Heilige Allianz: BLÖD-Kai und Überwachungs-Lidl

Der uns allen in der Metropole ja äußerst bekannte BLÖD-Chefredaktor Kai Diekmann kann zwar weder besonders gut formulieren noch ist sein täglicher Gossenkram sehr weit vom nächsten Abwasserkanal entfernt, aber dafür ist er grandios im Umsetzen von Ideen, die man eines schlechten Tages in weitere bundesweite Überwachungsmaschinerien für Stasi 2.0 Wolfgang S. ummünzen kann. Mercedes Bunz beschreibt im Berliner „Tagesspiegel“, was Geelhaar-Kai da wieder auf der Pfanne hat:

Am 4. Dezember bringt die Handelskette Lidl eine Leserreporterkamera auf den Markt und zwar in Zusammenarbeit mit ihrem Gspusi „Bild“, also mit jener Zeitung, die komischerweise nicht über die Überwachung der Lidl-Mitarbeiter berichtete. Für relativ günstige 70 Euro. Dafür ist man dann an Bild gekoppelt: Wenn man das Gerät an seinen Rechner anschließt, öffnet sich ein Programm, mit dem die Filme direkt an das Online-Portal Bild.de geschickt werden können. Fies. Und irgendwie clever. Allerdings nicht neu: Geklaut hat Kai Diekmann die Idee bei Flip, einer kleinen, schnuckeligen Plastikkamera, die in Amerika in den großen Ketten vertrieben wird und die, an den Computer angeschlossen, ihr Material direkt zu Youtube hoch schießt. Elegant, einfach zu bedienen und also gut.

Verraten hat Diekmann diesen Trick ausgerechnet der Journalismus Professor Jeff Jarvis, der in New York an der Graduate School of Journalism unterrichtet und das Medienkritik-Blog Buzzmachine betreibt. Er setzte Diekmann diesen Floh ins Ohr, als er ihm vor einem knappen Jahr in Davos mit dem Prinzip von Flip bekannt machte. Mehr noch, Jeff Jarvis hat das Ganze sogar aufgenommen, mit der Flip natürlich, und dann auf Youtube hochgeladen und darüber berichtet – und zwar hier. Ob er dem Journalismus damit wirklich einen Gefallen getan hat, ist jedoch noch die Frage.

Solche Ideen hat einer, der zwar schwer einen an der Klatsche hat, aber ganz genau weiß, was er tut. Die welke „Rose der Uckermark“ wird es ihm danken. Ihm, dem servil-devoten Diener seiner Friede, Liz und Angela. Dann tätscheln sie den lieben Buben wieder beim Kaffee in Tante Angelas Kanzlerzimmer mit dem guten geblümten Geschirr aus Kahla/Thüringen. Das erinnert Angela immer an ihre wahre Heimat: Hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen. Ein paar von den Zwergen haben die Wende überlebt: Der Egon Krenz zum Beispiel. Ihren ehemaligen Chef von der FDJ könnte sie jetzt eigentlich mal heim ins Reich, äh, in die Union holen. Die ganzen Blockflöten aus DDR-Zeiten haben sich ja wunderbar aklimatisiert. Darüber wird Kai D,. ganz bestimmt sehr wohlwollend schreiben. „Auferstanden aus Rosinen und der Zukunft zugewandt….“