immobiliensubstanz. Es mag jetzt seltsam klingen, aber unser Bielefeld mit seinen gigantischen Brachflächen, vielen defekten Straßenbelägen und in manchen Bezirken erschütternden Zustand der Bausubstanz, schneidet wahrlich nicht günstig ab. Die Dichte der Baukräne – und Tätigkeiten ist erheblich höher als in unserer Gegend.

p1020423.JPG

Dazu muß man sich in Weimar gar nicht in die von Touristenmassen besonders aus China, Japan oder USA bevölkerten Dunstkreise von Belvedere, Anna-Amalia-Bibliothek, Elephant, GoetheSchiller-Denkmal, Goethes Gartenhaus oder Goethes Haus am Frauenplan begeben. Auch Abseits der Devotionalstätten sah der größenmäßig durchaus mit hiesigen Städten wie Herford, Detmold oder Lemgo vergleichbare Hort der deutschen Klassik, aber auch Sinnbild Versagens deutschen Bürgertums und Kapitulation vor einem gewissen Hitler rundum erneuert aus.

p1020424.JPG

Natürlich gibt es abseits der Hauptblickachsen noch DDR-Charme. Aber das gibt es hier bei uns auch. Heißt nur anders. Erinnert sei an Amerika-Haus, Kesselbrink, Alte Hauptpost, Neue Hauptpost.

p1020425.JPG

Zurück auf der Autobahn gen KasselPaderbornBielefeld. Am Kirchheimer Dreieck blockierte ein Tanklastzug mit gefährlicher Ameisensäure querstehend alle vier Fahrspuren und sorgte für einen Gigantostau von 40 Kilometern Länge. Was mich fatal an jenen Tag des WM-Spieles in Dortmund erinnerte, als dem deutschen Einzug ins Finale auf Rasen und der Autobahn ein Zambrotta im Weg lag. Der Ameisensäuretransporteur hatte allerdings 2 Promille getankt….