Was Neues im Westen

Das Konsulat im Westen

Tja, das war´s dann wohl.

Das Sounds ist nicht mehr. Nie mehr!

Eine der letzten Bastionen für gestrandete, hoffnungslose Existenzen ging nach tausend Jahren Regentschaft zu Ende.

Leise, unauffällig und ohne Bescheid zu sagen, denn wenigstens die Homepage der kleinen Eckkneipe mit Traditionswurzeln im Bielefelder Westen hält sich eisern und tut so als wär nix. Weiß wohl noch nichts von der Übernahme durch das Establishment.

Das hat jetzt einen Namen zum neuen Gesicht bekommen: KONSULAT.

 

Nach wochenlangen Umbauarbeiten beginnt nun wohl eine neue Ära an der Siegfriedstraße. Der Versuch, aus dem gammeligen Haus am Eck was Ansehnliches zu basteln nimmt so langsam Formen an. Außer einiger (immer noch ziemlich speckig-gilber) Fassadenüberreste, sieht das neue Kleid bis jetzt doch ganz gut aus.  

Das Interieur lässt sich, dank neu eingesetzter grooooßer Fenster, auch schon erspähen.

Schön, schön, schön.

Alles so hell und nett da.

Gar nichts erinnert mehr an das versiffte Loch, das da vor kurzem noch stand. In das regelmäßig donnerstags (und eigentlich auch irgendwann an allen Wochentagen) die Studenten-Horden und einsamen Säufer-Seelen aller Himmelsrichtungen Bielefelds pilgerten, um sich ordentlich abzuschießen und gegen 8 Uhr morgens (oder später) auf der Straße weiterzumachen.

Aber…das Sounds war auch ein Sinnbild für Bielefeld…(so, das könnte man jetzt eigentlich so stehen lassen…)

Das Sounds war ein fester Bestandteil vom Bielefelder Westen und hatte mal, auf eine besondere Art und Weise, wirklich Stil. Und Mittwochs wirklich köstliche Burger! Im Sounds sah man schon weltliche Prominenz aus TV und Musik. Saß mit ihnen Tisch an Tisch, und es war als wären sie wie Du und ich…

Ja, ja, so was gabs nur im Sounds. Es war schön, und manchmal hat es sogar Spaß gemacht…

Tja, jeder Spaß hat mal ein Ende. Das dachten sich dann wohl auch die Betreiber, und machten aus der lauschigen Kneipe kurz vor´m Siggi etwas… Anderes…

Das hat nicht funktioniert.

Welche gewichtigen Gründe sonst noch zum Untergang des Eckkneipen-Titans führten, lässt sich für ehemalige Besucher relativ leicht erahnen, soll aber an dieser Stelle nicht weiter beachtet werden…

 

Denn:

Das KONSULAT ist jetzt da.

Es tritt kein leichtes Erbe an, hier im elitären Bielefelder Westen.

Es möge sich beweisen…und halten.

 

11 Gedanken zu „Was Neues im Westen

  1. HRH

    Ach was waren das noch Zeiten, als das noch „Warsteiner Stuben“ war!

  2. moritz

    ich bin da gestern abend vorbeigelaufen und da war die theke von unten blau beleuchtet, da habe ich mich ein bisschen erschrocken…
    ich bin der meinung, dass es in bielefeld wesentlich zu wenige dunkle kneipen gibt. hell ist zwar auch mal nett, aber eine KNEIPE sollte schon eher dunkel sein, finde ich.
    ich bin gespannt auf die eröffnung.

  3. blitzmerker

    Für gestrandete, hoffnungslose Existenzen ist immer Platz hier im Blog…

  4. textexter

    Konsulat. Soso. Endlich haben Gütersloher eine Anlaufstelle, wenn sie sich mal im Metropolenraum aufhalten wollen.

  5. defconsulting

    Jaja das gute alte Sounds. Ich finds echt sehr schade, dass es nicht mehr da ist. Hatte dort einige schöne Stunden, Nächte und Morgende. Ich muss mich Moritz anschliessen, wenn er sagt, es gäbe zu wenig dunkle Eckkneipen in BI! Bleibt ja nur noch das Cheers 🙂
    Im Sounds konnte man schön kickern und wenn man den passenden Level erreicht hatte sogar tanzen! Ach war das herrlich..
    Na ja bin gespannt was der Savas uns mit dem Konsulat antut, bin in den letzten Tagen nen paar Mal vorbei gefahren, sieht aus als würde es in den nächsten wochen öffnen. Ich hoffe es steht ein kicker drin, und vielleicht gibt es ja auch wieder eine Tanzfläche die zu später Std. eröffnet wird…

  6. textexter

    🙂 Sie sind mal wieder schelmisch. Wer Prenzelberg heute kennt, wünscht das Bieleberg nicht.

  7. Pandamädchen

    Weiß jemand denn Öffnungszeiten oder ne Telenummer, wo man eben diese erfragen kann?

  8. Bateman

    Jetzt mal ehrlich, das „Sounds“ hat von Besitzer zu Besitzer seinen Charme verloren. Unter Albrecht und Andreas war es noch echt klasse, unter Sascha S. auch noch. Dann bröckelte es. Und mit dem „Plan B“ war es dann absolut überflüssig.

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