Heidi. „Tu Glas. Macht das Leben schöner“

Drei Kerle in einer Bielefelder Kneipe beim Pilsken. Draußen stackert eine langbeinige Blondine vorbei. Einer: „Äh, wie Heidi K. Super. Auf die steh ich“ (Zu spät, mein Sweetie, Flavio und Seal waren viel, viel schneller und haben mehr auf dem Konto). Typ Heidi K., soso. Das ehemalige Katjes-Testimonial. Model. Es entspann sich ein Disput um das zackige Mädel, das immer „Tu Glas. Macht das Leben schöner“ in jede bereitgestellte Kamera schnarrt, unglaublich glaubhaft Dickmacher von McBlöd futtert, mit ihrem Hausangestellten Weichspüler Seal in VW´s Autorennen macht, Kinder kriegt wie ein Weltmeister und ein paar Minuten später schon wieder über den Catwalk tackert. Sie merken, da mag jemand das Heidi nicht gar so gern.

Die nächste Stufe des deutschen Prekariatsfernsehens zündet heute auf Pro 7, wenn ab 20.15 Uhr jenes Heidi wieder „Germany´s next Topmodel“ sucht. Eine junge Bielefelderin Studentin der Mathematik und Pädagogik, man nennt sie „Anna Vanessa“, wird heute Abend vor Deutschlands weiblicher Inkarnation eines preußischen Feldwebels auch über den Steg geschickt, der Tausenden junger Mädchen die Welt bedeuten muß. Wenns keine Bielefelderin wäre, wäre alles, was Heidi K. betritt, eher nicht der Rede wert. Es sei denn, Sie lesen beim Friseur begeistert die BUNTE, wo die Schönen, Reichen, Neureichen und leider bereits insolventen Flachbildschirmverteiler a la Franjo P. Wahres aus ihrem ach so tollen Leben erzählen.

Wenn man dann noch weiß, wie der Vater vom Heidi der wo ihr Manager ist, gegen Blogger vorgeht, die ihren Namen in einem ihm unpassenden Zusammenhang erwähnen, lassen wir das zackige Mädel dann mal allein mit ihren hundert armen Geschöpfen, die in die zweite Runde gekommen sind und nun von ihr taxiert werden. Der Laberer „Bruce“ mit seinen „entzückenden“ Radebrechungen ist ja nicht mehr dabei. Ihm gab die ARD eine eigene Vorabend-Show, die aber alles Andere als ein Renner ist.

Heidi. No, no, no.