414.000 €. Einfach „durchgewunken“

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Woanders sagt man zu so einem Stadtrat „Elferrat“. Und läßt ihn nur in der närrischen Zeit tagen. Narrhallamarsch. Tusch. Kamelle. Jetzt haben sie die 414.000 € Mehrkosten für die U20-Frauen-WM in der Metropole ziemlich stillschweigend durchgewunken, die Damen und Herren mit den großen leeren Köpfen. Da ist guter Rat eben nicht teuer, wenn es um die Krone und Nachfolge von Schilda geht. Da hat die Glitzermetropole am Teuro allerbeste Aussichten auf den WM-Titel und einen ganzen Niederwall Vorsprung. Könnte man ja verbinden mit den „weltweit gesendeten Bildern von der Alm“. Huch. Das ist Stadtmarketing vom Allerfeinsten. Erstmals nämlich erlauben DFB und FIFA im unteren Drittel des TV-Bildes, da wo immer Tore und Schützinnen angezeigt werden, eine Dauerwerbeleiste mit „Bielefelder Ansichten, Aussichten und eingeblendet den aktuellen Schuldenstand der Metropole“. Außerdem soll es eine Tombola geben, moderiert von OBPit: „Gutes unter der Sparrenburg“. Hauptgewinn: Eine Nacht als Burgfräulein oben im Steinhaufen unter den drei Sparren. OBPit und die RitterInnen der Ampelrunde vom Rat werden persönlich den Nachttrunk überbringen und gesponserten Pudding von Otti Doetker anrühren. „Vanille-Mandel-Sand“ für Damen, „100% Pur Choc für Herren“.

Das Motto der WM-Spiele in der Sparrenstadt steht auch schon: „Lustige Spiele unter drückenden Schulden. Hurra, wir hams ja“. Es tritt das Ballett des städtischen Rates auf. Inge S. gibt das verwunschene Grünchen in schneeweißem Tutu. Der Ritter im gelben Gewams umgarnt sie gar köstlich. Wer nicht weiß, was ein Tutu ist, bitteschön.

7 Gedanken zu „414.000 €. Einfach „durchgewunken“

  1. Aschesammler

    Diskriminiere er gefälligst nicht ständig junge motivierte Fußballerinnen als will-keiner-sehen-Statisterie!

    Es kann nur besser werdem als Arminia.

  2. mika

    U20-Frauenfußball-WM… Stadtmarketing für Arme. Passt schon.
    Für 800.000 € hätte man so wunderbar schöne Dinge in dieser Stadt machen können, aber nein….

  3. packer

    Hm, fast ne Millionen für quotenschwachen Fußball, aber kein Geld für Public Viewing bei einer „echten“ WM?

  4. Kritiker

    @packer: naja. bei der U20-WM ist Bielefeld ja „Mitveranstalter“. Da muss man die Kohle schon locker machen…im Gegensatz zum Rudelschauen

  5. Hans Gustav

    Es ist schon eine „Schw…….“, was die Oberen mit uns Bürgern veranstalten. Einerseits hat meiner Erinnerung nach doch ein Vertrag geregelt, dass die Stadt „nur“ ca. 400.000,- € zahlen soll und nun noch einmal die selbe Summe zusätzlich ? Stand das auch im Vertrag? Da kann man doch als Vertragspartner verlangen, dass die andere Seite ( war es Arminia? )den Vertrag erfüllt. Ansonsten gilt so ein Vertrag als aufgelöst und nicht erfüllbar – ergo also keine U-20 – Veranstaltung in Bielefeld. Soll der Fupballbund doch dann wo anders das Spiel ausrichten.
    Aber bei solch „kleinen“ Beträgen kann der OB ja großzügig sein, um dann anschließend dem Bürger noch tiefer in die Tasche zu greifen, als er angekündigt hat.
    Schlimm – ganz schlimm, was wir uns mit dieser Meute Politiker eingefangen haben. Ist wie eine Seuche oder Krebs!

  6. textexter Artikelautor

    Verträge? Das war gestern. Jetzt herrscht Faustrecht. „Ich bin da. Also schlag ich“.

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