Nacktscannen in Windelsbleiche auf RTL?

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Was hat er sich doch jetzt gefreut, der kleine, immer etwas hölzerne Innenminister de M., dessen Lächeln so eingefroren ist wie seine Art. „Nacktscanner für Flughafen Hamburg“. Früher, da sind die Hanseaten ja nur innen Hafen geströmt, um eine ziemlich angezogene Queen Mary zu gucken, oder eine „Deutschland“ mit irgendwelchen wichtigen Fernsehtypen an Bord. Während also jetzt der Andrang der Hansaten riesig ist, um sich die Direktübertragung von der Scannung weiblicher und männlicher Körper anzugucken sitzt Hans-Rudi H. hier schon in den Jahnplätzigen Startlöchern und das Hirnchen rotiert. „Das ist doch was für Windelsbleiche„, soll er zu seinen Mitarbeiterinnen gesagt haben. Also mal angenommen, so eine kleine Maschine (Typ „arvato“) kommt mit einer weiß gekleideten Elisabeth Gütersloh gemein nützig angeflogen. Die, frisch zurück von der nächsten Abgröhlfolge von „Schwiegertochter gesucht“, streift den zum Schutz gegen ihren eigenen RTL-Fernsehschund fürsorglich über die teure weiße Kluft gezogenen Schutzkleidung und begibt sich dann in die Arena, wo der Abtastkasten steht. In der hoch erhobenen rechten Hand hat sie ihr Buch „Liebe überwindet alle Hartz 4-Leistungen“ (oder so ähnlich), erschienen bei Doubleday in Honolulu und dann geht sie unter den begeisterten Blicken der BielefelderInnen in die Abtastung. CO2-frei life übertragen, kommentiert vom unvermeidlichen Colorado-Man Gottschalk, in 199 Länder der Erde und – endlich eine Bestimmung für die Arenaleinwände – auf die Alm. Angekündigt von OBPit als „Ereignis, das Bielefeld auf Jahrtausende untrennbar mit RTL, der Inhaberfamilie und dem Nacktscannen zusammenschweißt“. Millionen werden die Glitzermetropole besuchen und auf Windelsbleiche Airport No. 1 landen wollen und selbst nackt gescannt werden. Getreu Andy Warhols Satz von „Jeder Mensch wird einmal 15 Minuten berühmt sein“.

15 Minuten. Das schaffen die schon. Man könnte ja mehrmals anfliegen, bei Heiner Hüser im Museumshof endlich Pickert essen – sind ja nur ein paar hundert Meter – und dann erneut in die Windelsbleicher Scanarena strömen.

Hans-Rudi, sei kein Frosch, ran an die gescannten Bouletten.

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