Nachgetreten

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Was würden Glitzermetropolisten wohl beim Samstagsbummel von Knigge übern Weihnachtsmarkt, Alter Markt, Geldautomat Spasskasse, B 66 – Currywürstchen und wieder Weihnachtsmarkt machen, gäbe es die ARMininenspiele am Freitagabend nicht?

Vielleicht würden sie Geschichten aus „L(i)eben unterm Hermann“ lesen. Zum Beispiel „Leben und Leiden unter Arminia“ von Volker Backes. Daraus dürfen wir hier mal einen kurzen Ausschnitt zur Lesung bringen:

Was Arminia Bielefeld zum geilsten Klub der Welt macht, ist seine unglaubliche Lebensnähe und unverfälschte Echtheit. Im echten Leben ist Erfolg seltener, als Bayern München Deutscher Meister wird. Das echte Leben ist nicht rot und weiß sondern schwarz, weiß, blau und grau. Ganz wie Arminia Bielefeld. Der Verein hat wie die meisten seiner Anhänger nie Geld, würde es aber trotzdem gerne öfter krachen lassen. Aber blendet dann die Führungsetage den monetären Mangelzustand kurz aus und träumt sich in höhere Sphären, endet das Aufwachen meist im Desaster mit schwerem Kater und dicken Beulen. Wie im echten Leben wurde der Klub beim Versuch, nach oben zu kommen, schon oft betrogen, wenn zum Beispiel Geld für Spieler bezahlt wurde, die sich eigentlich in ihren Verträgen Ablösefreiheit hatten zusichern lassen. Alle wussten davon, nur die Arminen nicht. Wollte man den Zahlungsempfänger dann zur Rede stellen, war der nicht mehr auffindbar. Und wie in der realen Welt bleiben eigene Betrugsversuche dagegen nicht lange ungeahndet. „Sogar zum Bescheißen zu blöd“ sei der Verein, schimpften die ewigen Nörgler. Dabei ist der wahre Grund für das Scheitern doch, dass einen stets die ostwestfälische Ehrlichkeit einholt. Arminia setzt eben traditionell auf Macher, die ihre kostbare Zeit nicht an langwierige Reflektionsprozesse verschwenden.

Volker Backes, Jahrgang 66, ist Mitglied der Band „Me in the Rye“ und freier Autor u.a. für „11 Freunde“. Er ist Mitglied der Lesebühnen „Zirkeltraining“ und „Sitzen 73“ und „angeblich“ Fan der ARMinia. Sein Textbeitrag erschien in „L(i)eben unter Hermann“ und wird eventuell am 2. Dezember zu hören sein, wenn mit schrägem Humor und liebevollem Blick auf die Menschen Künstler ihre ganz persönliche Sicht der Region OWL in der Bürgerwache Rolandstraße 16 ausbreiten. Dabei sind: Jürgen Buchmann, Katja Breipohl, Matthias Harre, Yunus Önen / Saz. Veranstalter ist das Antiquariat in der Arndtstraße in Kooperation mit dem Castalia-Literatur-Contor und der BI Bürgerwache Bielefeld e.V. Weitere Infos hier: http://bielefeld.gucken.org/veranstaltungen/details/lieben-unterm-hermann/ (Unkostenbeitrag: 4,00 EURO)

Hier noch ein Link mit Informationen: http://www.castalia-literatur-contor.de/?Veranstaltungen_2010

2 Gedanken zu „Nachgetreten

  1. Wahl-Bielefelder

    Er ist in der Tat Arminia-Fan. Habe ihn schon kennengelernt und eine kleine aber feine Unterhaltung über das Thema Arminia mit ihm geführt. 🙂

  2. Madamef

    Hallo,

    und Volker wird nur morgen, am 28.11. um 19 Uhr im Theaterlabor im Tor 6 lesen, genau so wie die anderen Autoren.
    Dann findet nämlich die Präsentation des Buches mit zehn Autoren statt.
    Die Veranstaltung in der Bürgerwache hat das gleiche Thema, ist aber kleiner und muss ohne Volker Backes auskommen.
    Volker liest morgen!

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