„Ein Mann räumt auf“? Da kichern ja die Gütersloher Hühner

ostrowski.jpg

Wie herrlich naiv die NW Bielefeld doch heute das große Halali beim Gütersloher Medienkraken kommentiert. „Ein Mann räumt auf“. Selten haben die Hühner im Kreis Gütersloh so gelacht. Das bringt auch nur die NW ein paar Millimeter unter der Gefälligkeitsgrasnarbe fertig. Was beim äußerst unsympathischen Großkonzern im Straßendorf abgeht, ist sowas wie das „letzte Halali“. Da kommen Dinge zutage, die man sonst gerne unter der gemeinnützigen, von Steuergeldern und devoten Politikern a la Merkel, Scholz und Wendt finanzierten und geförderten Oberfläche hält. Jochen Hoff vom Blog „Duckhome“ drückt es gewohnt drastisch aus:

Was Dr. Bernd Kundrun, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann AG und Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr der Familie Mohn und dem Bertelsmannkonzern da krachend unter den Weihnachtsbaum warf, ist nicht unbedingt als Geschenk zu verstehen. Es ist eher das Gegenteil. Er warf ihnen seinen Vorstandsposten bei Bertelsmann vor die Füße. Das ist das Ende einer schon länger andauernden Entwicklung. Folgt man der Gerüchteküche, hatte Kundrun einfach die Schnauze davon voll, alle Gewinne der Gruner + Jahr-Gruppe der Familie Mohn in den unersättlichen Hals zu werfen und praktisch nichts für die Entwicklung seiner Gruppe zurückzubekommen. Gerade jetzt, wo er an allen Ecken und Enden sparen muss, weil ihm die Anzeigenkunden wegbrechen, hatte er auf Konzernmittel gehofft.

Und weiter unten:

Besonders apart ist das im Fall Gruner + Jahr, weil der ja über seine nun überflüssigen Wirtschaftsblättchen – und auch sonst in jeder Druckzeile – praktisch nur Lob für die neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Ziele der Famile Mohn gemacht hat. Der Verlag hat die Krise, in der er nun steckt, sich selbst redlich herbeigeschrieben. Wie immer im neoliberalen Umfeld ist das so lange gut, bis es nichts mehr nutzt. Der Mohr Kundrun hat seine Pflicht getan, der kann nun gehen. Mohn/Bertelsmann wird bald auch anfangen, in der Stiftung auszudünnen. Die Ziele sind erreicht; mit dem neuen Arbeitsgesetz und ein paar anderen Gesetzen ist Mohn praktisch Deutschland. Da kann das Geld sinnvoller ausgegeben werden. Allerdings passiert zur Zeit Unerhörtes. Die Menschen machen sich ihre Medien selber. Anstatt sich von den Mohns, der Springer oder den sonstigen Zeitungszaren belügen zu lassen, flüchten immer mehr Bürger ins Internet und vergleichen die Berichterstattung. Bilden sich eine eigene Meinung. Selbst Leute, die früher als Bildungsbürger noch mindestens eine Zeitung für jeden Tag hatten, geben immer mehr auf. Statt am Abend alte Lügen vom Vortag zu lesen, macht es mehr Sinn, sich bei Diensten wie Net News Global oder infokrieg.tv zu informieren, über die Google News zu gehen oder eine eigene Auswahl an Blogs zu haben. Die Leser, die die Totholzbranche jetzt verliert, sind dauerhaft verloren.

Richtig. Die gleichgeschalteten wohlfährigen Inhalte von Stern, Spiegel usw. gehen den Leuten auf den Keks. Sie erkennen die Absicht der Gütersloher Traktatdrucker dahinter, die Menschheit mit ihrer Lebensweisheit zu beglücken. Wie beschissen und nur auf den eigenen Profit ausgerichtet die allerdings ist, geht immer mehr Mitbürgern auf. Samstag/Sonntag 24./25. Januar 2009 wird es im bigotten Straßendorf direkt neben uns die „4. Bertelsmannkritische Tagung“ geben. Material findet sich hier. Zeit, klar zu erkennen, was hinter der karierthemdigen Biedermannsmaske des kleinen Mannes vom Steinhagener Bauernhof steckt. Mohnblumen sind rot, können aber als Samen auch verheerend berauschende und zerstörende Wirkung haben. Reinhard hat ein ganzes Feld davon.