Idee für Bielefeld: Reichsschülerputzdienst. Oder: Wenn Politiker durchdrehen

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Reichsarbeitsdienst. Quelle: Wikipedia

Komische Dinge tun sich gerade in Deutschland auf. So stolperte ich über einen Blog, der es als „sozial“ bezeichnet, wenn Schüler nun mehrmals wöchentlich zum Putzen verdonnert werden. Hintergrund ist nicht etwa das Stärken sozialer Kontakte, sondern schlicht und ergreifend der Wille zum Sparen. Die Stadtverwaltung Hildesheim ordnet zum 1. April – und es handelt sich hier leider nicht um einen April-Scherz – für 27 Schulen den Schülerputzdienst an. Material, so heißt es, werde in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt. Frei nach dem Motto: „In der DDR war nicht alles schlecht“, sollen Schüler nun selbst den Besen schwingen.

Das Sparprogramm sieht eine Reduzierung der Ausgaben für die Reinigungsdienste vor. Sie arbeiten dann nur noch 2 Tage die Woche, statt – wie zuvor- 5 Tage. – Die Reinigungskräfte werden also zur Kurzarbeit verdonnert und das, obwohl sie sowieso schon unterbezahlt sind. Die Stadt Hildesheim würde somit etwa jährlich 150.000 Euro einsparen. Ob die Rechnung aufgeht, wenn sie statt der Reinigungskräfte mehr Ausgaben über Sozialämter und ARGE haben?

An den Lernverlust der Schüler und Schülerinnen denkt scheinbar niemand. Gerade in Niedersachsen beginnt dies wohl zur Regel zu werden. Als nützlich könnte sich hier allerdings der Dienst der Hausmeister erweisen. Unter der Obhut des Hausmeisters wären dann auch wieder die Lehrer entlastet. Nur lernen … lernen tun die Schüler so auch nichts, und ob sich dadurch das Sozialverhalten verbessert, sei dahingestellt.

Fakt ist, dass Schulen als allererstes eine Aufgabe haben, die nun wirklich nichts mit Reinigungskräften zu tun hat. Sie haben einen Lehrauftrag, und diesem wird durch kuriose Sparmaßnahmen nicht gedient – das Gegenteil ist der Fall.

Will man sich aber für die Zukunft willige Reinigungskräfte heranziehen, hätten diese ihre Ausbildung zumindest umsonst gehabt – das wäre dann eine sehr effektive Sparmaßnahme gewesen. Vielleicht wird das ja dann auch in der Pisa-Studie mitberücksichtigt. Dann hätte Niedersachsen wohl deutlich bessere Chancen, auf Platz 1. zu kommen.

Frei nach dem obigen Motto könnte man sich dann auch davon trennen, ständig für das Guthalten von nationalsozialistischen Sozialvorgaben gemaßregelt zu werden – eben für das Motto „Damals war doch auch nicht alles schlecht“. Schließlich sorgen Konjunkturpakete eben auch für Arbeitskräfte, z.B. beim Bau und Ausbau von Reichsautobahnen (s.a. Deutsches Reich im Anmarsch), Sportzentren und dem Ausbau oder der Sanierung von Gemeinschaftseinrichtungen. Und die 1-Euro-Jobs sind doch sowieso schon in die Kategorie „Sklavenarbeit“ einzuordnen – also, was soll’s?

Halt’s Maul – putz und arbeite jetzt, denn Putzen und Arbeiten macht die Politiker reich und andere abhängig! Kinderarbeit zum Erhalt und Ausweitung von Hartz IV-Empfängern wird ab sofort wieder erlaubt! Auf geht’s … An die Besen, fertig, los! (Gelesen hier)

Das wäre doch mal eine geniale Idee für das mit 80 Millionen Miesen chronisch klamme Gemeinwesen namens Biefeld (Warum eigentlich?). Dann ist der Schritt zum Reichsarbeitsdienst ja nicht mehr weit. (Wir wären dann Gau XVI und ausgerechnet Münster Sitz der Gauleitung). Ich bin ganz sicher, die seltsamen Typen um Dr. Murkel träumen in ihren feuchten Träumen schon davon. Gesichert durch einen bereits unmittelbar nach der Geburt eingepflanzten RFID-Chip mit der neuen, lebenslangen und 20 Jahre toten Steuernummer, gehts ab in die Botanik. Es nützt in diesem Lande nichts mehr, sich nur an den Kopf zu greifen. Es muß sich grundlegend etwas ändern.

Wo ich schon dabei bin an diesem unheiligen Samstag: Die Pfarrerstochter und vermutliche „IM Erika“ möchte den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender „loswerden“ und schickt ihren Parteifreund und brutalstmöglichen Politgauner Roland „Fresse“ Koch als Aufmischer an die Front. Brender ist der ehemaligen FDJ-Agitpropsekretärin nicht botmäßig genug. Wie war das grad noch in der DDR? Die Baddei bestimmt. Alles. Das ist Murkels Traum. Helfen wir alle mit, daß er nicht in Erfüllung geht und schicken wir das schlechteste Kanzler, das Deutschland je hatte dahin, wo es hingehört: In die Streusandwüste Brandenburgs.

Ein Gedanke zu „Idee für Bielefeld: Reichsschülerputzdienst. Oder: Wenn Politiker durchdrehen

  1. madamef

    Die Typen von der Stadtverwaltung können nach Dienstschluss ja gemeinsam die Schulen in Hildesheim putzen.
    Das geht so:
    Die Mitarbeiter werden in Brigaden zusammengefasst.
    Jede marschiert in geschlossenen Reihen auf das zu reinigende Element zu, bejubelt von begeisterten Bürgern am Straßenrand, die die Tatkraft ihrer Beamten in Sprechchören preisen.
    Die körperliche Fitness der Werktätigen wird ebenso gesteigert wie der Zusammenhalt der Kollegen.
    Sozial ist, was Arbeit schafft.

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