Stadträumchef: „Wir tun, was wir können“

Auf Grund zahlreicher besorgter Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern weist der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld darauf hin, dass der Winterdienst weiterhin in ganz Bielefeld im Großeinsatz ist. Dabei sind über 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 56 Räum- und Streufahrzeuge und 60 Klein-LKW für Handkolonnen eingesetzt. Da die Streufahrzeuge nach Schneefällen und bei Eisglätte nicht überall gleichzeitig sein können, wird das Räumen und Streuen nach Dringlichkeit organisiert. Das Bielefelder Straßennetz ist dazu in drei Räum- und Streustufen unterteilt, nach denen sich die Priorität des Winterdienstes richtet. Der Winterdienst wird zuerst in verkehrswichtigen Hauptverkehrsstraßen einschließlich Krankenhaushauszufahrten und gefährlicher Bergstrecken (Stufe 1) sowie in stark frequentierten Haupterschließungsstraßen und Strecken des ÖPNV (Stufe 2) vorgenommen. Danach werden die weniger befahrene Straßen (Stufe 3) geräumt.

Etwa 50 Prozent der Anliegerstraßen im Bielefelder Stadtgebiet sind der Reinigungsklasse 07 zugeordnet. Für diese Straßen werden keine Straßenreinigungsgebühren erhoben. Deshalb obliegt die Räum- und Streupflicht dort auch den Anliegern. Ebenso werden private Straßen vom städtischen Schneepflug nicht bedient. In noch nicht endgültig abgenommen Neubaugebieten ist in der Regel der Erschließungsträger für die Organisation des Winterdienstes zuständig. Die jeweilige Reinigungsklasse kann dem Steuerbescheid entnommen werden. Die Reinigungsklassen können auch im Internet eingesehen werden unter www.umweltbetrieb-bielefeld.de.

„Wir bitten die Bielefelder Bürgerinnen und Bürger für diese Regelungen um Verständnis“, erklärt Rainer Hempelmann, Geschäftsbereichsleiter Stadtreinigung im UWB, die derzeitige Situation. „In erster Priorität möchten wir sicherstellen, dass die Straßen der Streustufen 1 und 2, also alle Hauptverkehrs-, Zubringer- und Bergstraßen, von Eis und Schnee befreit werden können und der Verkehr ohne größere Probleme fließen kann. Dann werden natürlich auch die kleineren Stich- und Anliegerstraßen nach Priorität und Plan weiter bedient. Unsere Räumfahrzeuge kommen mittlerweile durch manche kleineren Straßen nicht mehr durch. An den Straßenrändern haben sich Schneeberge gebildet, Autos parken deshalb oftmals weiter auf der Fahrbahn und die Straßen werden dadurch noch enger. Da ist oftmals Fingerspitzengefühl und „Millimeterarbeit“ beim Fahren der großen Winterdienstfahrzeuge nötig.“ Da, wo Einsätze möglich sind, ist das Zuschieben von Fahrzeugen und Einfahrten unvermeidbar. Bei einer verbleibenden Fahrspur von weniger als 3,50 Meter ist die Gefahr der Beschädigung geparkter Fahrzeuge vorprogrammiert. Hempelmann ergänzt weiter: „Unserer Kolleginnen und Kollegen waren nicht nur über die Weihnachtsfeiertage für alle Bielefelder im Dauereinsatz, sondern sind seit dem 24. November insgesamt an 30 Tagen tätig gewesen. Wir bemühen uns, allen gerecht zu werden. Wir tun, was wir können.“

Nun ja. Eine Stadt, deren anscheinend ganzer Stolz ein Steinhaufen hoch oben und ein kommender Drittligist auf einer Alm sind, die braucht sich nicht anzupassen. Die ist eben so wie das drumrum. Dazu hat HRH ja hier eben eine Frage gestellt und deshalb hier noch mal ganz „offiziell“ die Pressemitteilung, die sie heute rausjagte.

Da hätte man aber noch locker eine Menge Paragraphen anfügen können. Findet sich doch ganz sicher immer was.

9 Gedanken zu „Stadträumchef: „Wir tun, was wir können“

  1. HRH

    Via Jahnplatz-Webcams ließ sich schön verfolgen, dass „über die Weihnachtsfeiertage“ z.B. diese Hauptverkehrsader NICHT geräumt wurde. Die Autos möllerten sich mit den Reifen die schmalen Spuren selber frei.

  2. witheboard

    Die mit nichts mehr zu überbietene Arroganz unseres ÖVP moBiel in Bezug auf das zügige Freiräumen der wichtigsten Schnittstelle zu ihren Kunden (Haltestellen) kotzt mich sowas von an. Von deren Entscheidungsträgern scheint wohl niemand den ÖVP selbst zu benutzen. Aber immer die Fresse aufreißen: Der Kunde ist König und dergleichen …
    Ich könnte abgehen, wie eine Rakete, wenn ich sehe, wie alte Leute, Kinderwagenschieberinnen und Gehbehinderte nur unter größten Mühen den Bus besteigen können. Beschwert man sich, bekommt man von denen noch nicht mal eine Antwort.
    Ich gehe davon aus, dass die Hirnis auf Zeit spielen und warten, bis alles weggetaut ist und dann ganz bescheuert fragen werden, was ich eigentlich wolle.
    Man, bin ich sauer auf diesen Verein.
    Kann da nicht mal das Ordungsamt …….. ?
    Aber die sind untereinander sicherlich alle schwer „befreundet“ oder so.
    Und unseren beiden Lokalblättchen traue ich sowieso nicht zu, dass die mal penetrant nachfragen.

    Gute Nacht

  3. karl-heinz

    „Da, wo Einsätze möglich sind, ist das Zuschieben von Fahrzeugen und Einfahrten unvermeidbar.“
    Und wer zahlt die Wasserschäden durch vollgelaufene Innenräume dann? Auch der UWB?

  4. witheboard

    Hast ja recht,
    der Verschreiber ist wohl meinem extrem erhöhten Blutdruck geschuldet, den ich beim Verfassen hatte.
    Heute im Radio ist genau das geschehen, was ich mir schon beinahe gedacht hatte. moBiel will das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, hat wahrscheinlich ein paar Fäden gezogen und schon kräht der zuständige Leiter des Bielefelder Ordnungsamtes herum, dass Anwohner für die Beseitigung der Schneemassen zuständig seien.
    Toll, diese Antwort!
    Einerseits gibt es die Regelung der Mindesträumbreite, andererseits sind die Bürgersteige im Bereich der Haltestellen mal locker bis zu 5 Meter und mehr breit. Wer fegt bei solchen Massen schon mehr, als er muss?
    Jahnplatz vor McDoo …,
    Kesselbrink vor der Telekom und vor der Polizei. Da gehst du als zusteigender Fahrgast mal locker über einen Schneestreifen von mehr als einem Meter Breite und einer Höhe, dass die Busse die Spitzen glatt fahren. Arbeitsamt beide Seiten, gegenüber der Seidenstickerhalle, Flachsstrasse (Berufsschule) usw usw.
    Es wird mal wieder typischerweise ein Zuständigkeitsstreit auf dem Rücken einiger unserer schwächsten Verkehrsteilnehmer ausgetragen. Diese Leute sind zum größten Teil wehrlos und wissen nicht, was im Hintergrund für ein Zuständigkeitsscheiss abläuft.
    Wie armselig ist das eigentlich, sich als Sprecher von moBiel hinzustellen und süffisant darauf hinzuweisen, das „unserer Hochbahnsteige in Eigenregie vom Schnee geräumt werden“ ?
    Nur weil ein BWL Fuzzi mal meinte, das Reinigen der Bushaltestellen an Privat abzugeben, ist man fein aus dem Schneider, oder?
    Dem Kunden hilft so etwas ja unglaublich viel ….

    So, genug aufgeregt, sonst kriege ich noch Stress mit der Dame des Hauses.

  5. Dougan

    Keine Ösivolkspartei als Äquivalent zur deutschen Union würde sich weder in Bi noch in Kitzbühel mit sowas befassen. Also wohl eher ÖPV oder BVO.

  6. witheboard

    Lass mal Kitzbühel aus dem Spiel.
    Ich wollte lokal meckern ……. ;.)

  7. witheboard

    Im nächsten Leben will ich auch Erbsenzähler werden! 🙂

    Spass beiseite, solange die passende Umhüllung wichtiger zu sein scheint, als der Inhalt ist die Mickymauswelt für uns alle ja einfach nur toll.
    Wir alle sollten Alles stumpf geniessen, oder?

    Gruß witheboard

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