Die Polizei jagt angebliche Brandstifter mit Polizeihunden

In Minden gibt es dieses Jahr eine Brandserie bei der mehrere Kraftfahrzeuge und Heuballen gebrannt hatten, bei denen keine Menschen zu Schade kamen. Daher wurde eine Komission EK Feuer ins Leben gerufen. Es wurde sogar in der WDR-Sendung „Kriminalreport“ über den Fall berichtet in der Hoffnung weitere Zeugenaussagen zu bekommen. Die Sendung brachte aber auch keine neuen Hinweise. Es gibt nur einige Zeugenaussagen, die behaupten, Jugendliche weglaufen gesehen zu haben.
Daher ist die Polizei vermehrt mit Zivilstreifen unterwegs um eventuelle die Täter auf frischer Tat zu ertappen. So auch am 19.10 wo die beiden Zivilfahnder zwei Jugendliche gesehen hatten, die sie für verdächtig hielten. Diese hatten sie daraufhin mit Blicken fixiert, weswegen diese weggelaufen sind und sich im Gebüsch versteckt hatten.
Die Zivilfahnder hatten darauf Verstärkung angefordert und diese hatten nach Aussagen der Polizei, die Jugendlichen aufgefordert das Versteck zu verlassen. Dieser Auffoderung sind die Jugendlichen nicht gefolgt, weswegen die Polizei einen Polizeihund auf sie gehetzt hat. Dieser hat einen der Jungen dreimal gebissen. Daraufhin wurden die beiden Jugendlichen festgenommen und mit Handschellen gefesselt. Der verletzte Junge musste sich auf den Boden des Streifenwagens setzen, damit er die Sitze nicht mit Blut voll schmirt.
Auf der Wache wurden die Personalien aufgenommen. Dann wurde der unverletzte Junge von seinen Eltern abgeholt und der verletzte ins Krankenhaus gebracht.
Die beiden Jungen selber sind vor der Polizei weggelaufen, weil sie im Gewebegebiet illegal einen Feuerwerkskörper gezündet hatten. Mit den Brandstiftungen, haben sie auch nach Aussagen der Polizei nichts zu tun.
Die Familie des verletzten Jungen hat sich mit der Geschichte an das Mindener Tageblatt gewand. Zu Recht denn es handelt sich hier um Straftaten von Seitens der Polizei, auch wenn diese mit aller Wahrscheinlichkeit nicht bestraft werden dürften.
Die Kommentare auf den Artikel werfen einen zweifelhaften Zustand auf unsere Gesellschaft. Da wird dann behauptet, dass die Jungen die Täter seien, weil sie ja mit Feuerwerk gespielt hätten und dieses hätte einen Brand verursachen können. D.h. Sie haben fahrlässig gehandelt. Die Polizeibeamten haben dagegen bewusst den Hund auf die Jugendlichen gehetzt und sich dann noch nicht mal um die medizinische Versorgung gekümmert.

Eine Mareike sagt z.B.:

Das Problem ist doch in diesem Fall, genauso wie im Sommer in Hausberge, dass der nötige Respekt vor der Polizei fehlt! Polizisten/innen sind Männer und Frauen, die jedes mal wenn sie ihren Dienst antreten auch oft ihr Leben riskieren um uns unschuldigen Bürgern etwas mehr Sicherheit zu verschaffen! Also sorry aber ich wurde so erzogen das wenn ein Polizist sagt“ stehen bleiben“, oder „kommen sie heraus hier ist die Polizei“, dass ich das dann auch mache. Und zwar ohne handgreiflich oder frech zu werden!

Und ein Mike:

Mit 15 ist der Welpenschutz vorbei. Die Jungs haben Scheiße gebaut und müssen das kapieren. Die Eltern bedienen sich der willigen „deutscher-Michel-Presse“, um in der Provinz Krawalljournalismus zu machen. Pfui.

Und Mühlenkreiskritiker (gut der ist wohl von der Polizei):

Und zum Thema „zwei dunkle Herren“… ok, kann ich sogar nachvollziehen… aber nachdem mehrere Streifenwagen vor Ort waren, konnten auch zwei Jugendliche begreifen das es sich hier um eine offizielle Polizeiaktion handelte.Am lachhaftesten find ich ja noch „mit Blicken eingeschüchtert“… ohh ja… im dunklen wirken diese bestimmt rötlich strahlenden Blicke extrem furchteinflössend. Wie das mit roten Blicken geht, lernt man auf jeder guten Polizeischule.

Der Artikel im Mindener Tageblatt: Polizeihund attackiert 15-Jährigen

7 Gedanken zu „Die Polizei jagt angebliche Brandstifter mit Polizeihunden

  1. blitzmerker

    @manse:
    Können Sie garantieren, dass auch bei den nächsten Brandstiftungen keine Personen zu Schaden kommen?
    Ist es in Minden üblich, eine vermutete Straftat (welche eigentlich?) beim Tageblatt anzuzeigen?
    Welche Vorgehensweise der Polizei wäre nach Ihrer Ansicht die Richtige gewesen, wegschauen und abrücken?

  2. manse Artikelautor

    Lieber Blitzmerker,
    die Jungen waren nur kurzfristig verdächtigt, die Brandstifter zu sein. Die Jungen hatten nur eine Ordnungswidrigkeit begangen, nämlich Feuerwerk in einer unbewohnten Gegend zu zünden.

    Korrekt hätte die Polizei gehandelt, wenn sie den Hund (oder besser noch Nachtsichtgeräte) benutzt hätte um die Jungen aufzuspüren. Da sie aber den Befehl gegeben haben zuzubeißen (und das mehrmals) handelt es sich um Körperverletzung.
    Dann hätten die Polizeibeamten den blutenden Jungen sofort ins Krankenhaus fahren oder einer Notarzt anrufen müssen. Da sie es nicht getan haben, handelt es sich um unterlassene Hilfeleistung.

    Ich weiß nicht, ob die Familie Anzeige erstattet hat. Erfahrungsgemäß wird bei Straftaten von Seitens der Polizei erst gehandelt, wenn Öffentlichkeit geschaffen wurde. Daher dürfte das Vorgehen der Eltern des Jungen sinnvoll sein.

  3. textexter

    Da ja bekanntlich der Staatsschutz hier gerne mitliest, hoffen wir mal, dass er das hier als Diskussion toleriert.

  4. blitzmerker

    @manse: Ich sage nicht, dass die Polizei immer alles richtig macht, und es ist auch nicht schön, dass ein junger Mensch gebissen wurde.
    Mit dem Feststellen von Straftatbeständen muss man aber vorsichtig sein, dazu gehört eine eingehende Analyse der Sachlage und der juristischen Hintergründe, die wir als unbeteiligte Laien (sind Sie das?) nicht leisten können.

  5. delta

    @textexter
    Er würde es gerne verbieten, aber darf es nicht.
    @manse
    Es geht um Polizeigewalt. Erst trifft es Schuldige, dann ein bischen Schuldige (wie Hamburger und Berliner Autonome), dann ein ganz kleines bischen Schuldige (wie den Jungen oder schwäbische Kastanienschmeißer) und zum Schluß Unschuldige (wie den Hausmeister).
    Wichtig ist es dieses schon zu kritisieren, wenn es Schuldige trifft.

  6. Mike

    Also meiner Meinung nach hat der Polizeihund genau richtig gehandelt.Normale Vorgehensweise ist ja auch Ankündigung des Polizeihundes…. auffinden des Täters und verbellen…. wenn der Täter dann starr stehenbleibt bellt der Hund weiter…bei einer ruckigen Bewegung ( die der Hund als Flucht erkennt) packt er zu und verhindert diese.
    Der Hund kann ja nicht anders handeln..er kann ja schlecht den Flüchtigen auf den Boden legen und handschellen anlegen. Normalerweise hätte er den Jungen nochmal als Denkzettel in den Hintern beissen müssen..damit dieser das in seinem Leben nie wieder vergisst dass mit Diensthunden nicht zu spassen ist. !

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