Bielefelder Wissenschaftler geht auf die Barrikaden

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Wenn der Nobelpreis für Medizin 2008 am 10. Dezember in Stockholm an den deutschen Wissenschaftler Harald zur Hausen überreicht wird, sitzt der Bielefelder Gesundheitsexperte Ansgar Gerhardus mit einer Gruppe Kollegen in seinem Studierzimmer und macht sich so seine Gedanken. Nicht, weil er Kollege zur Hausen den Nobelpreis mißgönnen würde, den der für die Entdeckung von zwei Virustypen, die Gebär – mutterhalskrebs auslösen, bekommt. Es geht um die perfide, mit gewaltigem Geld – und emotionalen Druck erzeugendem Einsatz der von der Pharma – industrie gepushten Impfung. Motto: „Kein Mädchen mehr ohne Impfung“. Dazu besorgte – natürlich von Film – und Fernsehen bekannte – Müttergesichter, barmende Stimmen und der ständige Druck. Alles erweckt den Eindruck, „Wer sich nicht impfen läßt, stirbt ganz sicher an Krebs. Gebärmuterhalskrebs“.

Ich habe lange Zeit mit der Pharmaindustrie, ihren Verbänden und der einschlägigen PR-Maschinerie zu tun gehabt. Mir erzählt man da insofern nichts Neues, als jetzt ans Licht der Öffentlichkeit kommt, mit welch perfiden Methoden, Mauscheleien und Verkrustungen wie Verknüpfungen von Wissenschaft, Genehmigungsinstanzen, Ärzten und Herstellern da gearbeitet wird. Es geht um nichts anderes, als „jede Menge Kohle“. Dem Lobbyistensystem in einem völlig indiskutablen, da korrupten, Gesundheitssystem ist kein Mittel unrecht, das dazu führt, Mädchen, Mütter und wohl auch Väter derart zu verunsichern, daß sie nicht anders können, als „impfen zu lassen“.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb dazu gestern:

Die Daten aus Studien stünden „in deutlichem Widerspruch zu vielen sehr optimistischen Verlautbarungen“. Zu den Unterzeichnern gehören so namhafte Fachleute wie Martina Dören von der Berliner Charité, Ingrid Mühlhauser von der Universität Hamburg und Wolf-Dieter Ludwig von der Arzneimittel – kommission der deutschen Ärzteschaft. Mit Rolf Rosenbrock und Ferdinand Gerlach sind auch zwei Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen dabei. „Wir wissen noch nicht, ob diese Impfung Nutzen stiftet, trotzdem wird sie massenhaft eingesetzt“, sagt Norbert Schmacke, Gesundheitswissenschaftler an der Universität Bremen. „Das ist zu früh.“

Die 13 (Anm.: Wissenschaftler, darunter Ansgar Gerhardus) haben ein klares Ziel: Die Ständige Impfkommission (Stiko) müsse ihre Entscheidung überdenken, mit der sie im März 2007 – so schnell wie nie zuvor bei einem neuen Impfstoff – die Impfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfahl. Damit zwang die Stiko letztlich die Krankenkassen zur Erstattung und löste eine Kostenexplosion aus: Einer der beiden Impfstoffe war 2007 die umsatzstärkste Arznei in Deutschland.

Das Manifest der 13 Wissenschaftler, das die Wirksamkeit des Impfstoffes „Gardasil“ (Hersteller Sanofil) findet sich auf der Website der medizinischen Fakultät der Uni Bielefeld.

Die Impfung von Mädchen zwischen 12 bis 17 Jahren gegen HPV-Viren kostet 400 Euro. Da ist es für die Pharamindustrie richtig lohnend, ihre perfiden und charakterlosen Methoden in aller Breite einzusetzen. Dazu gehören eben auch Angst machende Spots und Infiomaterial, das nur den einen Schluß0 zukläßpt: „Ohne Impfung geht das Leben bald nicht weiter“. So macht man Lobbyarbeit in der Gesundheitsindustrie. Wobei das Wortanhängsel „Industrie“ bereits alles sagt. Nicht „Menschlichkeit und Hilfe“ sind wichtig sondern „Industrie, Rendite und Kohle“. Blöd, daß ausgerechnet Ratiopharm- „Helfer“ Merckle kürzlich durch ebenso pikante wie dämliche Finanzzockereien auffiel. Der Milliardärs-Bube verdient einfach zuviel Kohle mit nachgemachten Arzneimitteln.

2 Gedanken zu „Bielefelder Wissenschaftler geht auf die Barrikaden

  1. sky

    Es gibt keine medizinische Fakultät an der Uni Bielefeld. Lassen wir den Gesundheitswissenschaften doch ihren Namen.

  2. textexter Artikelautor

    Danke sky. So ist das, wenn man zu schnell schreibt.

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